Fehlbildung: Spina Bifida

Nach minimalinvasiver Operation im Mutterleib: Jaxson (2) kann tatsächlich laufen!

Entgegen aller Erwartungen: Jaxson kann mit einer Gehhilfe an den Händen seiner Eltern spazieren gehen
Entgegen aller Erwartungen: Jaxson kann mit einer Gehhilfe an den Händen seiner Eltern spazieren gehen
© Kennedy News

16. Juni 2021 - 22:25 Uhr

Der erste geglückte Fall in ganz Großbritannien

Beim Ultraschall in der 20. Schwangerschaftswoche bekommt Mutter Sherrie aus Horsham in England die Horror-Diagnose Spina Bifida. Das heißt: die Wirbelsäule ihres ungeborenen Sohnes Jaxson hat sich nicht richtig entwickelt. Es könnte bedeuten, dass er sein Leben lang gelähmt ist. Die einzige Lösung ist eine zu diesem Zeitpunkt in Großbritannien noch nie durchgeführte Operation Im Mutterleib – noch vor der Geburt.

Sherrie steht nun vor der Wahl, die Gesundheit ihres Kindes durch einen Eingriff im Mutterleib zu gefährden, oder zu riskieren, dass Jaxson niemals laufen kann. Sie entscheidet sich für die sogenannte Schlüsselloch-OP, bei der mithilfe einer winzigen Kamera, durch Sherries Bauchdecke hindurch, am ungeborenen Jaxson operiert wird.

Bei der Operation richten die Ärzte Jaxsons Wirbelsäule, was zu einer "deutlichen Verbesserung" seines Zustandes im späteren Lebensverlauf führen soll. In der 33. Schwangerschaftswoche wird Jaxson als Frühchen geboren und zur weiteren Beobachtung im King's College Hospital behalten.

Die OP hat sich jetzt schon gelohnt

Spina Bifida
Die Aufnahmen von Jaxsons Wirbelsäule durch die Miniatur-Kamera
© Kennedy News

Diese harte Zeit hat Mutter Sherrie nun hinter sich. Zwei Jahre später kann ihr Sohn Jaxson zumindest mit einer Gehhilfe laufen. Durch die Operation ist seine Wirbelsäule zwar nicht komplett geheilt, aber ihr Zustand hat sich deutlich verbessert. Jaxson muss sich jeden Schritt durch hartes Training und Unterstützung seiner Eltern erarbeitet. Aber er scheint Spaß dabei zu haben – er lernt jeden Tag dazu, berichten die Eltern.

Der Eingriff der Ärzte bleibt bis heute ein Meilenstein der Medizin in England. Bis 2019 wurden minimalinvasive Operationen überhaupt nicht durchgeführt und mussten wenn im Ausland gemacht werden. (msc)