Invisibobble-Erfinderin Sophie Trelles-Tvede

Mit 18 Jahren macht sie aus einer cleveren Idee ein erfolgreiches Unternehmen

Mit 18 Jahren gründet Sophie Trelles-Tvede die Firma Invisibobbles
© Instagram, Sophie Trelles-Tvede

14. September 2020 - 15:32 Uhr

Über 100 Millionen Spiralgummis verkauft

Als Sophie Trelles-Tvede sich vor neun Jahren für eine Campus-Party fertig macht, fehlt der damals 18-Jährigen nur noch das richtige Haarstyling. Kurzerhand greift sie sich ein altes Telefonkabel. Am nächsten Morgen stellt sie fest: Trotz Pferdeschwanz hat sie keine Kopfschmerzen und auch der sonst übliche Knick in den Haaren fehlt. Aus der cleveren Idee entsteht ein erfolgreiches Unternehmen: Erst kürzlich hat Invisibobble seinen hundertmillionsten Spiralgummi verkauft.

4000 Euro Startkapital für Invisibobble

Eigentlich wollte Sophie eine klassische Bankkarriere einschlagen. Doch dann hat sie während des Studiums die Spiralhaargummis erfunden. Mit ihrem damaligen Freund Felix Haffe gründet sie das Startup Invisibobble. Ihre spiralförmigen Haargummis werden zunächst über Friseursalons, danach auch in Drogerieketten vertrieben. "An unser Konzept eines Haargummis, das keinen Abdruck hinterlässt und keine Kopfschmerzen verursacht, haben wir von Anfang an geglaubt", sagt Sophie, "Nicht aber zwangsläufig daran, dass unser Unternehmen auch ein Erfolg wird."

Die ersten vier bis fünf Jahre nach der Gründung nimmt fast niemand das junge Unternehmen wirklich ernst. "Meine Freunde haben mich noch lange dafür ausgelacht, dass ich im Unterricht Rechnungen geschrieben oder Konzepte für unseren Social-Media-Auftritt entwickelt habe", so Sophie. Und nicht nur die Studienfreunde machen sich lustig: "Ein potenzieller Partner auf einer Messe hat es gar nicht erst für möglich gehalten, dass ich die Gründerin sein könnte und mir sofort entgegnet: Ich rede nicht mit einer Praktikantin."

Mit einem Startkapital von nur 4000 Euro ist Invisibobble von Anfang an profitabel. Sophie und Felix verzichten auf schicke Büros und auch bei den Personalkosten sind sie zunächst sehr sparsam. "Am Anfang haben wir die Philosophie verfolgt: Wir machen alles, was wir können selber. Wir haben wie verrückt gearbeitet und uns immer gefragt: Ist diese Anschaffung wirklich nötig?", sagt Sophie. Jede einzelne Investition wird ständig hinterfragen – und das zahlt sich am Ende aus.

Invisibobble Liebling der Friseure

Invisibobble konzentriert sich zunächst auf die Friseure als Geschäftspartner. Mit Hilfe der Haarprofis werden die Spiralgummis weiterentwickelt. "Für uns war am Anfang besonders die Unterstützung von Friseuren extrem wichtig. Wir wollten, dass sie unser Produkt lieben und uns Feedback geben. Wir haben deswegen ein Jahr lang mit Friseuren zusammengearbeitet, um unsere Haargummis so gut wie möglich zu machen", sagt Sophie.

Die Partnerschaft zahlt sich für Invisibobble aus: Viele Friseure sehen die Vorteile des Produkts und empfehlen es den Kundinnen weiter. "Damit haben wir viel Vertrauen gewonnen und mussten die ersten fünf Jahre gar kein Geld für Werbung ausgeben."

Inzwischen gibt es viele Fälschungen und Trittbrettfahrer. Für Sophie hat das allerdings auch Vorteile: "Das Schlimmste, was einem neuen Produkt passieren kann, ist, dass es die Kunden nur für einen Trend halten." Und das sind die Invisibobbles nicht mehr. Sie haben sich auf dem Markt etabliert. Sophie hat deshalb ein klares Ziel: "Wir wollen Marktführer sein und unsere Kunden sollen verstehen, dass wir das Original sind."

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