Happy End bei Olympia

Stäbler holt zum Abschied die Bronzemedaille - und dann brach es aus ihm heraus

04. August 2021 - 16:32 Uhr

Was für eine Abschiedsgala

Der Fluch ist beendet und das genau rechtzeitig: Der deutsche Ringer Frank Stäbler beendet seine internationale Karriere mit einer Olympia-Bronzemedaille und sorgte für ganz große Emotionen. Im kleinen Finale von Tokio besiegte er in der Gewichtsklasse bis 67 Kilogramm den Georgier Ramas Soidse mit 5:4. Es war seine Abschiedsvorstellung. Highlights seines letzten Kampfes gibt es oben im Video!

Medaille trotz Corona-Spätfolgen

04.08.2021, Japan, Chiba: Ringen/griechisch-römisch: Olympia, 67 kg Freistil, Männer, Bronzemedaillen Kampf in der Makuhari Messe Hall. Der Deutsche Frank Stäbler jubelt nach seinem Sieg. Foto: Swen Pförtner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Frank Stäbler hat den Olympia-Fluch gebannt.
© dpa, Swen Pförtner, hak

Bei den Spielen 2012 in London und 2016 in Rio de Janeiro hatte Deutschlands langjähriger Vorzeigeringer eine Medaille verpasst. Nun wurde er endlich belohnt.

Nach dem Sieg zog er seine Schuhe aus und ließ sie symbolisch auf der Matte zurück. Unter Tränen schickte Stäbler Kusshände an seine Familie in der Heimat. Von der Tribüne aus jubelte ihm Goldmedaillensiegerin Aline Rotter-Focken zu und auch die anderen Delegationen erhoben sich für den Bronzemedaillengewinner nach dessen letztem Kampf.

Der 32-Jährige hätte in seinem letzten Turnier gerne Gold gewonnen, war im Viertelfinale am Dienstag aber knapp an Mohammad Reza Geraei gescheitert. Da der Iraner danach das Finale erreichte, durfte der dreimalige Weltmeister in der Hoffnungsrunde nochmal ran.

Stäblers Vorbereitung auf die Spiele in Japan war alles andere als optimal verlaufen. Schon seit längerer Zeit kämpft er mit den Folgen einer Schultereckgelenksprengung. Vergangenen Herbst infizierte er sich mit dem Coronavirus, infolgedessen litt er an eingeschränkten Lungenfunktion. Zudem musste er für das Event in Tokio acht Kilogramm abnehmen. Am Ende reichte die Kraft aber für Edelmetall.

Trotz seiner vielen Erfolge fühlte sich Stäbler vor dem Event in Japan in gewisser Weise unvollendet. Die olympische Medaille sei "das letzte Mosaiksteinchen, das noch fehlt", hatte er gesagt. Jetzt hat er es. Der langjährige Vorzeigeringer, der seine Sportart hierzulande geprägt hat wie kaum ein anderer, verlässt die Matte als Triumphator. (msc/dpa)