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Schülerin erfindet Handschuh, mit dem Blinde auf dem Handy schreiben können

"Schuld" war ein aufmerksamer Lehrer

Schülerin erfindet Handschuh, mit dem Blinde auf dem Handy schreiben können

Emma Schiller zeigt auf der Ideenexpo in Hannover ihre Erfindung.
Emma Schiller zeigt auf der Ideenexpo in Hannover ihre Erfindung.
rtl nord

von Jessy Siodlaczek und Alena Akcay

Eigentlich wollte die Abiturientin nur eine Möglichkeit finden, um auch im Unterricht Whatsapp-Nachrichten schreiben zu können. Heraus kommt dabei eine vielleicht bahnbrechende Erfindung für Blinde.

Geistesblitz im Unterricht

Der Handschuh für Blinde im Einsatz.
Der Handschuh für Blinde im Einsatz.
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Emma Schiller ist 17 Jahre alt. Der Anfang ihrer persönlichen Erfolgsgeschichte ist eine ganz normale Unterrichtsstunde. „Ich saß sehr weit vorne leider und der Lehrer war sehr aufmerksam leider und ich dachte, wie cool wäre das, hinter meinem Rücken einfach so antworten könnte“, erzählt sie im Gespräch mit RTL Nord. Später kommt ihr dann die Idee, damit anderen Menschen zu helfen. „Da es quasi für blinde Menschen nur die Möglichkeit gibt Nachrichten einzugeben entweder mit einer Tastatur oder per Sprachaufnahme mit Voice to text. Wenn du ein Passwort eingeben möchtest, das geht ja gar nicht du kannst ja gar nicht laut und öffentlich dein Passwort sagen. Die Handschuhe sind mobil. Die kannst du einfach einstecken“, erzählt die Abiturientin von der Technikschule aus Oldenburg.

Erfindung soll groß rauskommen

Die Buchstaben der Blinden-Schrift werden mithilfe einer Handschuhs übertragen und mit Bluetooth übermittelt.
Die Buchstaben der Blinden-Schrift werden mithilfe einer Handschuhs übertragen und mit Bluetooth übermittelt.
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Grundlage des Handschuhs ist die Blindenschrift, die sogenannte Braille-Schrift. Die hat Emma Schiller in Fingerkombinationen übersetzt, diese werden mithilfe der Handschuhe per Bluetooth zum Beispiel an einen Computer gesendet und erscheinen dort als Schrift. Auf der Ideenexpo in Hannover wird der Handschuh im Rahmen eines Schülerwettbewerbs gezeigt und kommt schonmal sehr gut an: „Wenn man die Handschuhe öfter ausprobiert hat und gut geübt ist, ist das eine gute Alternative“, so Obada Dahdal. Er selbst hat nur noch wenig Sehkraft und nutzt für sein Smartphone unter anderem die Sprachsteuerung.

Auch wenn die Schulzeit für Emma Schiller mit dem Abitur jetzt vorbei ist, möchte sie trotzdem weiter an dem Handschuh arbeiten und ihre Idee groß rausbringen. „Den Handschuh auf den Markt zu kaufen, wäre mega krass. Jeder Nerd träumt davon, irgendwann mal eine Erfindung zu haben, die es später zu kaufen gibt“, sagt Emma Schiller stolz.