Kaltes Essen, lange Wartezeiten und Co.: Ihre Rechte als Lieferservice-Kunde

24. Juli 2016 - 10:20 Uhr

Ärger mit Lieferdiensten

Um Zeit und Nerven in der Küche zu sparen, greifen viele Deutsche zum Hörer oder bestellen ihr Essen im Netz. Egal ob Mittag- oder Abendessen, ob Pizza, Sushi oder Nudeln: Die mehr als 20.000 Bestelldienste in Deutschland bieten alles, was das Herz begehrt. Über das Angebot selbst kann sich kaum jemand beschweren, über den Service aber schon.

Auf diversen Plattformen im Internet tummeln sich Bewertungen für die Lieferdienste, darunter nicht nur gute. Viele Kunden beschweren sich über lange Wartezeiten, über fehlendes Kleingeld, falsche Lieferungen und -ganz besonders häufig - kalte Ware. Doch Sie müssen sich das nicht bieten lassen! Gemeinsam mit der 'Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein' zeigen wir Ihnen, was Sie beachten müssen.

Bei kaltem Essen

Endlich klingelt es an der Tür und das heiß ersehnte Abendessen ist da. Doch dann - laut Bewertungen - der Klassiker: Es ist kalt. Stellt man das fest, ist der Auslieferer meist schon weg - und mit ihm das Geld.

Aus diesem Grund empfehlen Experten, die Temperatur des Essens immer zu prüfen, während der Lieferant noch da ist. Sind Pizza, Pasta und Co. eindeutig kalt, können Sie die Annahme nämlich verweigern. Ansonsten haben Sie kaum Chance, Ihr Geld zurück zu bekommen.

Bei falscher Lieferung

Wenn der Lieferdienst Ihnen zum Beispiel statt einer Salami- eine Hawaii-Pizza bringt, verstößt er gegen den geschlossenen Vertrag. Denn es gilt: Zu liefern ist das, was auch bestellt wurde. Schwierig ist dabei für Sie nachzuweisen, dass die Bestellung falsch ist.

Auch in diesem Fall gilt: Prüfen Sie das Gelieferte immer gleich. Ist damit etwas nicht in Ordnung, können Sie das Essen direkt beim Bringer reklamieren und der ist dann verpflichtet, Ihnen das zu bringen, was Sie auch wirklich bestellt haben.

Lange Wartezeiten und fehlendes Kleingeld

Bei Verspätung

Wenn der Magen knurrt und das Essen nach einer Stunde immer noch auf sich warten lässt, ist ein kleiner Konflikt mit dem Lieferanten vorprogrammiert. Fordert er dann noch die volle Summe für das Essen, steht die eigene Geduld auf dem Prüfstand. Doch müssen Sie wirklich zahlen, wenn die Lieferung zu spät kommt?

Es kommt darauf an, was Sie im Voraus mit dem Lieferservice abgemacht haben. Wurde schriftlich eine bestimmte Lieferzeit oder ein Lieferzeitraum vereinbart, dann können Sie bei verspäteter Lieferung eine Minderung des Kaufpreises verlangen.

Eine andere Alternative wäre der Rücktritt vom Kaufvertrag. Hierfür muss allerdings bei der Bestellung eine zumutbare Frist gesetzt worden sein. Ab wann Sie als Kunde den Rücktritt erklären können, ist gesetzlich nicht festgelegt. Bei einer Pizza ist jedoch von einer üblichen und zumutbaren Wartezeit von 30 bis 45 Minuten auszugehen.

Bei fehlendem Wechselgeld

Manche Auslieferer haben extra wenig Kleingeld dabei, um sich mehr Trinkgeld zu verschaffen. Aber ist das rechtens und was können Sie dagegen tun?

Eigentlich ist es Sache des Lieferdienstes, für ausreichend Wechselgeld zu sorgen. Gesetzlich verpflichtet ist er dazu allerdings nicht. Die Bezahlung müssen nämlich immer Käufer und Verkäufer regeln. Wenn Sie nur einen 100-Euro-Schein zu Hause haben und damit eine einzige Pizza zahlen wollen, sollten Sie dies bereits im Voraus abklären. So kann der Auslieferer sich um genügend Wechselgeld kümmern und Sie nur so viel Trinkgeld geben, wie Sie auch möchten.