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Nach Rammsteinkonzert: Ben sucht die Eine unter 50.000 - hilft Facebook-Aufruf?

Die Blicke trafen sich am Bratwurststand

Chance vertan: Ben sucht nach Konzert die Eine unter 50.000

Bei dem Konzert entdeckt Ben eine Frau in der Menge, die er gerne wiedersehen möchte.
Ben Zimmermann ist spontan zum Rammsteinkonzert nach Hamburg gefahren.
Privat

von Jule Blaase

Ein Lächeln hier, ein flüchtiger Blick da und schon ist der Moment vergangen: Manchmal sieht man in der Hektik des Lebens einen fremden Menschen und ärgert sich danach, dass man sich doch nicht getraut hat, ihn oder sie anzusprechen. So geht es aktuell auch Ben aus Gladenbach. Beim Rammsteinkonzert in Hamburg am 15. Juni erlebt er mehrere besondere, kleine Momente mit einer unbekannten Frau. „Was an dem Tag gelaufen ist, ist mir in meinen 41 Jahren noch nicht passiert“, erzählt er im Gespräch mit RTL Nord auch eine Woche später noch. Mithilfe eines Facebookposts versucht er jetzt, sie zu finden.

Meet Cute Nummer 1: Die Blicke kreuzen sich im Innenraum

Aktuell befindet sich Rammstein auf großer Tour.
Bei Konzerten von Rammstein geht es immer heiß her.
alf fdt, dpa, Jens Koch

Sie fragen sich jetzt bestimmt, was ein „Meet Cute“ ist. Sie haben ihn unterbewusst wahrscheinlich schon mehrere Male gesehen: Der „Meet Cute“ beschreibt eine Filmszene, in der sich zwei Charaktere, die im Laufe des Films zu Partnern werden, zum ersten Mal auf besondere oder humorvolle Weise begegnen. Der erste Meet Cute zwischen Ben und der mysteriösen Frau ereignet sich ganz zu Beginn des Konzerts. Ben hat spontan noch eine Karte für das Rammsteinkonzert bekommen und sich mit dem 9-Euro-Ticket allein auf den Weg gemacht. Seine Karte ist für den Innenraum. Dort angekommen, heißt es erst mal „Kühlgetränk und was zu futtern.“ Nachdem er einen guten Platz gefunden und sich mit den Leuten in seiner Umgebung etwas unterhalten hat, passiert es: Sein Blick trifft auf eine „hübsche, junge, blonde Frau mit leicht rötlichen Lippen, im Top und leicht tätowiert.“ Die Blicke der beiden kreuzen sich, sie müssen lächeln. „Sie kam so rein, ich hab sie aus dem Augenwinkel gesehen und keine Ahnung wie das entstanden ist, aber wir mussten beide lächeln. Es war sofort Sympathie da“, erinnert er sich im Gespräch mit RTL Nord. Während sie zu einer Gruppe anderer Menschen dazu stößt, werfen die beiden sich weitere Blicke zu. Das Konzert startet, Ben und die schöne Unbekannte verlieren sich aus den Augen.

Meet Cute Nummer 2: Der Bratwurststand

Während des Konzerts ist es Ben unmöglich, nochmal einen Blick auf die Fremde zu erhaschen. Dafür genießt er die Show auch zu sehr. „Das Konzert war endgeil, eine klare 12 von 10.“ Gemeinsam mit den 50.000 anderen Fans macht er sich danach auf den Weg zur S-Bahn. „In dem Trubel hast du dich quasi wie im Kuhtrieb gefühlt, da bist du erstmal durch die Masse geeiert.“ Zu dem Zeitpunkt ist er sich schon sicher, die fremde Frau nicht nochmal wiederzusehen. „Ich bin dann raus und hab gedacht: Naja, war schon cool aber hey, hier sind tausende von Menschen, die wirst du im Leben nicht mehr sehen“, beschreibt er RTL Nord seine Gedanken nach dem Konzert. Doch dann gibt das Schicksal ihm eine zweite Chance. Am Bratwurststand vor der S-Bahn entdeckt er sie im Menschenmeer tatsächlich wieder. Doch die beiden sind zu weit weg. Es folgt: Ein Blick, ein Lächeln – und schon tragen die Menschenmengen sie davon.

Meet Cute Nummer 3: Die S21 Richtung Rothenburgsort

Das Schicksal möchte Ben eine weitere Chance geben, doch noch den ersten Schritt zu wagen. Er sitzt in der S-Bahn zu seinem Hotel. Seine Haltestelle wird aufgerufen, die Türen öffnen sich, er macht den ersten Schritt aus der Tür heraus, als aus dem hinteren Teil der Bahn jemand ruft: „Tschüüüüss!“. Ben schaut sich nochmal um und tatsächlich! Er blickt in das Gesicht der fremden Frau. Beide strahlen, Ben bringt ebenfalls ein „Tschüss“ über die Lippen, winkt… und steigt dann reflexartig aus der Bahn, weil die Tür bereits piept. Die Türen schließen sich, die Bahn fährt ab. Das wars – Chance vertan. Ben versteht sich selber nicht mehr: „Die dümmste Situation war wirklich, als ich vor der verdammten Tür stand. Das war wie mit einem Brett vorm Kopf.“ In dem Moment habe er einfach nicht geschaltet. „Ich bin eigentlich gar kein zurückhaltender Typ. Aber dann ist die Bahn fort und du fragst dich: Was zum Geier hast du gerade gemacht?““

Bekommen die beiden eine neue Chance?

Auch eine knappe Woche nach dem Konzert fragt sich Ben noch: Was wäre wenn? „Die Sympathie war einfach da und der Moment war mega geil. Ich würde gerne einfach den Moment nochmal teilen und Revue passieren lassen.“ erzählt er im Gespräch mit RTL. Um möglicherweise eine Chance dazu zu bekommen, schreibt er online einen Aufruf – immerhin könnte die Frau aus ganz Deutschland kommen. „Ich habe das erst in Rammsteingruppen bei Facebook gepostet und dann hat sich das irgendwie selbstständig gemacht“, lacht er über die große Resonanz. Mittlerweile wurde der Beitrag hundertfach kommentiert und tausendfach geteilt. Die Richtige war bisher aber nicht dabei: „Es schreiben viele Leute, es sind auch mal Frauen markiert worden, aber das passt nicht so von den Bildern“, schmunzelt er. Das Feedback sei aber phänomenal. Menschen aus ganz Deutschland würden ähnliche Geschichten mit ihm teilen, die am Ende ein Happy End erlebt haben. Die Hoffnung auf ein schönes Ende seiner Geschichte hat er noch nicht aufgegeben: „Auf einen Schnack treffen, Bierchen trinken gehen und die Erinnerung teilen, das wär schon cool. Ich mein, wenn der Moment stimmt, ist das doch geil. Was kostet die Welt, lass es uns doch drauf ankommen lassen.“ Mal abwarten, ob es von diesem Film eine Fortsetzung geben wird...