Tierpfleger: "Er fehlt uns jetzt schon"Ruh' in Frieden, Fluffy: Letzter Wolf im Zoo Hannover gestorben

Der letzte Timberwolf in Hannover
Fluffy wurde am 20.1.2022 im Erlebnis-Zoo Hannover eingeschläfert
RTL
von Franziska Starck

Er war der letzte seiner Art: Fluffy, ein Timberwolf im Erlebnis-Zoo Hannover. Nun heißt es: Abschied nehmen. Im hohen Alter von 15 Jahren und acht Monaten musste der Wolf am 20. Januar 2022 eingeschläfert werden. Dies sei „ein sehr stolzes Alter für einen Wolf“, daher sei schon länger klar, dass dieser Tag kommt. „Aber der Abschied fällt dennoch sehr schwer“, erzählt Tierpfleger Stefan Germann.

Fluffy hatte zuletzt Krampfanfälle

„Mit über 15 Jahren hatte Fluffy natürlich altersbedingte Gebrechen wie zum Beispiel Arthrose, die wir gut behandeln konnten“, erklärt Tierarzt Dr. Viktor Molnár. Im vergangenen Jahr kamen Krampfanfälle hinzu, von denen sich der Wolf aber immer wieder erholte. Doch der letzte hatte es anscheinend in sich. Fluffy erholte sich nicht mehr von den Schmerzen.

Fluffy und seine Geschwister wurden im Zoo geboren

Gasthaus Meyer im Erlebnis-Zoo Hannover
Seit 2005 leben Wölfe im Erlebnis-Zoo Hannover Foto: Holger Hollemann/Archiv
deutsche presse agentur

Fluffy war ein gebürtiger Hannoveraner. Am 12. Mai 2006 wurde er im Zoo geboren, vier Jahre später zog er mit seinen Brüdern Berny, Hagrid, Jack und Scarface in die Wolfsschlucht im sogenannten Yukon Bay. Das Rudel beeindruckte die Besucher im echten Wolfsstil, nämlich mit lang gezogenem Heulen.

Fluffys Brüder starben in den letzten beiden Jahren, ebenfalls im hohen Alter. Fluffy bekam daher besondere Aufmerksamkeit. DIe Tierpfleger verwöhnten ihn immer wieder mit Leckereien. Aber nicht nur zum Spaß: Hier versteckten sie Fluffys Medikamente.

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Senior Fluffy war gemütlich

Als Senior zeichnete Fluffy sich wohl vor allem durch seine gelassene Trägheit aus. „Er liebte die Sonne, er war im Alter etwas gemütlicher. Wie es für einen Seniorwolf wohl so üblich ist“, erinnert sich eine Mitarbeiterin. Auf seine alten Tage bekam er viele Freiheiten, so konnte sich der Senior aussuchen, ob er auf in der Wolfsschlucht laufen oder lieber hinter den Kulissen in seinem warmen Bau bleiben wollte.

Vor allem in den letzten Monaten kam der Zoo-Arzt regelmäßig zum Gesundheitscheck vorbei. Dem Wolf ging es dem Alter entsprechend gut, dennoch hätte man sich „lange auf den Abschied von Fluffy vorbereitet“, so ein Tierpfleger. Der Tod von Fluffy kam zwar erwartet, „aber er fehlt uns jetzt schon.“

Neues Wolfsrudel kommt noch 2022

Noch in diesem Jahr soll ein neues Rudel in die Wolfsschlucht einziehen. Einzelheiten will der Zoo auf Nachfrage aber nicht verraten. „Welche Art in die Anlage in Yukon Bay einziehen wird, bleibt vorerst ein Geheimnis“.