RTL News>Geld>

Spritpreise auf Rekordhoch: Diesel noch teurer als Benzin - Kaufen Leute jetzt Heizöl?

ADAC teilt höhere Kosten für Autofahrer mit

Spritpreise: Diesel überholt Benzin

ARCHIV - 05.02.2022, Brandenburg, Seelow: An einer Tankstelle in Seelow in der N
Preis-Schock an der Tankstelle (Motivbild)
cgt vco, dpa, Christophe Gateau

Diesel ist teurer als Benzin: Bundesweit kostete ein Liter Super E10 am Sonntag im Durchschnitt 1,965 Euro, wie der ADAC am Montag mitteilte. Diesel war sogar noch zwei Cent teurer als Super und stieg auf 1,984 Euro.

Warum ist Diesel teurer als Benzin? „Das ist eigentlich saisonuntypisch"

Dass Diesel derzeit teurer als Super E10 ist, liegt nach Einschätzung des ADAC an der im Moment sehr hohen Nachfrage nach Heizöl. „Das ist eigentlich saisonuntypisch aber offenbar kaufen die Leute derzeit Heizöl, weil sie nicht wissen, wie es im kommenden Winter wird“, erklärte ein ADAC-Sprecher in München.

Mit einem Käuferstreik an den internationalen Energiemärkten begründete Hans Wenck, Geschäftsführer des Außenhandelsverbandes für Mineralöl und Energie (AFM+E), dass die Dieselpreise in Deutschland stärker als die Benzinpreise steigen. "Knapp ein Drittel des Diesels importiert Deutschland aus Russland", sagte Wenck der „Mitteldeutschen Zeitung“ am Freitag.

Im vergangenen Jahr habe Deutschland 34,7 Millionen Tonnen Diesel verbraucht, etwa acht bis zehn Millionen Tonnen davon seien über Tanker aus Russland importiert worden, erklärte Wenck weiter. Wegen eines hohen Dieselverbrauchs ist Deutschland - anders als bei Benzin - auf Diesel-Importe angewiesen.

Im Video: Kostensteigerung für Verbraucher durch Ukraine-Krieg

Entspannung ist nicht in Sicht: Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland hat die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben. Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um bis zu knapp 18 Prozent auf 139,13 Dollar und lag damit in der Nähe des Rekordniveaus von fast 150 Dollar aus dem Sommer 2008. Damit beschleunigte sich der Anstieg des Ölpreises der vergangenen Tage.

US-Außenminister Antony Blinken hatte zuvor wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. (dpa/ swi)

So viel werden wir Verbraucher draufzahlen müssen Kostensteigerung durch Ukraine-Krieg
02:34 min
Kostensteigerung durch Ukraine-Krieg
So viel werden wir Verbraucher draufzahlen müssen

30 weitere Videos