So kommen Ihre Spenden auch wirklich an

29. Juli 2015 - 16:19 Uhr

So finden Sie einen seriösen Verein

Auch nach der Weihnachtszeit sitzen die Scheine bei den Deutschen meist etwas lockerer – und wandern gern in die Sammelbüchse von Spendenorganisationen. Das ist auch sehr löblich. Doch nicht alle Spendensammler führen wirklich nur Gutes im Schilde. Daher sind einige wichtige Punkte zu beachten. Es ist nicht ganz einfach, einen wirklich seriösen Verein zu finden, doch es gibt viele Wege, um sicherzustellen, dass man sein Geld den Richtigen gibt.

Zunächst mal Regel Nummer eins: Spenden Sie freiwillig. Keine seriöse Organisation wird Sie zu einer Geldspende drängen. Sobald Sie also beispielsweise in der Fußgängerzone genötigt werden oder Bittsteller arg auf die Tränendrüse drücken, schalten Sie auf stur. Diesen Menschen geben Sie bitte kein Geld. Selbst wenn die Spende tatsächlich einen seriösen Verwendungszweck haben sollte, so geht es nicht. Das gehört sich einfach nicht und das müssen die Geldsammler spüren.

Auch emotionaler Druck sollte Sie nicht weich klopfen. Wenn mitleiderregende Fotos gezeigt werden, ist Skepsis angesagt. Das haben seriöse Organisationen nicht nötig. Wichtig sind die Inhalte der Projekte. Deshalb - wenn Sie Fotos sehen - werden ordentlich arbeitende Vereine auch Bilder von der normalen Projektarbeit zeigen, beispielsweise von neu gebauten Räumlichkeiten.

Auch kleine Vereine verdienen eine Spende

Sie müssen nicht den großen Organisationen spenden. Es gibt immens viele kleine unterstützenswerte Vereine. Bei den großen Organisationen geht von ihrer Spende immer ein Teil in die meist ebenso große Verwaltung. Zudem ist das Missbrauchsrisiko da, wo viele Menschen arbeiten, größer als bei kleinen, ehrenamtlich geführten Vereinen.

Ob große Organisation oder kleiner Verein: Wichtig ist, dass deutlich wird, wofür das Geld verwendet wird. Entweder die Sammler können es Ihnen persönlich wirklich gut erklären oder sie haben vernünftige Flyer, aus denen der Verwendungszweck eindeutig hervorgeht. Zudem sollten die nötigen Informationen auch auf den Websites der Vereine aufgeführt sein.

Manche Menschen denken, dass Sachspenden vielleicht die bessere Wahl seien, weil Missbrauch bei Sachspenden schwieriger ist. Doch Sachspenden haben einen entscheidenden Nachteil: Die Transportwege kosten Geld, ein Geldtransfer aber nicht. Außerdem sind im Zielland die Gegenstände meist billiger zu besorgen als in Deutschland. Geld ist außerdem wesentlich flexibler einzusetzen. Insofern ist Geld tatsächlich die bessere Wahl.

Seien Sie vorsichtig, wenn Sie auf der Straße einem Verein beitreten sollen. Eine seriöse Mitgliederwerbung läuft nicht über eine Unterschrift in der Fußgängerzone ab. Seriöse Organisationen werden Ihnen auf der Straße viele Informationen über den Verein und die Zielprojekte geben. Dann wird man Ihnen einen Flyer in die Hand drücken, der weitere Informationen wie die Internet-Adresse enthält. Auf der Website gibt es dann einen Mitgliedsantrag zum Download.

Größere Organisationen werden einen Jahresabschlussbericht auf ihrer Website haben. Dies dürfen Sie bei kleinen Vereinen nicht erwarten. Denn die werden meist ehrenamtlich geführt und ein Jahresabschlussbericht bedeutet einen erheblichen Verwaltungsaufwand.

Auch per Brief und E-Mail wird um Spenden gebeten. Hier ist es schwer, die Seriosität nachzuprüfen. Auch hier hilft ein Blick auf die Website. Spenden Sie nur Geld an eingetragene Vereine, die Sie am Kürzel e.V. erkennen. Denn dann haben die Vereine beim Finanzamt ihre Gemeinnützigkeit bewiesen.

Ein offizielles Spendensiegel wird vom Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) herausgegeben: Es ist ein Kranz aus zwölf Sternen. Das Siegel wird jeweils für ein Jahr vergeben. Dann erfolgt eine neue Überprüfung. Das DZI gibt aber auch Auskunft zu Organisationen ohne Spendensiegel. Einfach Ihre Frage zur Spendenorganisation mit der genauen Bezeichnung per Post oder E-Mail an das DZI, Bernadottestr. 94, 14195 Berlin, Internet: www.dzi.de, schicken.