Grundregeln für umweltbewusste Fashion-Fans

Slow Fashion: 5 Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit Kleidung

Slow Fashion steht für Nachhaltigkeit in der Mode
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28. Februar 2020 - 9:47 Uhr

Slow Fashion vs. Fast Fashion: Eine Definition

Schnelllebigkeit, billige Produktion und neue Trends im Wochenrhythmus – das ist die sogenannte "Fast Fashion". Doch die rasante Herstellung geht mit schwerwiegenden ökologischen und gesundheitlichen Folgen einher: Zum Beispiel der Abholzung von Regenwäldern, dem Anbau genveränderter Baumwolle unter Pestizideinsatz und hohem Wasserverbrauch. Am Ende gewinnen nur die industriellen Modemarken. Das entschleunigte Gegenstück zu dieser zerstörerischen Mode nennt sich "Slow Fashion" – und tritt der schnelllebigen Modeindustrie durch einen bewussten, ökologischen, langlebigen und ethisch vertretbaren Umgang mit Kleidung entgegen. Umweltschützer, Blogger und Buch-Autor Christoph Schulz ("Nachhaltig leben für Einsteiger"*, mvg-Verlag) brennt für das Thema Nachhaltigkeit und stellt hier fünf wichtige Grundregeln der langsamen Mode vor, mit denen wir uns, unseren Mitmenschen und der Umwelt etwas Gutes tun.

1. Aussortieren und Vorhandenes wertschätzen

Autor Christoph Schulz
Autor Christoph Schulz aus Berlin ist als Blogger und Umweltschützer aktiv
© mvg-Verlag

Je mehr man besitzt, desto weniger schätzt man die einzelnen Kleidungsstücke – und umgekehrt. Der Ansatz der Slow Fashion ist, grundsätzlich minimalistischer zu denken, Überflüssiges auszusortieren, zu verkaufen oder zu verschenken. Pullover, Hosen, Shirts und andere Lieblingsstücke bleiben erhalten und werden bewusst gepflegt, damit man möglichst lange etwas von ihnen hat.

2. Besser kombinierbare Kleidungsstücke bevorzugen

Die sogenannte "Capsule Wardrobe" beschreibt, dass man vermehrt zeitlose Kleidungsstücke besitzt, die gut mit anderen kombinierbar sind. Auf diese Weise haben Sie viele Outfits aber gar so viele Einzelstücke im Schrank. Ein überschwänglicher Shopping-Kaufrausch wird durch diese Einstellung beispielsweise unwahrscheinlicher.

3. Gebraucht kaufen und verkaufen

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Slow Fashion grundsätzlich versucht, einen Neukauf von Kleidungsstücken zu vermeiden. Ein löchriger Pullover lässt sich zum Beispiel meistens sehr gut noch reparieren – oder eben durch den Second-Hand-Kauf und -Verkauf. Das ist günstiger und ressourcenschonender, da der Pullover nicht neu hergestellt werden muss. Und wenn Ihnen ein eigenes Kleidungsstück nicht mehr gefällt, können Sie es genauso bequem über Portale wie eBay-Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel verkaufen und anderen den Neukauf ersparen.

4. Wenn Neukauf, dann auf Siegel achten

Falls sich ein Neukauf nicht mehr vermeiden lässt, können Sie sich von Umweltsiegeln leiten lassen. Federführend ist zum Beispiel das IVN-Best-Siegel für Naturtextilien, dass die gesamte Lieferkette vom landwirtschaftlichen Anbau der Fasern bis zum fertigen Pullover unter Nachhaltigkeitsaspekten auszeichnet. Auch das GOTS-Siegel oder OEKO-TEX sind ein wichtiger Hinweis für die nachhaltige Herstellung von Kleidung.

5. Qualität statt Kurzlebigkeit

Grundsätzlich sollten Sie Abstand von kurzlebigen Billig-Stücken nehmen, da sie im Regelfall nicht fair und nachhaltig produziert und zudem schnell unbrauchbar werden. Um diese Ressourcenverschwendung im Vorhinein auszuschließen, lohnt es sich, lieber etwas mehr zu investieren und sich dafür aber langfristig an den Kleidungsstücken zu erfreuen.

Am Ende ist die Slow Fashion ein sparsamer aber wertvoller, nachhaltiger Ansatz zur Lösung der Umwelt- und Gesellschaftsprobleme, die mit der schnelllebigen Modewelt einhergehen.

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