Ohne jegliche Liebe zum Detail

So spartanisch leben die Athleten im olympischen Dorf

21. Juli 2021 - 14:49 Uhr

Wohlfühlfaktor = 0

Guido Maria Kretschmer würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Für seine Suche nach der "Deko Queen" dürfte sich keiner der Innenausstatter des olympischen Dorfs in Tokio bewerben, so viel steht fest, denn: Deko? Gibt es da gar nicht. Die Appartements für die Sportler sind spartanisch eingerichtet – und das ist selbst noch freundlich ausgedrückt. Sogar an den Tapeten und bei den Grünflächen wurde gespart, wie Tennis-Profi Laura Siegemund nach einer Nacht dort verrät. Auch die nachhaltigen Papp-Betten fielen vermutlich nicht schwer ins Budget.

Tokio 2021: Rohbau-Atmosphäre im Dorf

"Ich bin überrascht, wie spartanisch es ist", so die 33-Jährige und präzisiert: "Spartanisch ist es immer. Es ist aber ja fast ein bisschen Rohbau-Atmosphäre. Ich bin überrascht, mit wie wenig Liebe es hergerichtet ist." Olympisches Dorf wird zur Deko-freien Zone.

Siegemund teilt sich ihr Zimmer mit den beiden Tennis-Ladies Anna-Lena Friedsam und Mona Barthel und das Trio musste feststellen, dass sie auf die blanken Wände schauen – und dabei den ein oder anderen Nagel entdecken. "Da ist gar keine Tapete", verrät Siegemund.

Das olympische Dorf in Tokio
Das olympische Dorf in Tokio hinter Sicherheitszäunen ohne Wohlfühlfaktor.
© Imago Sportfotodienst

Grüner Teppich statt Natur

Gemütlich mal zurücklehnen klappt dann wohl auch schon eher auf dem nachhaltigen Papp-Bett als auf dem Stuhl im Zimmer, denn: "Der Stuhl ist aus einem Guss, so ein Plastikstuhl."

Weil die Athleten ja aber nur für Training und Wettkampf das olympische Dorf verlassen dürfen, wären Grünanlagen zwischen den Appartement-Bauten ein möglicher Rückzugsort. Aber auch davon dürfen die Sportlerinnen und Sportler nur träumen: "Im Dorf ist dann kein Rasenstück, da haben sie einen grünen Outdoor-Teppich hingelegt. Hätte man das grün bepflanzt, sähe es ganz anders aus." (ana)

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