Meningokokken-Klage abgewiesen: Simons Eltern starten Spendenaufruf

Seit seinem zweiten Lebensjahr kämpft Simon Seyfarth mit den Folgen einer Meningokokken-Infektion.
Seit seinem zweiten Lebensjahr kämpft Simon Seyfarth mit den Folgen einer Meningokokken-Infektion.
© Facebook/Simon Seyfarth

07. Juli 2018 - 11:52 Uhr

Eltern müssen Gerichtskosten selbst tragen

Seit er mit zwei Jahren an einer Meningokokken-Infektion erkrankte, kämpfen die Eltern von Simon Seyfarth (11) für seine Rechte. Sie sind sich sicher: Der schlimme Leidensweg ihres Kindes sei die Folge eines ärztlichen Behandlungsfehlers. Immer wieder müssen sie deshalb vor Gericht ziehen. Doch nun wurde auch die letzte Klage auf Entschädigung abgewiesen – und die Familie soll die Kosten selbst tragen. In ihrer Not starteten die Seyfarths nun einen Spendenaufruf.

Keine Entschädigung für Simons Leid

Sie kämpfen schon so lange für die Rechte ihres Sohnes, doch nun müssen sie einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Sven und Karin Seyfarth wollten nur Gerechtigkeit und eine angemessene Entschädigung, um die hohen Kosten für die Behandlung von Simon decken zu können. Der Elfjährige musste bereits über 70 Operationen über sich ergehen lassen, sein linkes Bein wurde amputiert. Doch das Gericht sieht die Schuld für sein Schicksal nicht beim Krankenhaus, in dem Simons Meningokokken-Vergiftung damals beinahe zu spät erkannt wurde.

Immense Kosten treiben die Familie zu einem verzweifelten Schritt

Auch die letzte Klage wurde nun abgewiesen – fatal für die ohnehin schon geplagte Familie. Denn jetzt sollen die Seyfarths die Gerichtskosten selbst tragen. Eine hohe finanzielle Belastung angesichts der ohnehin schon riesigen Kosten für die Hilfsmittel, die Simon den Umgang mit seiner Behinderung erleichtern sollen, wie etwa orthopädische Schuhe und teure Narbensalben. Deshalb wenden sich die verzweifelten Eltern nun mit einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit, um ihrem Kind ein würdevolles Leben ermöglichen und weiterkämpfen zu können. Sie wollen nicht aufgeben und beim Bundesgericht Karlsruhe eine Nichtzulassungsbeschwerde einreichen – auch wenn die Chancen auf Erfolg minimal sind.