"Effekt wie bei Kokain"

So süchtig macht Fortnite unsere Kinder

24. Mai 2019 - 18:45 Uhr

Schon Grundschüler kämpfen täglich ums Überleben

In vielen Kinderzimmern wird täglich ums Überleben gekämpft: Stundenlang zocken schon Grundschüler das beliebte Spiel Fortnite. Eltern sind kaum in der Lage, ihre Kinder vom Computer ins reale Leben zu bekommen. Im Video erklärt ein Mediensucht-Experte, warum das Spiel abhängig machen kann.

Darum geht es bei Fortnite

Die Spielidee von Fortnite ist recht einfach. Bei Fortnite werden 100 Spieler auf einer Insel ausgesetzt und auf einer Landkarte verteilt.  Wer am Ende übrig bleibt, gewinnt die Spielrunde.

Dabei wird aber nicht nur gekämpft. Um bei dem Spiel eine Gewinnchance zu haben, müssen die Fortnite-Spieler strategisch vorgehen. Auf der Insel können die Spieler Gegenstände einsammeln und Gebäude errichten.

Das Spiel ist offiziell ab 12 Jahre freigegeben. Trotzdem lassen viele Eltern auch jüngere Kinder Fortnite zocken, weil die Figuren nicht real aussehen, sondern eher wie Comicfiguren.

Kinder und Jugendliche spielen Fortnite besonders gerne nach der Schule mit ihren Freunden. Über Kopfhörer mit Mikrofonen, Headsets, kann man sich Kommandos geben und auch richtig aufregen.

Anzeichen für Spielesucht

Möchte das Kind nur noch Computer spielen und ist damit auch noch ein plötzlicher Leistungsabfall in der Schule verbunden, dann könnte das bereits ein Anzeichen für aufkommende Spielesucht sein.

Wie heftig die Ausmaße der Spielesucht sein können, zeigt ein Fall aus Asien. Der 13-jährige Carlito musste von seiner Mutter gefüttert werden, weil er sich nicht vom Computerspiel loslösen konnte.

Diese Regeln sollten Eltern mit ihren Kindern vereinbaren

  • Eltern sollten Interesse zeigen. Was interessiert mein Kind an dem Spiel?
  • Bedenken klar äußern, zum Beispiel das Thema Gewalt. Ein offenes Gespräch zwischen Eltern und Kinder kann Eskalationen vermeiden.
  • Spielzeiten im Vorfeld konkret festlegen. Die Spielzeit muss dabei nicht in Minuten oder Stunden festgelegt werden. Bei Fortnite zum Beispiel sollten mit den Kindern lieber Spielrunden ausgehandelt werden.
  • Stoßen Eltern an die Grenzen ihrer Erziehungsmöglichkeiten, sollten Suchtfaktoren erörtert werden. Hilfe für suchtgefährdete Kinder und Jugendliche bieten Beratungsstellen wie die Fachstelle für Mediensucht return an.