Was kommt bei der Queen auf den Tisch?

Ex-Koch Daren McGrady berichtet über Queen Elizabeths Lieblingsgerichte

FILE - Britain's Queen Elizabeth II arrives at the parade ring with Princess Alexandra in a horse drawn carriage, on the second day of the Royal Ascot horse race meeting in Ascot, England, Wednesday, June 20, 2018. Queen Elizabeth II is marking her 9
Was isst Queen Elizabeth II. besonders gerne? Ihr Ex-Koch verrät es.
TI EM, AP, Tim Ireland

Was hinter den Mauern des Buckingham Palasts passiert, bleibt hinter den Mauern des Buckingham Palasts – meistens. Nun aber hat ein Ex-Angestellter aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, was bei den Royals auf die Teller kommt.

Ex-Koch Daren McGrady erzählt - das isst Queen Elizabeth II. am liebsten

Käsebrot ist ein gutes Brot, das wusste einst schon Helge Schneider. Aber weiß das auch die britische Königin? Kaum vorstellbar, dass Queen Elizabeth sich zum Abendbrot eine Stulle schmiert. Viel mehr wähnt man sie am Ende einer langen Tafel, mit poliertem Silberbesteck ein Stück Fasanenfleisch zerteilend, während Geigenspieler ihr nonchalant ein Ständlein darbringen. Wie es tatsächlich am royalen Tisch zugeht, das weiß Darren McGrady. Der Brite hat 15 Jahre in den Küchen des Buckingham Palastes gekocht. Er war der persönliche Koch der Queen sowie von Prinz Philip, Prinzessin Diana und der Prinzen William und Harry. Er kennt die kulinarischen Vorlieben der Blaublüter und hält damit nicht hinterm Berg. In einem Youtube-Video hat er nun verraten, was der Queen aufs Brot geschmiert wird.

Demnach hat das britische Staatsoberhaupt eine Schwäche für Krabben auf Toast. Aber nicht irgendwelche Krabben. "Kleine braune Garnelen aus Morecambe, die in dieser geheimen Kräuterbutter mariniert und gekocht werden", so McGrady. Er erzählt, dass die Queen diese auf warmem Toast aß. "Wenn man es aufträgt, schmilzt die Butter und man bekommt diese wunderschönen Garnelen", beschreibt er.

Queen Elizabeth mag es deftig: "Kalorien spielten eigentlich keine Rolle"

Und: Königin Elisabeth II mag es lokal. So habe sie oftmals Wildfleisch gegessen, das auf ihren eigenen Ländereien erlegt wurde und Gemüse, dass in ihren eigenen Gärten gezogen wurde. Darunter Pastinaken, Karotten und Kartoffeln. McGrady habe in den Küchen des Palastes schnell gelernt, dass alle Gerichte, die der Queen vorgesetzt wurden, mächtig waren, voller Sahne, Butter und Fett. "Kalorien spielten eigentlich keine Rolle", erinnert er sich. Im Palast sei traditionelle französische Küche gekocht worden.

Dem zum Trotz sei die Queen jedoch, so McGrady, kein Foodie gewesen: "Ich habe schnell gelernt, dass sie isst, um zu leben und nicht lebt, um zu essen." Daher hätten sich die Menüs im Laufe der Zeit wenig geändert. Immer und immer wieder seien ein und dieselben paar Gerichte auf die Teller gekommen. Es sei schwierig gewesen, ihr neue Rezepte schmackhaft zu machen, erinnert sich der Koch.

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Eine einzige Begegnung mit der Queen? McGrady erinnert sich

Zu wissen, was der Queen schmeckt und was nicht, darauf einzugehen, Gerichte entsprechend anzupassen, das ist der Job eines Privatkochs. Eben etwas ganz anderes als das Kochen in Hotels oder Restaurants, wie McGrady zu berichten weiß. "Im Buckingham Palace ging es mehr darum, Gerichte zu kochen, welche die Queen mag", so der Ex-Koch der Royals. "Man konnte ein Beef Stroganoff zubereiten und wenn sie keine Paprika mochte, dann wurde aus Beef Stroganoff plötzlich ein Gericht ohne Paprika." Man koche nur für diese eine Person und nicht für viele verschiedene.

Persönlich hat McGrady die Queen übrigens in all den Jahren nie getroffen. Nur einmal, da wäre es fast dazu gekommen, wie er ebenfalls in einem Video erzählt. Das sei zu Beginn seiner Tätigkeit im Schloss gewesen. Damals sei ihm eine ältere Dame mit vielen Hunden entgegen gekommen. Lange habe er gebraucht, um zu verstehen, dass die ältere Dame die Queen und die vielen Hunde ihre Corgis waren. In seinem Kopf, sagt er, hätten sich die Gedanken überschlagen: Wie sind die Verhaltensregeln? Wie wird sie begrüßt? Ist eine Verbeugung nötig? Doch noch bevor es tatsächlich zu einem persönlichen Kontakt gekommen sei, seien die Hunde auf ihn zugestürmt gekommen. Aus Angst vor einem Angriff habe er die Füße in die Hand genommen und sei davongerannt. "Ich hörte die Queen lachen", so McGrady. "Ist das nicht unglaublich?" (stern.de/tpo)

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf stern.de.