Aber Bolts Fabelrekord bleibt unerreicht

Mamma mia! Italiener Jacobs triumphiert sensationell über 100 Meter

01. August 2021 - 16:53 Uhr

Jacobs sprintet in 9,80 Sekunden zu Gold über 100 Meter

Und der schnellste Mann der Welt bleibt: Usain Bolt. Weil das ja klar war. Mit einer Zeit von 9,80 Sekunden (Europarekord!) wetzte der Italiener Lamont Jacobs in Tokio zu Olympia-Gold vor dem US-Amerikaner Fred Kerley (9,84) und Andre de Grasse aus Kanada (9,84) und wurde Nachfolger des Jamaikaners Usain Bolt, der zuvor dreimal nacheinander jeweils Gold über die 100 und 200 Meter gewonnen hatte. Bolts scheinbar unerreichbarer Weltrekord (9,58) hat damit erwartungsgemäß weiter Bestand. Den schnellsten "Jacobs-Weg" Europas gibt's oben im Video noch mal zum Genießen.

Erster europäischer Sieger im Königssprint seit 1992

Jacobs, der in El Paso/Texas als Sohn einer italienischen Mutter geboren wurde und als Kind nach Italien kam, war bereits im Halbfinale in 9,84 Sekunden Europarekord gelaufen. Für Italien war es einer der größten Sporttage der Geschichte. Rund zehn Minuten vor Jacobs hatte sein Landsmann Gianmarco Tamberi Gold im Hochsprung gewonnen. Jacobs ist der erste europäische Sieger im Königssprint seit Linford Christie (Großbritannien) 1992 in Barcelona.

Durststrecke der USA geht weiter

Topfavorit Trayvon Bromell hatte überraschend das Finale der Olympischen Spiele von Tokio verpasst. Der Jahresweltbeste aus den USA kam im zweiten von drei Halbfinals in 10,00 Sekunden nur auf Platz drei und gehörte auch nicht zu den beiden "Lucky Losern". Bromell lag die Winzigkeit von einer Tausendstel hinter dem zweitplatzierten Nigerianer Enoch Adegoke.

Weil auch Kerley den Italiener Jacobs nicht abfangen konnte, geht die Durststrecke der USA weiter. Seit Justin Gatlin 2004 hat kein Amerikaner die Sprintkrone bei Sommerspielen geholt. Jamaika, das zuletzt durch Bolt dreimal in Folge triumphiert hatte, war nicht einmal im Finale vertreten. Jacobs Siegerzeit war um eine Hundertstel besser als die von Bolt 2016 in Rio. (sid/mli)