Tradition adé? Eltern und Kitas verlangen immer häufiger den Weckmann ohne Pfeife

Weckmann, Stutenkerl, Klausenmann, Grättimaa oder Dambedei - es gibt viele Namen für den traditionellen Hefeteigmann, der zu St. Martin und in der Adventszeit in Bäckereien verkauft wird. Ob mit oder ohne Rosinen, Mandeln oder Pfeife, die Leckerei gibt es in verschiedenen Varianten. Doch es gibt etwas, was vielen Konsumenten immer häufiger zum Dorn im Auge wird - nämlich die Tonpfeife! Aber warum bloß?
Debatte um die Tonpfeife
Eine Tradition gerät ins Wanken. Und zwar die des rauchenden Weckmanns. Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob der Weckmann seine Pfeife behalten sollte. Einerseits landet das Deko-Teil nach dem Kauf in den meisten Fällen direkt im Müll. Es ist also eine Verschwendung, die auch noch Geld kostet. Auf der anderen Seite empfinden viele Kunden den Hefemann mit Pfeife als schlechtes Vorbild. Andreas Schomaker, Bäcker vom Niederrhein, erklärt im Interview mit der NRZ: "Manche Eltern denken, dass das für ihre Kinder eine Anleitung zum Rauchen sei." Eltern oder auch Kindergartenbetreiber gehen daher auf Nummer sicher und greifen eher zum Weckmann ohne Pfeife.
Es gibt aber auch viele Stimmen, die an der Tradition festhalten wollen. Auch Bäcker Andreas Schomaker, wie er NRZ verrät: "Wir machen die Tonpfeifen gerne auf unsere Weckmänner, das gehört einfach dazu."
So kam der Weckmann an seine Pfeife
Aber woher kommt die umstrittene Tradition eigentlich? Ursprünglich sollte die Gebäckfigur einen Bischof mit einem Bischofsstab darstellen (je nach Brauch St. Nikolaus oder St. Martin). Die Tonpfeife kam Überlieferungen zufolge erst durch einen Zufall zum Weckmann.
So erklärt Bäckermeister Thomas Puppe der NRZ: "Es gibt ein Gerücht, wie aus dem Stab eine Pfeife wurde: Im 18. Jahrhundert gab es einen Bäcker, dem die kleinen Stäbe ausgingen. Er ging nebenan in den Tabakladen und stellte fest, dass die kleinen Pfeifen, wenn man sie verkehrt herum hält, fast genauso aussehen wie ein Bischofsstab. So kamen die Tonpfeifen auf das Gebäck."