Nach über 30 Jahren: Sportreporterin Sabine Töpperwien hört auf

Seit 1989 unentwegt am Ball: Sportreporterin Sabine Töpperwien
© WDR/Herby Sachs, SpotOn

21. Januar 2021 - 16:48 Uhr

Schwester von Rolf Töpperwien

Für mehr als 30 Jahre und in über 700 Fußballspielen kommentierte sie leidenschaftlich das Geschehen auf dem grünen Rasen. Im Alter von 60 Jahren wird Sabine Töpperwien (60, "Tooor in Deutschland!"), die jüngere Schwester von Rolf Töpperwien (70), nun jedoch vorzeitig in Rente gehen. Dies gab der WDR bekannt, bei dem die Sportjournalistin seit 1989 fest angestellt war. Noch im selben Jahr kommentierte sie sogleich im Zuge der Europameisterschaft 1989 das erste Live-Spiel einer deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft - das Halbfinale gegen Italien.

Geschichte schrieb sie auch als erste Frau, die live aus einem Fußballstadion berichtete. Für manch archaischen, männlichen Radiozuhörer damals ein Affront. "Eine Frau auf dem Heiligen Stuhl des Fußball-Reporters - das könne doch nicht sein, hieß es beispielsweise", erinnert sie sich an diese Zeit zurück. Und auch der ein oder andere Trainer habe sie anfangs nicht ernst genommen. "Otto Rehhagel entgegnete mir mal, ich hätte doch noch nie den Schweiß einer Kabine gerochen. Und Christoph Daum riet mir, lieber mal meinen Bruder zu schicken. Frauen hatten es lange Zeit viel, viel schwerer im Reportergeschäft.

Abschied von der "Pionierin"

WDR-Intendant Tom Buhrow verabschiedet sie mit den Worten: "Sabine Töpperwien ist eine Pionierin und eine lebende Legende der deutschen Sportberichterstattung. Ich werde ihre markante Stimme, ihre leidenschaftlichen Fußball-Kommentare und ihre ausgezeichnete Sport-Kompetenz sehr vermissen. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen alles Gute."

Neben Fußball kommentierte Töpperwien auch bei den Olympischen Spielen, beim Eiskunstlauf oder Tischtennis. 2001 wurde sie zur Chefin der WDR-Sportredaktion Hörfunk ernannt, 2006 zur Teamchefin Hörfunk der ARD. Ihr Karriereende, das bereits zum Monatsende in Kraft tritt, habe gesundheitliche Gründe, heißt es.

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