Mutter von Elias: "Als er gestorben ist, ist ein großer Teil von mir mit gestorben"

12. August 2016 - 15:24 Uhr

"Wie lange musste mein Sohn leiden?"

Wie lebt sie ohne ihren Sohn? Das erste Mal seit der Mörder des kleinen Elias Ende Juli verurteilt wurde, spricht jetzt seine Mutter. Was es bedeutet, sein Kind auf eine so grausame Weise zu verlieren und was Elias' Mutter vom Mörder ihres Sohnes unbedingt noch wissen will.

Silvio S. hatte den sechsjährigen Elias 2015 entführt, schwer missbraucht und umgebracht. Offen und berührend spricht jetzt die Mutter von Elias über den grausamen Tod ihres Sohnes. Anita S. weiß: "So unbeschwert wie vorher wird es nie wieder sein. Als Elias gestorben ist, ist ein großer Teil von mir mit gestorben."

Der Täter brachte den kleinen Elias im Juli 2015 um. Drei Monate später entführte er sogar ein weiteres Kind. Auch den vierjährigen Mohammed missbraucht und tötet er. Im Oktober gesteht der 33-jährige. Für Elias' Mutter ist es ein Schock. Jetzt hat sie die Gewissheit, dass ihr geliebter Junge nicht mehr da ist. Elias wird nicht mehr nach Hause kommen.

"Dann zu wissen: Jetzt ist es definitiv. Ich werde ihn nie mehr sehen. Ich werde ihn nicht mehr im Arm halten. Das ist nicht in Worte zu fassen, wie sich das anfühlt." Anita S. verdrängt den Schmerz so gut es geht, nur so kann sie mit den Geschehnissen umgehen. Die Traumapsychologin, Sybille Jatzko erklärt: "Was gesund ist oder nicht, dass muss letzten Endes jeder Mensch selber entscheiden. Und er muss auch entscheiden, wieviel er an Gefühlsleben noch einmal durchleben kann, wie viel er zulassen kann."

Doch die wichtigste Frage bleibt für Elias' Mutter ungeklärt: Wie lange musste mein Kind leiden? "Wie lange wurde er gequält? Wie lange hat er sich gefragt, warum ich nicht da um ihn zu beschützen?" Doch Anita S. hat keine Antwort auf diese Fragen bekommen. Es ist besonders hart für die junge Frau, nicht genau zu wissen, wann ihr Sohn gestorben ist. Die Expertin Sybille Jatzko weiß warum: "Das ist der Tag, wo das Gefühlsleben erlaubt, den Menschen nochmal stärker zu spüren. Und ihn dann auch als Toten wahrzunehmen."

Elias' Mutter muss stark sein

Silvio S. entschuldigte sich im Prozess für seine Taten. Er ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden - ohne anschließende Sicherheitsverwahrung. Beide Seiten wollen Revision einlegen.

Elias' Mutter ist stark. Trotz des großen Schmerzes versucht sie das Leben nicht aufzugeben. Die Erinnerungen an ihren Sohn wird sie für immer im Herzen tragen, denn da lebt Elias weiter.