Wegen Corona knapp bei Kasse?

Renten- oder Lebensversicherung nicht kündigen! Das sind die Alternativen

27. Mai 2021 - 17:06 Uhr

Riester-Rente kündigen: Warum das keine gute Idee ist

Viele Menschen müssen in der Corona-Krise mit Einkommenseinbußen leben. Wer in akuter Geldnot ist, sucht nach Möglichkeiten, seine Ausgaben zu reduzieren – und landet dabei oft bei der Riester-Rente oder der Lebensversicherung. Doch Verbraucherschützer warnen davor, diese bei finanziellen Engpässen überstürzt zu kündigen - denn oft sind Verluste dabei unausweichlich, und es gibt bessere Möglichkeiten. Welche das sind, erklären Experten im Video.

Bei Kündigung muss gesamte Förderung zurückgezahlt werden

Grit Kohla wollte gut fürs Alter vorsorgen und entschied sich für eine Riester-Rente. Doch die Rendite ist mager und die Beiträge belasten das monatliche Budget. Eine schlichte Kündigung kam für sie trotzdem nicht in Frage. Laut Honorarberater Christian Hagemann ein richtiger Impuls; Denn wer seinen Riester-Vertrag kündigt, muss die gesamte staatliche und steuerliche Förderung zurückzahlen. Auch die gezahlten Provisionen sind dann in der Regel verloren.

Alternative: Einzahlung aussetzen oder Anbieter wechseln

Stattdessen ist eine Alternative, den Beitrag eines Renten- oder Lebensversicherungsvertrags zu reduzieren oder komplett beitragsfrei zu stellen. Das hilft über finanzielle Engpässe hinweg: "Man kann tatsächlich über Monate, häufig auch noch länger, aussetzen und eben nichts einzahlen", erklärt Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip. "Das heißt, man hat jeden Monat die 300 oder 500 Euro zusätzlich zur Verfügung, um über die Runden zu kommen." Hinterher könne man den Betrag entweder nachzahlen – "oder die Rente wird am Ende ein bisschen kleiner."

Außerdem kann man mit seinem Riester-Vertrag zu einem attraktiveren Anbieter wechseln. Das lohnt sich, wenn man so die Kosten senkt – und mehr vom Ersparten übrig bleibt: "Bei einem Riester-Vertrag hat man per Gesetz auch ein Wechselrecht. Man kann den Anbieter wechseln. das bestehende Guthaben auf ein Honorartarif übertragen und da sind die Kosten der Regel deutlich günstiger", erklärt Tenhagen.

Was Betroffene noch tun können, wenn sie mit dem eigenen Versicherungsvertrag nicht zufrieden oder wegen der aktuellen Corona-Lage in Geldnot sind, sehen Sie im Video,

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