Die Neuronen sind schuld

Studie: Darum vergeht die Zeit schneller, wenn wir Spaß haben

Mit der besten Freundin rast die Zeit an uns vorbei - weil es Spaß macht.
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22. September 2020 - 13:32 Uhr

Wieso ist das Zeitempfinden so unterschiedlich?

Immer wenn es am schönsten ist, rast die Zeit förmlich an uns vorbei. Unangenehme Termine hingegen vergehen gefühlt gar nicht. Nervig! Doch warum ist das eigentlich so? Forscher der University of California, Berkeley, haben nun herausgefunden: Neuronen in unserem Gehirn sind schuld.

Auch Neuronen werden müde

Konkret bedeutet das laut der im "Journal of Neuroscience" veröffentlichten Studie, dass bestimmte Neuronen in unserem Gehirn (im Gyrus supramarginalis, einer Windung der Großhirnrinde) müde werden, wenn sie wiederholt über längere Zeit einem bestimmten Reiz ausgesetzt werden. Während diese Neuronen müde sind, arbeiten die Neuronen in anderen Teilen unseres Gehirns jedoch weiter. Die Folge: Unsere Wahrnehmung ist verzerrt.

Studie mit 18 Teilnehmern

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie Hirn-Scans von 18 Männern und Frauen im Alter von 18-27 Jahren untersuchten. Den Teilnehmern der Studie wurde zunächst 30-mal für eine bestimmte Zeit ein grauer Kreis gezeigt. Anschließend wurde ihnen ein Testreiz für unterschiedlich lange Zeit gezeigt, bei dem sie erraten sollten, wie lange dieser dauerte.

Das verblüffende Ergebnis: Wurde der graue Kreis über einen längeren Zeitraum auf dem Bildschirm angezeigt, unterschätzten die Teilnehmer die Dauer des zweiten Reizes eher. Während sie die Dauer des zweiten Reizes eher überschätzten, wenn der graue Kreis nur kurze Zeit andauerte.

Bei Langeweile vergeht die Zeit langsamer

Das Fazit der Studie: Die Teilnehmer, denen der graue Kreis über einen längeren Zeitraum angezeigt wurde, langweilten sich schneller, ihre Neuronen wurden müde, ihre Zeitwahrnehmung war darum verzerrt und die Zeit kam ihnen länger vor.

Die Teilnehmer, denen der graue Kreis kürzer angezeigt wurde, langweilten sich nicht so schnell und die Zeit verging schneller. Wie wir die Realität wahrnehmen, liegt der Studie zufolge also an den Neuronen in unserem Gehirn.