Neue Studie belegt

Lungenkrebs: Röntgenuntersuchung erkennt knapp ein Viertel der Fälle nicht

Ein klassisches Röntgenbild ist bei der Diagnose von Lungenkrebs nicht immer verlässlich.
Ein klassisches Röntgenbild ist bei der Diagnose von Lungenkrebs nicht immer verlässlich.
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25. Oktober 2019 - 19:32 Uhr

Röntgen zur Lungenkrebsdiagnose ist nicht genau genug

Röntgenuntersuchungen gelten als gängiges Verfahren, wenn es um die Diagnose von Lungenkrebs geht. Eine neue Studie der University of Leeds und der University of Exeter (England) hat jetzt allerdings aufgedeckt, dass bei fast 25 Prozent aller Patienten mit Lungenkrebs eine verlässliche Diagnose durch ein klassisches Röntgenverfahren gar nicht möglich ist. Die Ergebnisse der Studie wurden im englischsprachigen Fachblatt "British Journal of General Practice" veröffentlicht.

Bis zu 23 Prozent der Tumore werden nicht erkannt

Durch die Auswertung von 21 älteren Studien, an denen insgesamt mehr als 1.000 Patienten teilnahmen, wurde festgestellt, dass Röntgengeräte bis zu 23 Prozent der Tumore nicht identifizieren können. Lediglich 77 bis 80 Prozent der Krebserkrankungen wurden tatsächlich erkannt.

Forscher sicher: Wäre Röntgen neuartig, würde man es nicht verwenden

Trotz dessen, dass Röntgen seit vielen Jahren als standardisierte Methode zur Diagnose von Lungenkrebs eingesetzt wird, mangelt es bislang an Studien, die eine einwandfreie Treffsicherheit des Verfahrens garantieren.

Würde es sich um eine neue Technologie handeln, wäre es laut des Forscherteams sogar fragwürdig, ob die aktuelle Beweislage ausreichen würde, um die Methode als diagnostischen Test für Lungenkrebs zu etablieren.

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Alternative zum klassischen Röntgenbild

Aufgrund der alarmierenden Ergebnisse fordern die Universitätsforscher nun, dass herkömmliche Röntgenaufnahmen zur Feststellung von Lungenkrebs nicht weiterverwendet werden – zu hoch ist das Risiko einer Fehldiagnose.

Als Alternative schlagen sie die Computertomographie (kurz: CT) vor. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Röntgenverfahren, mit dessen Hilfe sich der menschliche Körper in mehreren Querschnittbildern (sogenannten Schichtaufnahmen) darstellen lässt.

Im Vergleich zur konventionellen Röntgenaufnahme, bei der nur grobe Strukturen und Knochen sichtbar werden, ermöglicht das CT auch detaillierte Aufnahmen von Weichteilgeweben. Außerdem wird der Patient nicht nur aus einer Richtung durchstrahlt, sondern durch eine sich drehende Röntgenröhre aus allen Richtungen "schichtweise" untersucht.