Ein Experimentierkasten in Adventskalenderform

Ausgepackt: Lohnt sich der Experimente-Adventskalender 2022 von Kosmos?

Der Kosmos-Experimentier-Adventskalender 2022
Der Kosmos-Experimentier-Adventskalender 2022
Mireilla Zirpins, RTL News

von Mireilla Zirpins

Rätseln, knabbern, spielen – was gibt es nicht alles schon als Adventskalender. Aber Kosmos hat sich 2022 was anderes ausgedacht: 24 Türchen beziehungsweise kleine Schachteln, die schlau machen sollen, und zwar auf unterhaltsame und spielerische Weise. Jeden Tag können die Kinder nämlich ein Experiment durchführen. Klappen die Versuche und haben die Kinder Spaß daran? Hier das Ergebnis unseres Familien-Checks.

Spoilerwarnung: Wir verraten ein paar Türchen, aber nicht, an welchem Tag sie kommen

Unsere Kalender-Kritik in der Kurzversion:

Das hat uns begeistert:

✔️ Schön bunt, kräftige Farben und hübsche Gestaltung mit den vielen einzelnen Boxen

✔️ Zumindest die Verpackung ist plastikfrei

✔️ Sehr abwechslungsreicher Kalender mit einigen wirklichen netten Experimenten

✔️ Viele der Experimente klappen auf Anhieb und sind schnell durchgeführt

✔️ Wirklich sehr süß ausgedacht, ohne erhobenen Zeigefinger

✔️ Produktwerbung für andere naturwissenschaftliche Sets wie Chemiekasten oder Mini-Roboter nur auf dem Eltern-Leitfaden

Das geht besser:

❌ Der äußere Rahmen ist etwas wackelig und hat Luft.

❌ Nicht alle Experimente haben auf Anhieb geklappt. Vielleicht lag’s an uns, aber trotzdem…

❌ Die Erklärungen hätten für uns zum Teil etwas ausführlicher sein können

Für wen ist es was:

Fans von „Wissen macht Ah“ bis Woozle Goozle ab 8 Jahren – und Eltern, die Yps gelesen und die „Knoff-Hoff-Show“ geguckt haben. Und die bereit sind, ein bisschen Zeit als „Laborassistenz“ für den täglichen Versuch zu investieren.

Wer hingegen chronisch unter Zeitnot leidet oder ein schnelles Geschenk will, kauft besser etwas anderes.

Check-Punkt 1: Der Preis des Kosmos-Experimentier-Adventskalenders

Mit 29,99 Euro unverbindlicher Preisempfehlung gehört der Experimentier-Kalender preislich eher zum Adventskalender-Mittelfeld. Wer ein bisschen vergleicht, kann ihn auch günstiger ergattern.

Wenn man den kompletten Inhalt des Kalenders auf dem Tisch ausbreitet, ist der erste Gedanke: ganz schön viele Plastik-Kleinteile und Krimskrams für das Geld. Zum Vergleich: Diesen Preis zahlt man auch für die Exit-Kalender aus dem Hause Kosmos, der sich großer Beliebtheit erfreut. Und den kann man nur einmal spielen, weil man dann die Lösung des Rätsels kennt. Und manchmal muss man dafür sogar Türchen-Inhalte oder Teile des Kalenders zerstören.

Beim Experimente-Kalender sind ebenfalls Gimmicks dabei, die man nur einmal erforschen kann oder die man aufbraucht. Für Eltern ein Segen: weniger Kleinkram im Haus, um den man herumputzen muss. Aber andere Inhalte des Experimentierkalenders sind auch mehrfach einsetzbar.

Was man wissen muss: Ein paar Dinge wie Essig oder Zitronensaft muss man selbst im Haus haben. Notfalls müsste man diese Experimentierzutaten rechtzeitig zukaufen. Ebenfalls gefragt sind eine Plastikschüssel, ein leerer Joghurtbecher oder leere Wasserflaschen. Trockene Zutaten wie Backpulver hätte der Hersteller aus unserer Sicht dem Kalender aber gern beipacken können. Kostet wenig und hätte reingepasst.

Die schönsten Experimente zur Weihnachtszeit - Kalender von Kosmos
Innendrin dann doch allerhand Plastik - eine Auswahl aus dem Inahlt. Was genau man damit machen kann - Überraschung!
Mireilla Zirpins, RTL News
Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Check-Punkt 2: Die Optik des Kosmos-Experimentier-Adventskalenders

Machen wir’s kurz: Uns haben die knalligen Farben der 24 kleinen Schachteln im nachtblauen Rahmen richtig gut gefallen. Die modulare Bauweise mit den herausnehmbaren Boxen, die im Rahmen gestapelt werden, finden wir schick, auch wenn man aufpassen muss, dass die anderen nicht herausplumpsen, wenn man eine entnimmt. Sehr weihnachtlich sieht der Kalender nicht aus. Wer aufdringlichen Engel-Glitzerkitsch nicht abkann, ist hier goldrichtig. Ansonsten einfach eine Lichterkette drumherum drapieren.

Apropos Rahmen: Der könnte ruhig stabiler sein, damit der Kalender auch von selbst steht. Wir haben das mit ein paar Klebestreifen gefixt. Noch schöner wäre natürlich, wenn man da nicht selbst Hand anlegen müsste. Aber alles in allem sieht der Kalender sehr schick aus.

Check-Punkt 3: Die Umweltbilanz des Experimente-Kalenders

Tornado in der Wasserflasche im Kosmos Adventskalender
Tornado in der Wasserflasche
Mireilla Zirpins, RTL News

Der Kalender kommt nur im Pappschuber, ganz ohne Plastikfolie. Und es gibt löblicherweise nicht das übliche Tiefziehteil aus Plastik für die Türchen. Auch die 24 Boxen sind aus Pappe – allerdings kein Recyclingmaterial. Dafür glänzen sie aber schön hochwertig dank einer Beschichtung. Die sorgt allerdings auch dafür, dass man sie nicht im Altpapier dem Wertstoffkreislauf zuführen kann.

In den Pappschachteln selbst wird soweit möglich erfreulicherweise auf Plastikbeutelchen verzichtet. Lediglich ein Pulver oder ein Spezialsand sind in Plastik eingeschweißt. Die Experimentiermaterialien wie Spritzen oder Schläuche sind jedoch meist aus Kunststoff gefertigt – wie vieles im Laborbedarf. Und Glas gehört nicht in Kinderhände.

Spoilerwarnung: Wir zeigen auf den Fotos ein paar Teile und erwähnen auch im Text Experimente. Natürlich sagen wir nicht, was in welchem Türchen steckt. Aber so viel sei hier schon verraten, falls Sie nicht weiterlesen: Insgesamt sorgt der Kalender für viel Interaktion und wir fanden die einzelnen Türchen abwechslungsreich. Kann man machen!

Check-Punkt 4: Der Inhalt - Vorsicht: Spoilerwarnung!

Was also ist drin im Experimentier-Adventskalender von Kosmos?

  • 24 kleine Experimente, die meist aus einem oder mehreren Gimmicks bestehen, mit denen man etwas erforschen kann. Ganz nebenbei lernt man dabei etwas über Physik oder Chemie, ohne dass man’s wirklich merkt oder es sich nach Schule anfühlt
  • Da rühren wir eine nicht-newtonsche Pampe an, geben einen pinkfarbenen Sand in ein Wasserglas und er wird tatsächlich nicht nass (zumindest am ersten Tag nicht). Und natürlich gibt es auch einen Selbstbau-Vulkan mit Essig und Natron, allerdings im Reagenzglas. Wir erzeugen einen Tornado in einer Wasserflasche – eins der Lieblingsexperimente unserer Testkinder (8 und 11). Genauso wie die Styroporkugel, die der Fön zum Schweben bringt. Unser Tipp: Hoch genug drüber halten, dann klappt es auch. Auch die Spritzen für den Hydraulik-Versuch und der Fallschirm kamen prima an, genauso wie ein Bild, bei dem der Moiré-Effekt den Eindruck von Bewegung erzeugt.
  • Die Türchen sind schön unterschiedlich, sodass man jeden Tag anders gefordert ist.
  • Es gibt ein Elternheft mit Kleingedrucktem und für die Kids in jedem Türchen eine Kurzanleitung, wenn man die Box auseinander nimmt. Das ist wirklich Material sparend.
  • Allerdings hätten die Erklärungen für uns persönlich zum Teil ausführlicher sein können – und gern auch in etwas größerer Schrift.
  • Einige Versuche haben uns nicht so vom Hocker gerissen, etwa die Qualle, die in der Flasche sinken sollte, bei uns aber weiter oben schwamm. Auch die „Erde in klein“, im Grunde eine Styroporkugel, um die man einen Weltkarten-Sticker klebt, fanden die Kinder etwas öde. Der Aufkleber lässt sich auch nur schwer anbringen – zumindest von Achtjährigen! Zudem war das die Kugel, die man so nett mit dem Fön zum Fliegen bringen konnte – die will man doch gar nicht bekleben.

Was man zusätzlich braucht: Dinge wie Schere, Fön, Faden, leere Flaschen und Joghurtbecher und ein paar Minuten Zeit für jedes Experiment. Auch Verbrauchsmaterialien wie Backpulver, Zitronensaft oder Essig sollte man als Eltern im Haus haben. Doch das schön kurze Elternheft sorgt dafür, dass man nicht mit leeren Händen dasteht.

Zeitaufwand: Gut fünf Minuten pro Experiment – plus ein bisschen Zeit zum Saubermachen sollte man nach einigen Experimenten einplanen. Aber allzu groß war die Sauerei bei uns nicht.

Hoch die Kugel - so bringen wir Styropor zum Schweben
Hoch die Kugel - so bringen wir Styropor zum Schweben
Mireilla Zirpins, RTL News

Fazit zum Experimentier-Adventskalender von Kosmos

Einen Kalender, bei dem man nicht in 24 Tagen die Chance der Kinder auf Karies erhöht – finden wir grundsätzlich schon mal prima. Wir mögen die Idee, die Kids auf spielerische Weise und ohne didaktischen Zeigefinger auf den Unterricht in den MINT-Fächern vorzubereiten. Da sind 24 kleine Häppchen ideal. Das kommt an bei den Kindern, auch wenn mal was nicht klappt.

Die Altersempfehlung ab 8 passt perfekt, denn die Kinder ab der zweiten, dritten Klasse können die Experimente meist mit nur wenig Hilfe durchführen. Und als Eltern kann man günstig testen, ob sich die Investition in einen Experimentierkasten zu Weihnachten lohnt.

Nicht alle Experimente klappen so einwandfrei – etwas mehr Erklärungen zu den physikalischen oder chemischen Gesetzmäßigkeiten hätten dem Ganzen aus unserer Sicht gut getan – aber sei’s drum.

Unser Fazit: Ein netter Spaß für die ganze Familie, denn wer matscht und experimentiert nicht gern? Und der Preis geht trotz des geringen Warenwert der Gimmicks in Ordnung – schließlich ist es wie bei Spielen oder Büchern: Man bezahlt weniger für den reinen Herstellungspreis, sondern dafür, dass jemand sich das ausgedacht hat.

(mzi)

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.