Junge (9) begeht Selbstmord wegen 'Minecraft' – wie gefährlich ist das Online-Spiel?

10. November 2017 - 13:28 Uhr

Er durfte nicht in der Online-Gruppe mitspielen

Ein neunjähriger Junge hat sich das Leben genommen, weil Freunde ihn beim Online-Computerspiel 'Minecraft' nicht mitspielen ließen. Der Junge aus dem nordrhein-westfälischen Hattingen hat sich erhängt. Wie gefährlich ist Minecraft für unsere Kinder? Was ist das für ein Spiel, und vor allem: Worauf müssen Eltern besonders achten? Wir haben wichtige Tipps für Sie.

Minecraft-Spieler erschaffen eine eigene Welt

Es wird bei Minecraft nicht geballert, und es fließt auch kein Blut. Stattdessen kann der Minecraft-Spieler eigene Welten erschaffen. Das Rollenspiel gilt als pädagogisch wertvoll. Doch warum bringt sich deswegen jemand um? Wir haben das Spiel ausprobiert und festgestellt, dass man wirklich sehr leicht in Kontakt mit anderen Usern kommt. "Gerade wenn man die User kennt, kann man sich sehr schnell ausgeschlossen fühlen, wenn die nicht mit einem kommunizieren", findet RTL-Reporterin Caroline Gall.

Ist Minecraft ein Netzwerk für Pädophile?

Minecraft machte schon im Juni 2016 Schlagzeilen, als ein Pädophiler über die Chatfunktion Kontakt mit einem 12-Jährigen aufgenommen und ihn entführt hatte. "Es sind sehr junge Kinder dort unterwegs. Und das ist ja genau das, was Pädosexuelle ganz oft suchen", sagt Journalistin Beate Krafft-Schöning, die auf das Thema "Sexuelle Gewalt gegen Kinder im Internet" spezialisiert hat.

Um ihr Kind im Internet zu schützen, sollten Eltern vor allem darauf achten, nie den Kontakt zum Kind zu verlieren, es nie im Internet alleine zu lassen und immer darauf zu achten, wie es ihm gerade geht, erklärt Psychologin Dr. Katharina Ohana.

Weitere Tipps und was der Computerkonzern 'Microsoft' zum Selbstmord des Neunjährigen sagt, erfahren Sie im Video.

Hier finden Sie Hilfe bei Suizid-Gedanken

Kreisen Ihre Gedanken darum, sich das Leben zu nehmen oder sorgen Sie sich um einen Angehörigen? Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Unter frnd.de finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote. Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.