Er "legt auf Kommunikation mit Gästen keinen Wert"Aida-Kreuzfahrt erzürnt Passagiere: "Kapitän sollte Containerschiffe fahren"

08.12.2022, Hamburg: Das Kreuzfahrtschiff Aidabella ist gegen eine Kaimauer geprallt. Nachdem sie beim Anlegen am Kreuzfahrtterminal Hamburger-Steinweder die Kaimauer touchiert hat, darf das Kreuzfahrtschiff «Aidabella» vorerst nicht weiterfahren. Ein entsprechendes Verbot sei am Donnerstagmorgen von der Wasserschutzpolizei ausgesprochen worden, sagte ein Polizeisprecher. (zu "«Aidabella» fährt in Hamburg gegen Kaimauer") Foto: Steven Hutchings/TNN/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Aidabella nach Ankunft in Hamburg.
htf, dpa, Steven Hutchings
von Nele Balgo

Knapp einen Monat mit der Aida in die Wärme und dem kalten Winter in Deutschland entkommen. Eigentlich soll das eine Erholungsreise sein. Doch für die Gäste der Tour „Große Winterpause Kanaren 1“, die Mitte November in Hamburg startete, gab es böse Überraschungen. Nicht nur einige Haltepunkte sind ganz ausgefallen, auch der Kapitän soll Gäste gegen sich aufgebracht haben. Nahe an einer Meuterei sei die Lage gewesen, berichtet „MOIN.de“. Eine Passagierin berichtet RTL, wie sie die Situation an Bord erlebte.

Mehrere Stopps der Aidabella entfallen

26 Tage von Hamburg, über England, Frankreich, Portugal bis zu den Kanaren und in die Niederlande – das ist die Reise, die die Passagiere mit der Aidabella gebucht hatten. Wenige Tage vor Abfahrt soll bereits ohne Begründung ein Tag auf Teneriffa storniert worden sein. An Bord sei dann der Besuch der Isle of Portland in England entfallen – das Wetter sei zu schlecht, so die Begründung gegenüber den Gästen. Stattdessen sei die spanische Stadt Vigo angesteuert worden. Doch auch da habe das Wetter die Kreuzfahrt-Passagiere eingeholt. Die Einfahrt in den Hafen von Vigo sei wegen des Seegangs so holprig verlaufen, dass sogar Sachen aus den Regalen in der Kabine fielen, berichtet Urlauberin Nicole W. auf RTL-Anfrage.

Doch das war noch nicht alles. Auch der Stopp in Honfleur in Frankreich sei gestrichen worden. „Die Häfen Teneriffa und Honfleur waren für uns sehr ärgerlich, da wir Aktivitäten geplant hatten, die lange geplant waren und für die nächste Zeit nun unerreichbar sind“, erzählt Nicole W.

Gäste buhten Aida-Kapitän aus

Abgesehen vom Ärger, dass die Passagiere nicht wie geplant reisen konnten, soll der Kapitän auch die Gäste gegen sich aufgebracht haben. Nicole W. berichtet vom Abend als der Kapitän im Theatrium über den ausfallenden Halt in Honfleur informiert habe. Der Kapitän habe gesagt, dass noch ein weiterer Seetag eingelegt werden müsse und wenn sich die Gäste beschweren wollen, könnten sie dies in Deutschland tun, berichtet Nicole W. Er „ist für mich kein Kreuzfahrt-Kapitän. Er sollte Containerschiffe fahren, da er auf Kommunikation mit den Gästen keinen Wert legt“, so die Urlauberin. Bei der Fragerunde konnte er einige Fragen nicht beantworten. Nach der Absage des Stopps in Honfleur „kam die Ansage, dass es doch auf der Welt schlimmeres gäbe, als die Absage eines Hafens.“

Für einige Passagiere war das wohl zu viel, sie seien laut geworden, hätten ihn ausgebuht und sogar gegen Mobiliar getreten. Für Nicole W. sei das aber auch kein angemessenes Verhalten. Bei der Aida hat sie jetzt Beschwerde eingelegt. Sie hätte sich eine bessere Kommunikation gewünscht. Eine Entschuldigung habe sie von der Aida bis heute nicht bekommen.

Die Aida hat bis zur Veröffentlichung dieses Artikels nicht auf eine RTL-Anfrage geantwortet.