"Er soll mit seinen Eltern in die Heimat paddeln"

Rassismus: DFB brummt Drittliga-Star Erdmann 8-Wochen-Sperre auf

Dennis Erdmann bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht
Dennis Erdmann bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht
© Andrea Picco

13. September 2021 - 19:17 Uhr

Üble Beleidigung von Gegenspieler

Der DFB hat in der Causa Dennis Erdmann durchgegriffen. Das Sportgericht verurteilte den Spieler vom 1. FC Saarbrücken zu einer 8-Wochen-Sperre. In der Partie gegen den 1. FC Magdeburg hatte der Drittliga-Star Gegenspieler Amara Condé übel beleidigt.

Verein geht in Berufung

Zudem verdonnerte das Gericht Erdmann zu einer Geldstrafe von 3.000 Euro. Das Sportgericht ist im Ergebnis der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Spieler sinngemäß folgende Äußerungen in Richtung Condé gemacht hat: "Er soll mit seinen Eltern in die Heimat paddeln", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Sportgerichts, Stephan Oberholz. Außerdem habe er ihn mindestens einmal mit dem N-Wort beschimpft.

Ein Sprecher seines Vereins kündigte an, in Berufung zu gehen. Zugleich will der Club eine Aufhebung der Sperre bis zu einer Verhandlung vor dem DFB-Bundesgericht erwirken. "Die mündliche Urteilsbegründung beinhaltete erhebliche entlastende Momente, die allerdings nicht in die Urteilsfindung eingeflossen sind", hieß es in einer Mitteilung. "Dem FCS wurde bescheinigt, kein rassistischer Verein zu sein und die Aussagen der am Prozess teilnehmenden Spieler und der externen Zeugen wurden als glaubwürdig bezeichnet."

Erdmann bestreitet Vorwürfe

Neben Condé hatten am ersten Prozesstag seine Magdeburger Mitspieler Baris Atik, Sirlord Conteh und Leon Bell Bell die Vorwürfe gegen Erdmann bestätigt. Dagegen äußerten die als Zeugen geladenen Saarbrücker Spieler Adriano Grimaldi, Alexander Groiß und Luca Kerber sowie der wegen einer Erkrankung telefonisch zugeschaltete Kapitän Manuel Zeitz, keine rassistischen Äußerungen von Erdmann während der Partie am 25. August gehört zu haben.

Erdmann wies die Anschuldigungen am zweiten Verhandlungstag noch einmal zurück. "Es waren keine leichten anderthalb Wochen. Es fällt mir immer noch nicht leicht, abends ins Bett zu gehen", sagte er und versicherte vor dem Sportgericht: "Sie haben gesehen, dass ich kein Typ bin, der zwischen Hautfarben unterscheidet." (dpa/tme)