Nacht des 31. August 1997

Lady Diana (†36): Diese Worte kamen ihr nach dem Unfall noch über die Lippen

Lady Diana starb nach einem tragischen Autounfall in Paris.
Lady Diana starb nach einem tragischen Autounfall in Paris.
© imago/ZUMA Press, imago stock&people

25. Juni 2021 - 13:51 Uhr

Augenzeugen über den Kampf um Lady Dianas Überleben

Am 1. Juli wäre sie 60 Jahre alt geworden. Lady Diana starb nach einem tragischen Autounfall am 31. August 1997. Nun wurden ihre letzten Tage für eine bahnbrechende Serie und einen Podcast neu untersucht. Die britische "Daily Mail" sprach dafür mit einer Reihe von entscheidenden Augenzeugen und Dianas engsten Vertrauten. Dabei kommen neue Details ans Licht, die auch Dianas Todesnacht in Paris näher beleuchten. Rettungskräfte erinnern sich an den erfolglosen Kampf um das Überleben der Prinzessin von Wales und ihre letzten Worte.

Arzt Frederic Mailliez ist der Erste an der Unfallstelle

Prinzessin Diana hinterließ ihre zwei Söhne: Prinz Harry und Prinz William.
Prinzessin Diana hinterließ ihre zwei Söhne: Prinz Harry und Prinz William.
© picture-alliance / dpa, epa AFP Eggitt

Auf den Straßen von Paris kurz vor der Einfahrt zum Tunnel Pont de l'Alma kommt es zu dem tragischen Unfall kurz nach Mitternacht. Dianas Fahrer, Henri Paul, verliert die Kontrolle über den Wagen und kollidiert mit einer Geschwindigkeit von etwa 105 kmh mit einem Tunnelpfeiler. Ein Aufprall, der tödlich für Henri Paul und Dianas damaligen Lebensgefährten, Dodi Al-Fayed, endet. Dianas Bodyguard Trevor Rees Jones und die Mutter von Prinz William (39) und Prinz Harry (36) überleben die Kollision mit schweren Verletzungen.

Frederic Mailliez, ein französischer Arzt, kommt zufällig an der Unfallstelle vorbei und leistet Erste Hilfe. Im Gespräch mit "Daily Mail" erinnert er sich: "Ich versuchte der jungen Frau zu helfen. Sie saß hinten auf dem Boden [im Mercedes] und ich entdeckte dann, dass sie eine sehr schöne Frau war und keine [ernsthaften] Verletzungen im Gesicht hatte. Sie blutete [damals] nicht, aber sie war fast bewusstlos und hatte Schwierigkeiten beim Atmen." Mit nur wenig Ausrüstung und auf sich allein gestellt, versucht Mailliez Diana zu helfen. Mit seinem Mobiltelefon ruft er den Notdienst –dass es sich bei der verletzten Frau um die Prinzessin von Wales handelt, ahnt der Mediziner zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Oh mein Gott, was ist passiert?“

Nach und nach treffen Polizei und Feuerwehr ein. Unter ihnen der Feuerwehr-Sergeant Xavier Gourmelon, der Diana Beistand leistet und damit Zeuge ihrer letzten Worte wird. Er erklärt: "Sie sprach auf Englisch und sagte: 'Oh mein Gott, was ist passiert?'" Daraufhin habe Gourmelon versucht, die Prinzessin zu beruhigen. Abgesehen von einer verletzten Schulter waren keine körperlichen Verletzungen sichtbar. "Aber man kann sich nicht nur auf das verlassen, was man sieht", weiß der Feuerwehrmann heute. Denn als die Rettungskräfte Diana aus dem Auto holen, hört plötzlich ihr Herz auf zu schlagen. Gourmelon erinnert sich, dass er und ein Kollege Diana eine Herzmassage geben, woraufhin ihr Herz wieder beginnt, zu schlagen.

"Von da an lag [ihre Behandlung] ganz in den Händen der Ärzte", berichtet der Feuerwehrmann. Der Krankenwagen, in dem auch Notarzt Jean-Marc Martino mitfährt, setzt sich langsam und bedacht in Bewegung: Jede Erschütterung oder Beschleunigung könnte sich auf den instabilen Blutdruck der damals 36-Jährigen auswirken und tödlich enden. Der Krankenwagen nähert sich dem Krankenhaus, als Dianas Blutdruck erneut abfällt. Martino befiehlt dem Fahrer, anzuhalten, während er weitere Behandlungen durchführt. Er erhöht den Dopaminspiegel. Die Prognose ist nicht gut. Das Krankenhauspersonal bereitet sich auf das Schlimmste vor.

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Diana erleidet weiteren Herzstillstand im Krankenhaus

Um 2:06 erreicht der Krankenwagen endlich die Klinik. Die Prinzessin befindet sich in einem traumatischen Schockzustand. Der diensthabende Chirurg, Dr. Bruno Riou, beginnt seine Behandlung, unter der zwei Röntgenaufnahmen gemacht werden. Sie zeigen, dass Diana innerlich blutet. Sie erleidet einen weiteren Herzstillstand, worauf sie eine Herzdruckmassage und Adrenalin bekommt. Doch der Kampf scheint verloren. Der Allgemeinchirurg Dr. Monsef Dahman wird hinzugezogen, um mit einem chirurgischen Eingriff die inneren Blutungen zu lokalisieren und zu stoppen. Um 2:30 trifft Professor Alain Pavie, einer der renommiertesten Kardiochirurgen Frankreichs, ein. Er lässt die Prinzessin von ihrer Bahre in den Operationssaal bringen, wo er die Quelle der Blutung ausfindig macht und unter Kontrolle bringt. Aber Dianas Herz fängt nicht wieder an zu schlagen. Das Operationsteam weiß nun, dass es keine Hoffnung mehr gibt. Trotzdem versuchen sie weiter, sie zu retten.

Eine Stunde Wiederbelebungsversuch - ohne Erfolg

Die "Königin der Herzen" war die meistfotografierte Frau der Welt.
Die "Königin der Herzen" war die meistfotografierte Frau der Welt.
© dpa, B2800 epa John Giles Pa

Um 4 Uhr morgens, knapp 3,5 Stunden nach dem Unfall, beschließt Dianas Ärzteteam, die Wiederbelebungsversuche einzustellen, die seit mindestens einer Stunde ohne Aussicht auf Erfolg laufen. Sie haben den Adrenalinvorrat aufgebraucht. Sie haben alles getan, was sie konnten und mehr, aber Dianas Verletzungen waren stärker. Die berühmteste, meistfotografierte Frau der Welt wird offiziell für tot erklärt. "Oh mein Gott, was ist passiert?" sollten nicht nur Dianas letzte Worte bleiben, sondern auch die Reaktion der Welt auf ihre tragische Todesnachricht. (lkr)