Zugangsdaten an Freunde und Familie weitergeben

Netflix will gegen Account-Sharing vorgehen

Netflix will gegen Account-Sharing vorgehen.
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23. Oktober 2019 - 15:22 Uhr

Ist Account-Sharing auf Netflix bald verboten?

Netflix ist der wohl meist vertretene Streaming-Dienst unserer Zeit. Wer liebt es nicht, nächtelang Serien zu gucken oder eingekuschelt auf dem Sofa mit den Liebsten einen Film zu schauen?! Aber nicht jeder ist bereit, den vollen Abo-Preis für Netflix zu zahlen. Deswegen tun sich immer mehr Leute zusammen und teilen sich einen Account, wodurch Netflix gigantische Summen verliert. Damit soll bald Schluss sein. Netflix will gegen das beliebte Account-Sharing vorgehen. Was bedeutet das für den Nutzer?

Durch Account-Sharing macht Netflix Verluste in Milliardenhöhe

Bei Netflix können derzeit mehrere User ein Konto zusammen benutzen, indem sie mit einem Login verschiedene Profile einrichten. Dafür gibt es unterschiedliche Abonnements, die das "legale" Account-Sharing ermöglichen:

  • Das Basis-Abo für 7,99 Euro monatlich: Gilt für eine Person. Mit diesem Abo können Sie nur auf einem Gerät gleichzeitig streamen.
  • Das Standard-Abo für 11,99 Euro monatlich: Gilt für zwei Personen und eignet sich gut für Paare oder WGs. Filme und Serien können auf zwei Geräten gleichzeitig in HD gestreamt werden.
  • Das Premium-Abo für 15,99 Euro monatlich: Filme und Serien von Netflix können auf vier Geräten gleichzeitig in HD und Ultra-HD gestreamt werden.

Was viele aber nicht wissen oder auch einfach ignorieren, um Geld zu sparen ist, dass Netflix es zwar grundsätzlich erlaubt, einen Account zu teilen, das Konto aber laut den AGBs nur mit Personen geteilt werden darf, die im selben Haushalt leben. Netflix verlangt also, dass jeder Haushalt ein eigenes Konto einrichtet.

Um dies zu umgehen, teilen einige Nutzer die Zugangsdaten mit Freunden und Familien, sodass sie ortsunabhängig Zugriff auf den Netflix-Account haben. Das führt dazu, dass Netflix sehr hohe Verluste macht, wie eine Studie der Cord Cutting in den USA zeigte: Jeder Fünfte gab an, gelegentlich einen Streaming-Account aus seinem Bekanntenkreis zu nutzen. Demnach verzeichnet Netflix durch Account-Sharing einen monatlichen Verlust von ca. 170 Millionen Euro, jährlich sogar 2 Milliarden Euro.

Tool könnte Account-Sharing entlarven

Anfang des Jahres stellte die Firma "Synamedia" auf der Technik-Messe CES ein Tool vor, das unerlaubtes Account-Sharing erkennt. Das Programm analysiert das Nutzerverhalten und erfasst die Daten zu Gerät, Ort, Uhrzeit sowie zum gestreamten Inhalt.

Über einen Algorithmus sollen nach Auswertung der Daten Nicht-Zahler ausfindig gemacht werden können. Durch das Programm sollen vor allem Kunden leichter entlarvt werden können, die mit dem Basis-Abo Account-Sharing betreiben.

Wie will Netflix gegen das Account-Sharing vorgehen?

In einer Videobotschaft kündigte Netflix Chief Product Officer Greg Peters an, dass Netflix zukünftig strenger gegen geteilte Accounts vorgehen will. Wie das umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest: Es soll jedoch eine "nutzerfreundliche" Lösung geben.

Wie rigoros Netflix tatsächlich gegen das Account-Sharing vorgehen will, ist ebenfalls unklar. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass zukünftig Nutzer, die "illegales" Account-Sharing betreiben, schneller verwarnt oder gesperrt werden.

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