18. Mai 2019 - 10:26 Uhr

Wie gefährlich ist Mohn wirklich?

Eine junge Mutter aus dem US-Bundesstaat New York hat kurz vor der Geburt einen Mohnbagel gegessen - nichts ahnend, welche Folgen das haben würde. Denn kurze Zeit später zeigte ein Urintest, der im Krankenhaus gemacht wurde, ein erschreckendes Ergebnis: Rückstände von Opiaten. Das Krankenhaus musste Elizabeth Dominguez zunächst ohne ihr Baby verlassen.  

​Wir haben den Test gemacht, ob auch hier in Deutschland eine Opiat-Gefahr von Mohn ausgeht. Das erstaunliche Ergebnis zeigen wir im Video.

Snack mit unerwarteten Nebenwirkungen

Wehen machen Hunger. So auch bei Elizabeth Dominguez (29) aus Erie County, New York. Kurz bevor sie unter Wehen ins Krankenhaus aufbrach, aß sie deshalb einen Mohnbagel. Und ahnte nicht, was für Folgen das haben würde. Im Krankenhaus musste die junge Frau, wie in den USA üblich, eine Urinprobe abgeben. Das erschreckende Ergebnis: die Urinprobe enthielt Opiate. Schockiert rief Elizabeth Dominguez ihren Mann an, der als erster die Vermutung äußerte, das Ergebnis könnte vom Verzehr des Mohnbagels kommen.

Im Laufe des Tages wurde Baby Carter geboren - und das Krankenhauspersonal begann sofort, ihn auf Anzeichen eines Opioidentzugs zu überwachen. Außerdem alarmierten sie den Kinderschutzdienst. "Ich fühlte mich wie eine schreckliche Mutter, obwohl ich nichts falsch gemacht hatte", sagte Elizabeth Dominguez gegenüber der New York Post. 

„Ich fühlte mich wie eine schreckliche Mutter“

Elizabeth Dominguez und Baby Carter
Elizabeth Dominguez durfte ihren neugeborenen Sohn Carter nur kurz in den Armen halten.
© rtl.de

Doch es kam noch schlimmer: Zwei Tage nach der Entbindung wurde die junge Mutter aus dem Krankenhaus entlassen. Ihr wurde jedoch mitgeteilt, dass Baby Carter wegen möglicher Entzugserscheinungen eine weitere Nacht im Krankenhaus bleiben müsse. Ohne sie.

Kurze Zeit später kam die Entwarnung: Der Drogentest war tatsächlich ausschließlich wegen des verzehrten Mohnbagels positiv gewesen. Aber der Schock sitzt tief. Jetzt warnt die 29-Jährige andere werdende Mütter davor, Mohn zu essen.

Testirrtümer passieren immer wieder

Die Geschichte mag sich kurios anhören, doch Fehlalarme bei Schnelltests gibt es immer wieder.  Auch Elizabeth Eden wurde 2018 für fünf Tage von ihrer neugeborenen Tochter getrennt, weil sie am Morgen ihres Wehenbeginns einen Mohnbagel gegessen hatte. 

Wie kommen Opiate in Mohn-Produkte?

Mohnsamen enthalten tatsächlich geringe Mengen sogenannter Opium-Alkaloide, also die Substanzen, die in Heroin den Rausch oder in starken Schmerzmitteln die Betäubung verursachen. Allerdings ist die Menge in den Mohnsamen, die wir auf Brötchen oder im Mohnkuchen finden, zu gering, als dass sie eine berauschende Wirkung haben könnte. Sensible Drogentests schlagen allerdings bereits auf winzige Mengen Opium an. Dann kann es sein, dass der Verdacht im Raum steht, man habe Drogen konsumiert - obwohl nur Mohnkuchen oder ein leckerer Bagel mit Mohn auf dem Speiseplan stand.  

Dominguez zumindest wünschte, irgendjemand hätte sie vorher gewarnt: "Werdende Mütter werden ständig gewarnt, alles Mögliche nicht zu essen - warum warnen sie nicht vor Mohn?"