Rocky, Rush und Co.

RTL-Redakteure empfehlen: Die besten Sportfilme gegen Corona-Langeweile

Sylvester Stallone kehrt als Boxer Rocky zurück
© picture-alliance/ dpa, Bert Reisfeld

22. März 2020 - 11:34 Uhr

Filmtipps gegen den Corona-Blues

Machen wir uns nichts vor: Die Sportwelt steht wegen der Corona-Pandemie still - und das schmerzt richtig. Kein Stadionerlebnis, kein Sport im Live-TV - nada. Trotzdem kann Sport-Junkies geholfen werden. In Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und 'Social Distancing' lässt sich gemütlich die Watch-Liste abarbeiten. RTL-Redakteure haben für den nächsten Filmabend (oder -mittag bzw. -morgen) ihre Lieblings-Sportfilme gesammelt. Viel Spaß beim Gucken!​

Rocky (1976 - 2018)

Achtung, Klassiker-Alarm. In der achtteiligen Film-Serie geht es um den Boxer Rocky Balboa (Sylvester Stallone), der sich aus ärmlichen Verhältnissen nach oben kämpft. Der amerikanische Traum eben. Rocky kämpft gegen Ängste, erleidet Rückschläge, aber gewinnt. Rocky ist mit den einfachen Dingen im Leben zufrieden. Das kommt ihm zugute, als seine Welt plötzlich zusammenbricht. Wer alte Streifen nicht mag, kann bei den letzten beiden Filmen (Creed I und Creed II) einsteigen, in denen Rocky Adonis Creed (Michael B. Jordan) dem Sohn seines ehemaligen Rivalen Apollo Creed ganz nach oben hilft.

Coach Carter (2005)

Die Richmond Highschool ist eine Schule in einem Poblembezirk. Die Jungs aus dem Basketball-Team haben zwar Talent, aber keinerlei Disziplin. Entsprechend mies sind sie auf dem Court. Dann übernimmt Coach Cater (Samuel L. Jackson) das Traineramt an der Schule, an der er selber spielte. Er lässt die Jungs Verträge unterschreiben - und ab geht die Post. Die Richmond High spielt ihre Gegner in Grund und Boden. Aber dann gibt es Probleme.

Pumping Iron (1977)

Pumping Iron erzählt die Geschichte des jungen Arnold Schwarzeneggers und anderer Bodybuilder, die sich auf Wettbewerbe vorbereiten. In Dialogen berichtet Schwarzenegger, was ihn erfolgreich gemacht hat. Wenn es sein musste, war er ein Schlitzohr. Eine Zeitreise in das kalifornische Lebensgefühl der 70er.

Ikarus (2017)

Was als offenbar locker-luftiger Selbstversuch des Hobby-Radlers und Filmemachers Bryan Fogel beginnt, entpuppt sich schnell als fesselnder Enthüllungsfilm, der ganz weite (Staats-)Kreise zieht. Plötzlich geht es um Doping bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. Die Doku bietet großes Kino: Schurken, Wendungen, Kronzeugen. Teilweise wirkt es so, als liege dem Film ein krasses und unrealistisches Drehbuch zugrunde – tut es aber nicht. Die Realität schreibt mal wieder die spannendsten Geschichten. Wer gerne hinter die Kulissen blickt und mehr über das ausgefeilte Dopingsystem wissen will, ist hier genau richtig. Völlig zurecht erhielt der Streifen 2018 einen Oscar als bester Dokumentarfilm.

White Men can't jump (dt. Weiße Jungs bringen's nicht, 1992)

White men can't jump
Woody Harrelson und Wesley Snipes zocken um Geld
© imago

Die 90er sind zurück – zumindest in diesem Film. Zu große Shirts, bunte Tank-Tops, umgedrehte Schirmmützen und Basketball-Trash-Talk. Dabei geht es in der Handlung nicht nur um Basketball, sondern auch um Freundschaft, Beziehungen und Verrat – der ganz normale Wahnsinn eben.
Selten findet man so ein dynamisches Duo wie den jungen Wesley Snipes und Woody Harrelson, die im Gespann als Sidney Deane und und Billy Hoyle für Kohle gegen andere Jungs auf dem Streetcourt zocken und die anderen meistens abziehen. Der moderne Sport-Klassiker liefert perfekte Zerstreuung und einen wummernden Hip-Hop-Soundtrack.

Nowitzki. Der perfekte Wurf (2014)

Dirk Nowitzki ist eine Sport-Legende, nicht nur in Deutschland, nicht nur in den USA – auf der ganzen Welt. Das verdeutlicht dieser Dokumentarfilm, der einmal mehr die Akribie und harte Arbeit des 2,13-Meter-Riesen offenlegt und sich auf die Spur des legendären Nowitzki-Wurfs begibt.  Spannende Einblicke gewähren die Interviews mit Mentor und Trainer Holger Geschwindner, Ehefrau Jessica oder ehemaligen Gegenspielern, wie dem kürzlich verstorbenen Kobe Bryant. Knapp ein Jahr nach dem letzten Spiel wird klar: Dirk fehlt. Da hilft nur: Weitergucken!

Die Indianer von Cleveland (1989)

Als der langjährige Teamchef der Baseballmannschaft Cleveland Indians stirbt, erbt die eingebildete Rachel Phelps das Team. Um mit dem Team nach Miami umziehen zu können, will sie die Stadtverwaltung zwingen, die Baseballmannschaft aufzulösen. Das erreicht sie jedoch nur, wenn das Team oft genug verliert und daraus ein niedriger Zuschauerschnitt resultiert. Doch es kommt anders.

Le Mans 66 (2019)

Mit Matt Damon und Christian Bale in den Hauptrollen ist schon allein die Besetzung locker oscarreif. Doch auf gar keinen Fall sind die großen Namen ein Hindernis für die unfassbare Geschichte aus dem Jahre 1966. Das nacherzählte Duell zwischen Ford und Ferrari wird auf und neben der Strecke so gut erklärt, dass auch ein Motorsport-Laie ohne Vorwissen mitfiebern kann. Auf überragende Art und Weise schaffen es die Macher, die Atmosphäre des Films zu übermitteln in einer Zeit, in der jeder Fahrfehler des Piloten den Tod bedeuten hätte können. Diese grandiose Leistung wurde völlig berechtigt mit zwei Oscars belohnt.

Cool Runnings (1993)

Derice Bannock ist einer der besten Kurzstreckenläufer Jamaikas und träumt von nichts mehr, als sich für die Olympischen Spiele in Seoul zu qualifizieren. Im entscheidenden Rennen stürzt jedoch sein Konkurrent Junior Bevil und bringt sowohl Derice als auch den stämmigen Yul Brenner zu Fall.
Enttäuscht von der verpatzten Qualifikation, erfährt Derice im Büro des Jamaikanischen Olympischen Komitees, dass ein ehemaliger erfolgreicher Bobfahrer auf der Insel lebt. Der ehrgeizige Derice möchte weiterhin bei den Olympischen Spielen teilnehmen, wenn nicht bei den Sommerspielen, dann bei den Winterspielen in Calgary.

Raging Bull (dt: Wie ein wilder Stier, 1980)

Robert de Niro glänzt in diesem Meisterwerk von Martin Scorsese in der Rolle von Box-Legende Jake LaMotta. Komplett in schwarz-weiß gehalten zeichnet der Film die Karriere des 'Bullen aus der Bronx', der dem großen Sugar Ray Robinson dessen erste Pleite zufügte. Neben LaMottas Wirken im Ring geht es vor allem um die privaten Abgründe des Mittelgewichts-Champions. De Niro wurde für die eindringliche Darstellung mit dem Oscar ausgezeichnet. Als Nebendarsteller glänzt Joe Pesci in der Rolle von LaMottas Bruder und Manager.

Rush - Alles für den Sieg (2013)

Daniel Brühl in Rush
Daniel Brühl als Niki Lauda
© imago

Ein Pflichtprogramm für Formel-1-Fans. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte - dem unerbittlichen Konkurrenzkampf zwischen Niki Lauda und James Hunt. Im Mittelpunkt steht dabei die Saison 1976, als Lauda seinen tragischen Feuer-Unfall auf dem Nürburgring knapp überlebt und nur 42 Tage später mit seinem Ferrari beim Rennen in Monza wieder an den Start geht. Gänsehaut-Szenen. Mitreißend erzählt Regisseur Ron Howard, ausgezeichnet mit einem Oscar, die Rivalität zweier ganz Großer der Königsklasse. Daniel Brühl als Lauda und Chris Hemsworth als Hunt nehmen den Zuschauer mit an die Rennstrecken der 70er Jahre.

Klitschko (2011)

Das preisgekrönte Doku-Drama von Regisseur Sebastian Dehnhardt bringt dem Zuschauer nicht nur die außergewöhnliche Verbundenheit der beiden Schwergewichts-Weltmeister Vitali und Wladimir Klitschko nahe, es serviert auch unvergessliche Szenen aus legendären Boxkämpfen der beiden Brüder mitten ins Wohnzimmer. Von den Anfängen in der Ukraine bis zum millionenschweren Faust-Spektakel im Seilgeviert – einfühlsam und bildgewaltig schildert Dehnhardt die Geschichte zweier 'Besessener' auf dem Weg zum Box-Olymp. Nie war man den Herren der Ringe näher. Man muss kein Box-Biograph oder -Fan sein, um sich von diesem Meisterwerk in den Bann bzw. Ring ziehen zu lassen.

Kick it like Beckham (2002)

Wie der Titel schon verrät, geht es in "Kick it Like Beckham" um das englische Fußballidol David Beckham. Die 17-jährige Jess ist großer Fan des zweifachen Weltfußballers und träumt davon, neben ihrem Vorbild zu spielen. Um zu trainieren, schleicht sie sich heimlich auf den Bolzplatz. Das große Problem: Ihre traditionellen indischen Eltern sind nicht gerade begeistert vom Hobby ihrer Tochter.

Moneyball (2011)

Moneyball 02
Ein Mann für die Statistiken: Brad Pitt als Billy Bean.

Brad Pitt schlüpft in "Moneyball" in die Rolle von Billy Bean. Der Teammanager möchte sein Baseballteam, die Oakland Athletics, zur Meisterschaft führen und das, obwohl die meisten Topspieler des Clubs die Mannschaft nach der überraschend erfolgreichen Saison verlassen haben und nicht genügend Geld für neue Stars vorhanden ist. Beans Lösung: Spielstatistiken. Ein Spielfilm für alle Fans von Zahlen, der außerdem auf wahren Begebenheiten beruht.

Zidane – A 21st Century Portrait (2006)

In Sachen Technik, Bildsprache und Musik hob sich dieses Porträt von Zinedine Zidane schon damals von vielen anderen Sport-Dokus ab. Und auch heute noch sucht diese extravagante Hommage an den heutigen Trainer von Real Madrid in ihrer funkelnden Monotonie ihresgleichen. Wie die Kunst beschreiben, mit der der Franzose den Ball umschmeichelte, liebkoste und mit jeder auch noch so kleinen Aktion in eine Perle göttlicher Kraft verwandelte? Am besten mit Kunst. Nichts anderes ist diese filmische Verneigung der Regisseure Douglas Gordon und Philippe Parreno vor einer der schillerndsten Fußball-Persönlichkeiten der Geschichte. Beim Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Villarreal am 23. April 2005 sind 17 Kameras synchron nur auf Zidane gerichtet. Bizarr-wohlig untermalt durch Klänge der experimentellen Post-Rock-Band Mogwai, ist dieser Film ein einziger Rausch für die Sinne und einzigartiges Manifest für die Schönheit des Fußballs.

Victory (dt. Flucht oder Sieg, 1981)

Sylvester Stallone dieses Mal nicht als Boxer, sondern als Torwart einer Fußballmannschaft amerikanischer und britischer Kriegsgefangener im von den Nazis besetzten Frankreich. Die Gefangenen spielen in Paris gegen eine Wehrmachtself, die Deutschen wollen das Match zu Propagandazwecken nutzen. Was sie nicht wissen: US-Captain Robert Hatch (Stallone) hat mit Vertretern der französischen Résistance einen Fluchtplan ausgeheckt. In der Halbzeitpause wollen die Gefangenen türmen. Fußballerisch anspruchsvolle Szenen gibt's dank der Gastauftritte von Pelé und Bobby Moore.

Cinderella Man (Das Comeback, 2005)

James Braddock (Russell Crowe) bringt es in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts in New York als Boxer zu Wohlstand. Doch dann trifft Braddock wie viele seiner Landsleute die große Depression der Weltwirtschaftskrise. Mit Gelegenheits-Jobs in den New Yorker Docks hält er seine Frau (Renée Zellweger) und die drei Kinder gerade so über Wasser. Wie aus dem Nichts bietet sich Braddock die Chance auf ein märchenhaftes Comeback - die Weltmeisterschaft im Schwergewicht. Gegen K.o.-Killer Max Baer setzen aber nur Träumer einen Pfifferling auf den "Cinderella Man".

Hurricane (1999)

Denzel Washington in der Rolle des Boxers Rubin "Hurricane" Carter. Nach einer turbulenten Jugend in diversen Erziehungsanstalten verschafft sich Rubin Carter als Preisboxer Respekt - wie ein Hurricane fegt er über seine Gegner hinweg. Kurz vor einem WM-Kampf wird der schwarze Mittelgewichtler zu Unrecht wegen Mordes schuldig gesprochen. Lebenslang Knast lautet das Urteil der rein weißen Jury. Gut 20 Jahre später liest ein junger Student Carters aus dem Kittchen geschmuggelte Autobiographie. Gemeinsam ziehen sie bis vor ein US-Bundesgericht, um Gerechtigkeit zu bekommen. Denzel Washington glänzt einmal mehr in einem Sportfilm, wurde für die Darbietung mit dem Oscar nominiert. Musikalisch untermalt wird der Film von Bob Dylans legendärem Hit "Hurricane".

Ali (2001)

Der jubelnde Muhammad Ali (Will Smith, hinten) wird nach einem Sieg im Ring von seinem Trainer Drew "Bundini" Brown (Jamie Fox) umarmt. Das Film-Drama «Ali» zeigt die zehn ereignisreichsten Jahre in der Box-Karriere des ehemaligen Schwergewichts-Welt
Will Smith als Boxlegende Muhammad Ali
© Fox, A3322 dpa-Film Fox

Will Smith ist "The Greatest". Vom Gewinn des WM-Titels 1964 gegen Sonny Liston (gespielt vom ehemaligen Profiboxer Michael Bentt) bis zum legendären "Rumble in the Jungle" mit George Foreman (gespielt vom ehemaligen Klitschko-Gegner Charles Shufford) zeichnet der Film die einzigartige Karriere Muhammad Alis nach. Smith spielt zwar ziemlich gut, der wirkliche Star ist allerdings Jamie Fox in der Rolle von Ali-Sekundant Bundini Brown.

Driven (2001)

Wer die Corona-Zeit mit einem absoluten Trash-Film totschlagen möchte, dem sei "Driven" von Sylvester Stallone ans Herz gelegt. Der spielt in dem Rennfahrer-Streifen den abgetakelten IndyCar-Piloten Joe Tanto, der dem jungen Jimmy Bly (Kip Pardue) im Titelkampf gegen den Deutschen Beau Brandenburg (verkörpert von einem unbeweglichen Til Schweiger) helfen soll. Mit dabei ist auch Hollywood-Legende Burt Reynolds (SNL-Zuschauern auch als Ted Ferguson bekannt). Dieser Film ist so bescheuert, dass man ihn eigentlich fast einmal gesehen haben muss. 

Eddie the Eagle (2016)

Eddie "The Eagle" Edwards -GBR- Skispringen Olympische Winterspiele 1988 Calgary
Das Original: Eddie "The Eagle" Edwards bei den Olympischen Spielen 1988
© picture-alliance / ASA, Actionplus

Schon als kleiner Junge träumt der Brite Michael Edwards davon, einmal bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Weil Michael aber nicht gerade eine Sportskanone ist, kann er den Traum nur verwirklichen, indem er eine Sportart wählt, die auf der Insel sonst keiner betreibt - Skispringen. Mit Hilfe des versoffenen Ex-US-Springers Bronson Peary (Hugh Jackman - großartig) schafft Edwards (Taron Egerton) das Unmögliche - die Qualifikation für die Olympischen Spiele 1988 in Calgary. In Kanada wird Edwards zwar abgeschlagen Letzter, dafür aber zur Legende - zu "Eddie the Eagle".