Männer? Braucht sie nicht!

Unbefleckte Empfängnis: Komodowaran-Weibchen zeugt selbständig Junge

Zwei der drei Komodowaran-Babys, die ohne Männchen gezeugt wurden
Zwei der drei Komodowaran-Babys, die ohne Männchen gezeugt wurden
© CNN

13. März 2020 - 10:21 Uhr

Diese Babys hat sie ganz allein gemacht

Faszinierende Meldung aus dem Chattanooga-Zoo in Tennessee, USA: Das Komodowaran-Weibchen "Charlie" bekam bereits letzten Sommer Nachwuchs – und wie jetzt bekannt wurde, hat sie den komplett allein gezeugt. Ein DNA-Test bewies: Ihr wurde zwar Männchen "Kadal" als Partner zur Verfügung gestellt, doch an dem hatte sie anscheinend wenig Interesse. In einem extrem seltenen biologischen Vorgang befruchtete sie ihre Eizellen nämlich selbst.

Selbst ist die Frau

"Kadal, du bist nicht der Vater!" erklärte der Zoo auf seiner Facebookseite. "Die DNA-Ergebnisse zeigen, dass die Jungen tatsächlich durch Parthenogenese entstanden sind." Bei diesem Vorgang übernimmt eine unbefruchtete Eizelle des Weibchens sozusagen die Aufgabe eines Spermiums und befruchtet eine andere, wie das Wissensmagazin "Science American" erklärt. Ein Schäferstündchen mit einem Männchen wird somit überflüssig.

Nur 0,1 Prozent aller Wirbeltiere zu "unbefleckter Empfängnis" fähig

Bisher sind nur 70 Arten von Wirbeltieren bekannt, die zu dieser Art von Fortpflanzung fähig sind – das sind gerade einmal 0,1 Prozent aller Wirbeltiere. "In der Wildnis sind Komodowarane hauptsächlich Einzelgänger und werden oft gewalttätig, wenn man sich ihnen nähert. Deshalb entwickelten die Tiere die Möglichkeit, sich sowohl durch Sex als auch durch Parthenogenese fortzupflanzen", klärt der Chattanooga-Zoo in seinem Post auf.

Waran-Dame Charlie kam also quasi wie die Jungfrau zum Kind. Dem Nachwuchs geht es prächtig: "Onyx", "Jasper" und "Flint", alle männlich, wachsen schnell heran. Bleibt nur zu hoffen, dass Kadal sich jetzt nicht in seiner Männerehre gekränkt fühlt…