Wir verraten den Öl-TestsiegerRapsöl ist das gesündeste Öl überhaupt – stimmt das?

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Rapsöl soll das gesündeste Öl überhaupt sein. Wir klären, was es damit auf sich hat.
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Goldgelb kommt es daher, das gute Rapsöl. Wer im Vorratsschrank nicht das kostbare Fett stehen hat, fällt wohl aus der Reihe. Denn nicht ohne Grund gehört Rapsöl in Europa zu den am weitesten verbreiteten Ölen. Zudem wird ihm eine positive gesundheitliche Wirkung zugeschrieben. Aber: Was ist dran an dem Mythos? Ist Rapsöl nun gesund oder nicht?

Wussten Sie, dass Rapsöl so hergestellt wird?

Rapsöl entsteht aus den sogenannten Rapssamen, die außerdem zur Herstellung von Kraftstoffen verwendet werden. Rapsöl* lässt sich in drei verschiedene Kategorien einteilen:

  • raffiniert

  • kaltgepresst

  • nativ

Im raffinierten Pressverfahren werden die Samen bei über 50 Grad gepresst. Steht auf der Verpackung "kaltgepresst", kann davon ausgegangen werden, dass das Öl ohne die Einwirkung der Wärme gepresst wurde. Nativ ist das Öl nur dann, wenn auf all diese Mechaniken verzichtet und es pur gepresst wird.

Raffiniert vs. kaltgepresst vs. nativ: Was ist nun das beste Rapsöl?

Der Vorteil von kaltgepresstem Rapsöl ist der hohe Gehalt an Vitaminen oder beispielsweise Carotinoiden, der im raffinierten Zustand geringer ausfällt. Das heißt, wer auf die Inhaltsstoffe von Rapsöl setzen möchte, verzichtet auf die Raffination. Außerdem zeigt sich der Geschmack von Rapsöl kaltgepresst und nativ schön nussig.

Wer es aber geschmacksneutraler mag und das Rapsöl bei hohen Temperaturen zum Braten oder Frittieren nutzen möchte, muss auf die raffinierte Variante zurückgreifen. Der Rauchpunkt ist hier deutlich höher als bei den anderen Sorten.

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Diese gesunden Inhaltsstoffe verstecken sich im Rapsöl

Viele Jahre war der gesundheitliche Mehrwert von Rapsöl Ernährungswissenschaftlern gar nicht bekannt. Allerdings enthält das goldene Öl wertvolle Nährstoffe, die für den Menschen sehr bedeutsam sind.

  • Ungesättigte Fettsäuren: Rapsöl wie von Moritz* besteht hauptsächlich aus ungesättigten Fettsäuren, die für den menschlichen Organismus toll sind. Omega 3 beispielsweise kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden, ist jedoch ein essenzieller Baustein für unsere Zellmembranen und hält Zellen sowie Gewebshormone in Schuss.

  • Vitamin E: Der Stoff ist ein Kämpfer gegen "freie Radikale", also Stoffe, die im normalen Zuge des Stoffwechsels entstehen oder aber durch Umwelteinflüsse und Schadstoffe wie Zigarettenrauch in den Organismus geraten und den Körper schädigen. Vitamin E eliminiert die "freien Radikale" und schützt damit die Zellen hervorragend.

  • Carotinoide: Dieser Stoff wird im Körper in Vitamin A umgewandelt. Hier ist er für die Immunstärkung verantwortlich und kann Infektionskrankheiten vorbeugen oder aber sogar bei der Bekämpfung gutartiger sowie bösartiger Krebstumore helfen.

Die besten Rapsöle laut Öko-Test

Auf der Suche nach dem besten Rapsöl ist Öko-Test 2020 fündig geworden. Dabei war die Reise dahin erschreckend: Denn von 24 Rapsölen im Test schnitten lediglich drei mit "sehr gut" ab. Problem: gefährliche Inhaltsstoffe wie der krebserregende polyzyklische Kohlenwasserstoff oder Mineralöle. Andere Rapsöle hingegen schmeckten den Testern schlicht nicht.

Testsieger sind das native kaltgepresste Raps-Kernöl von Ölmühle Kleeschulte* und das Feinkost Rapsöl von Kunella*. Mit dabei: Das Ja! Reines Rapsöl der Supermarktkette Rewe. Und gerade das verdient sich den Sieg in Sachen "Preis-Leistung": Das Öl nämlich kostet pro Liter 96 Cent und ist damit mit Abstand das günstigste.

Hinweis: Aufgrund der derzeitigen Lage kann es in Supermärkten und Discountern zu Lieferengpässen bei Ölen aller Art kommen. Im Internet gibt es noch viele Öle, darunter auch Rapsöle, auf Lager.

Rapsöl hat gesundheitliche Vorteile, aber auch Schattenseiten

Generell gilt Rapsöl als sehr nährstoffreich. Nicht nur ist es gegenüber anderen Ölsorten deutlich günstiger, es bietet eine Vielzahl an tollen ungesättigten Fettsäuren und weiteren Eigenschaften, die sich positiv auf den Körper auswirken können. Trotzdem haben Studien anklingen lassen, dass ein erhöhter Rapsöl-Konsum zu Veränderungen im Hirn führen und Alzheimer begünstigen könnte. Die Studien basieren allerdings nur auf Tierversuchen mit Mäusen und können nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen werden. Die Ergebnisse wurden kontrovers diskutiert und gelten keinesfalls als gesichert.

Dennoch: Rapsöl ist ein toller Begleiter für die Backstube und Küche. Egal, ob zum Frittieren oder zum Backen. Alternativ können Sonnenblumenöl oder Margarine herhalten, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen.

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