Synovialsarkom: Tims (38) halbes Gesicht ist vom Riesen-Tumor entstellt
Kaum zu glauben, dass zwischen diesen beiden Bildern nur wenige Monate liegen. Tim McGrath leidet am sogenannten Synovialsarkom, berichtet die 'New York Post'. Der aggressive Tumor hat die komplette linke Gesichtshälfte des 38-Jährigen völlig entstellt.
"Als ich aufwachte, war ich schockiert"
Alles fing im Februar 2014 mit Schmerzen in seinem Kiefer an. Bei einem MRT entdeckten die Ärzte einen Tumor, so groß wie ein Ei. Diagnose: Synovialsarkom – ein bösartiger Weichteiltumor. Zunächst lehnte Tim einen chirurgischen Eingriff ab und verbrachte die folgenden Monate auf der Suche nach alternativen Behandlungsmethoden. Doch leider ist diese Art von Tumoren gegen viele Therapien resistent. Auch eine Chemotherapie konnte nicht helfen, so dass der Tumor weiter wuchs. Ende Mai 2015 war er bereits doppelt so groß und Tim brauchte einen Luftröhrenschnitt, um atmen zu können. Und weil der Tumor bereits in seinem Mund weiter gewachsen war, musste er auch künstlich ernährt werden.
Was dann folgte, war eine Odyssee aus Bestrahlung, Operationen und langen Krankenhausaufenthalten. "Hohe Strahlungsdosis ließ den Tumor schrumpfen (…) und schließlich bekam ich meinen Mund zurück und konnte kleine Bissen essen“, erzählt McGraths. Nach der Bestrahlung kam er im Oktober 2015 ins Krankenhaus, wo in einer 30-stündigen Operation Gewebeteile entfernt wurden und sein Gesicht rekonstruiert wurde. Vor dem Eingriff sagten ihm die Ärzte, dass er im schlimmsten Fall sein linkes Auge und linkes Ohr verlieren würde. "Ich glaubte nicht, dass das nötig sein würde", erzählt McGraths. Doch leider war das nötig und nicht nur das: "Als ich aufwachte, war ich schockiert". Die Chirurgen mussten Teile der Rückenmuskeln und eine Rippe entfernen, ebenso wie einen Teil der Schulter und des Schulterblatts. Damit sollte sein Gesicht wieder aufgebaut werden.
Doch Tim musste einen Rückschlag erleben: Sein Körper stieß die transplantierten Gesichtsteile ab und kämpfte mit Infektionen. Eine schwere Zeit für den jungen Mann: "Es gab so viele Momente, in denen ich aufgeben wollte. Und manchmal war es schwierig, die Kraft zu finden, weiterzumachen". Im April 2016 beschloss McGrath, sich in die Hände von Dr. Kongkrit Chaiyasate zu begeben. Ein Top-Chirurg, von dem ihm ein Freund erzählte.
Mittlerweile hat Tim 20 Operationen hinter sich, fünf davon von Dr. Chaiyasate durchgeführt. Der Chirurg will nun, dass er einen Jahr lang Pause macht, um neue Kraft zu sammeln. Und auch wenn seine Behandlung noch nicht zu Ende ist, hat er jetzt das Vertrauen in sich gefunden, seine Geschichte zu teilen: "Und wenn meine Reise anderen um mich herum zum Glück verhelfen kann, dann verstehe ich wirklich, warum ich gewählt wurde, diesen Weg zu gehen."
Tückische Erkrankung Synovialsarkom
Synovialsarkom ist ein aggressiver Weichteiltumor, der meist eine ungünstige Prognose hat. Drei von zehn Patienten sind in der Regel Kinder und Jugendliche. Am häufigsten treten diese Tumore an Beinen und Armen auf – vor allem in der Nähe der großen Gelenke. Im Kopf-Hals-Bereich bricht diese Erkrankung nur in fünf Prozent der Fälle aus.
Eine optimale Therapie gibt es für das Synovialsarkom noch nicht. Ob eine Chemotherapie helfen kann, ist noch unklar. Der Fokus der Behandlung liegt darin, den Primärtumor chirurgisch zu entfernen mit der anschließenden Bestrahlung.