Aufruhr in Österreich bei Minusgraden

Trotz Maskenbefreiung! Junge muss Schultest im Freien schreiben

14. Januar 2022 - 11:09 Uhr

„Skandal der Sonderklasse"

Es ist ein Bild, das für Fassungslosigkeit sorgt. In der österreichischen Steiermark wurde ein neunjähriger Schüler vor die Tür gesetzt – obwohl er eine Befreiung zum Tragen einer Corona-Maske vorlegen konnte. Einen Sachkundetest musste er folglich bei Minusgraden im Freien vor dem Klassenfenster schreiben. Die Politik wolle den Fall nun prüfen. Die Eltern des Schülers haben indes einen Anwalt eingeschaltet.

Junge wurde "wie ein Aussätziger behandelt"

Die Szenen, die jetzt sogar die Politik aufmerksam gemacht haben, sollen sich laut "Kronen Zeitung" im weststeirischen Voitsberg abgespielt haben. Demnach habe die Schuldirektorin darauf bestanden, dass der Junge nicht mehr am Präsenzunterricht teilnimmt. Und das alles nur, weil er am 9. Januar eine Maskenbefreiung vorgelegt hatte. FPÖ-Bundesrat Markus Leinfellner spricht im Gespräch mit dem Blatt von einem "Skandal der Sonderklasse. Es kann nicht sein, dass ein Schüler trotz vorhandenen ärztlichen Attests wie ein Aussätziger behandelt wird. Wir Freiheitliche werden den Bildungsminister und die steirische Bildungslandesrätin mit diesem Fall konfrontieren. Ein Übergehen zur Tagesordnung ist nach diesem Vorfall keinesfalls möglich."

Die Bildungsdirektion sei nun dabei, mithilfe der Schulqualitätsmanagerin herauszufinden, wie es zu dem Vorfall überhaupt kommen konnte. Man sei in Gesprächen mit der Schulleitung und den zuständigen Lehrerinnen. Einen Test im Freien schreiben zu lassen, sei jedenfalls nicht rechtmäßig. Bislang habe es dazu keine Stellungnahme der Volksschule Voitsberg gegeben. "Falls ein Fehlverhalten vorliegt, gibt es auf jeden Fall dienstrechtliche Konsequenzen", heißt es seitens der verantwortlichen Personen. (cch)