Experte gibt Kauf-Tipps

Preis-Check: Wie teuer wird unser Weihnachtsbaum?

Künstliche Bäume lassen sich von echten mittlerweile nur schwer unterscheiden.
Künstliche Bäume lassen sich von echten mittlerweile nur schwer unterscheiden.
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von Robin Hoffmann

„O Tannenbaum, o Tannenbaum“: Nicht nur in einem der bekanntesten Weihnachtslieder dreht sich alles um den Nadelbaum – ab sofort auch wieder in unseren Wohnzimmern. Knapp 30 Millionen Weihnachtsbäume wurden im Jahr 2020 in den Wohnungen und Häusern in Deutschland geschmückt und zum Leuchten gebracht. Das waren echte Bäume, wie viele Modelle aus Kunststoff in den rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland leuchteten – unklar. Doch wie teuer sind echte und künstliche Varianten in diesem Jahr eigentlich? Lohnt sich ein Wechsel? Und welche Alternativen gibt es noch? Wir haben die Antworten.

Echte Bäume: Preis bleibt stabil

Eingenetzt: Ein geschlagener Baum wird in diesem Jahr nicht viel teurer als im Vorjahr.
Eingenetzt: Ein geschlagener Baum wird in diesem Jahr nicht viel teurer als im Vorjahr.
alf, dpa, Frank Molter

Die gute Nachricht zuerst: Die Weihnachtsbaum-Preise bleiben in diesem Jahr stabil. Wenn überhaupt, werden sie nur „moderat“ angehoben, so der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Für eine Nordmanntanne zahlen wir zwischen 21 und 28 Euro pro laufendem Meter. Rund drei Viertel aller Weihnachtsbäume in Deutschland sind „Nordmänner“. Für Blautannen müssen wir 12 bis 16 Euro, für Fichten 9 bis 12 Euro pro Laufmeter am Verkaufsstand auf die Theke legen.

In diesem Jahr stellt der Bundesverband eine neue Entwicklung fest: „Im Gegensatz zum vorherigen Jahr geht der Trend zu einem deutlich früheren Kauf eines Baums“, so Eberhard Hennecke, Vorsitzender des Bundesverbandes. „Es empfiehlt sich, einen frischen Baum früh zu holen, denn dann ist eine gute Qualität gewährleistet und er hält auch länger.“ Echte Bäume aus dem Internet können preislich mithalten, allerdings ist nicht so einfach herauszufinden, wie frisch sie sind und wie zum Beispiel der Baum selbst und die Äste gewachsen sind.

Kunststoff: So viel kostet ein künstlicher Baum

Sie sehen echt aus, sind es aber nicht: Künstliche Weihnachtsbäume lassen sich oft erst auf den zweiten Blick und aus der Nähe als solche erkennen. Der größte Vorteil: Sie nadeln nicht. Preislich lohnt sich in vielen Fällen ein Kauf einer Kunststoff-Variante im Vergleich zu einer echten, denn sie kann in den nächsten Jahren immer wieder aufgestellt werden.

Modelle unter einem Meter Höhe gibt es ab ca. 20 Euro. Für künstliche Tannenbäume unter zwei Metern müssen Sie mit dem doppelten Preis rechnen, mit viel Luft nach oben – schnell sind Sie bei einem dreistelligen Euro-Betrag angekommen. Positive Eigenschaften dieser Bäume: Sie sind stabil, produzieren wenig Schmutz und können einfach so wieder ein Jahr lang in die Ecke, den Keller oder auf den Dachboden gestellt werden. Der Nachteil mit Blick auf die Nachhaltigkeit: Sie legen oft weite Transportwege zurück, weil sie zum Beispiel in Asien produziert werden.

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Ist selber schlagen günstiger?

Und ab: Bäume selber fällen ist günstiger und Sie können sich das für Sie perfekte Modell aussuchen.
Und ab: Bäume selber fällen kann günstiger sein und Sie können sich das für Sie perfekte Modell aussuchen.
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Gute Alternative - aber bitte nur legal: Für illegal selber geschlagene Bäume können hohe, fünfstellige Bußgelder verhängt werden. Bis zu 100.000 Euro sind es beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern für mehrere gestohlene Exemplare, so die Webseite bussgeldkatalog.org. Das Risiko müssen Sie auch gar nicht eingehen, denn das Selberschlagen ist ein echtes Event! Neben Baumschlagen oder -sägen bieten die Verkäufer auf den Höfen oft auch Glühwein und Lagerfeuer an.

Das Beste daran: Ihren Baum können Sie sich selber aussuchen – die Größe und Form wählen, die Ihnen gefällt und in Ihr Wohnzimmer passt. Zum Service gehört auch das Werkzeug: Axt oder Säge können Sie sich vor Ort meistens ausleihen. „Das kann ein paar Euro günstiger sein, durch den Eventcharakter kann diese Variante am Ende aber teurer werden“, so der Vorsitzende des Bundesverbandes. Durch Glühwein, Bratwurst & Co. können wir nachher noch weniger im Geldbeutel haben als ursprünglich geplant für den Baum.

Lese-Tipp: Auf der Suche: Weihnachtsbaumerzeugern fehlt der Nachwuchs

Umweltschonend: Mieten statt kaufen

Zuhause einpflanzen oder zurückschicken: Manche Händler nehmen Bäume mit Wurzeln nach dem Fest zurück und setzen sie wieder in den Boden ein.
Zuhause einpflanzen oder zurückschicken: Manche Händler nehmen Bäume mit Wurzeln nach dem Fest zurück und setzen sie wieder in den Boden.
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Einen Weihnachtsbaum mieten statt kaufen? Kein Problem! Online-Plattformen und Händler vor Ort bieten diesen Service an. Er wird zum Wunschtermin geliefert und oft kurz nach Weihnachten wieder abgeholt, damit er in der Wärme im Haus nicht unnötig gestresst wird. Um die „Baumvernichtung“ zu verkleinern, pflanzen einige Händler die Bäume dann wieder zurück in den Boden. Die Bäume in den Töpfen sind brandsicherer, nadeln bei richtiger Pflege nicht und haben unbeschädigte Wurzeln.

Es gibt sogar die Möglichkeit, mehrere Jahre lang immer wieder den selben Baum geliefert zu bekommen und ihn aufwachsen zu sehen. Je nach Größe und Baumart kostet ein Miet-Baum rund 70 bis 100 Euro. Günstiger wird es, wenn Sie einen Baum im Topf mit Wurzel bestellen und ihn nach dem Fest in Ihren Garten einpflanzen. Ein geschlagener Baum kann nicht weiterverwendet werden.

Nachhaltiger: "Fair Tree" und Holz-Weihnachtsbaum

Mal was anderes: Ein kleiner Weihnachtsbaum aus Holz - aber ganz ohne Nadeln.
Mal was anderes: Ein kleiner Weihnachtsbaum aus Holz - aber ganz ohne Nadeln.
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„Fair Trees“: Diese Bäume werden unter fairen Bedingungen für Mensch und Umwelt produziert. Damit sind zum Beispiel ökologische Samen und eine umweltgerechte Aufzucht gemeint. Geerntet werden die Samen in Georgien, einem der ärmsten Länder Europas. Mit dem Kauf eines solchen Baums wird beispielsweise die Gesundheit und die Entwicklung der örtlichen Bevölkerung in dem Land unterstützt.

Falls Sie sich für den klassischen, geschlagenen Baum entscheiden, können Sie der Umwelt schon etwas Gutes tun, wenn er aus der Region stammt und nicht weit transportiert werden muss. Vielleicht setzen Sie aber auch auf eine ganz andere Baum-Art: Deko-Modelle aus Holz und ohne Grün werden immer beliebter. Größter Vorteil: Sie nadeln nicht, weil sie gar keine „Pikser“ haben. Deko-Bäume sind oft nur ein Bruchteil so groß wie ein Nordmanntanne, dafür aber auch sehr individuell. Vielleicht eine echte Alternative für Sie in diesem Jahr!

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