Ausgelöst durch Hunger und Stress?

Nora starb an inneren Blutungen

© Lucie Blackman Trust

16. August 2019 - 10:16 Uhr

Nora in Malaysia gestorben: Mediziner Dr. Specht erklärt die Todesursache

Die 15-jährige Nora Quoirin ist im malaysischen Dschungel verstorben. Die Obduktion hat ergeben, dass das Mädchen an inneren Blutungen gestorben sei – ausgelöst durch Hunger und Stress. Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht erklärt, wie das passieren kann.

Stress kann Zwölffingerdarm-Geschwüre auslösen

Dr. Christoph Specht vermutet aufgrund der Obduktionsergebnisse, dass Nora an einem geplatzten Zwölffingerdarm-Geschwür verblutet ist. "So ein Geschwür entsteht meistens chronisch, im Laufe der Zeit. Hauptauslöser dafür ist eine Infektion mit einem Keim." Ob Nora eine solche Vorerkrankung hatte, ist nicht geklärt.

"Es gibt auch den Fall eines akuten Geschwürs, das kann durch Stress entstehen. Aber nicht Stress, wie wenn sich jemand gerade aufregt, sondern ein Polytrauma, also mehrere gleichzeitig erlittene Verletzungen," erklärt der Mediziner. "Hunger kann sowas auch auslösen, denn das ist nichts anderes als körperlicher Stress." Ob das Geschwür in Noras Fall aber tatsächlich durch Hunger ausgelöst wurde, bezweifelt Specht.

Ihre Eltern gaben an, dass ihre Tochter lernbehindert war. Bisher ist aber ungeklärt, ob Nora unter Medikamenteneinfluss stand. Medikamente wie Cortison könnten das Wachstum eines solches Geschwürs begünstigen.

Platzt ein Zwölffingerdarm-Geschwür ist das durchaus schmerzhaft, so Specht. "Danach treten aber keine Schmerzen mehr auf. Man verliert relativ schnell das Bewusstsein und dämmert dann langsam weg."

Wann verhungert man?

Ein gesunder, mittelalter Mensch kann eigentlich über Wochen ohne feste Nahrung auskommen. Mit dem Trinken ist das anders, hier muss der Körper nach spätestens zwei Tagen mit Flüssigkeit versorgt werden. Ausschlaggebend sind die körperliche Ausgangssituation und die Fähigkeit, sich in seiner Umgebung zurechtzufinden, erklärt Specht.