Lebensraum und Nahrung hilft den Bienen

So bauen Sie ein Insektenhotel

Ein Insektenhotel können Sie einfach selbst bauen.
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20. Mai 2020 - 9:04 Uhr

Die Bienen haben es in Deutschland nicht leicht

Draußen sitzen und dem Brummen der Bienen lauschen - herrlich! Die kleinen Insekten haben es derzeit aber nicht so leicht, denn ihr Lebensraum wird immer knapper. Bäume werden gefällt, Wiesen werden bebaut. Doch hey, jeder von uns kann den Insekten helfen. Zum Beispiel die richtigen Pflanzen eintopfen oder ein Insektenhotel aufstellen. Wie genau das geht, zeigen wir hier.

Eine gute Tat vollbringen für alle Biene Majas da draußen

"In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt" - Sooo viel müssen wir gar nicht dafür tun, um diesen Ohrwurm weiterhin ganz unbesorgt summen zu können- etwa ein Insektenhotel bauen oder für die richtige Bienen-Nahrung sorgen. Biene Maja und ihr Erfinder Waldemar Bonsels wären bestimmt stolz auf uns.

So bauen Sie ein Insektenhotel

Eine gute Möglichkeit, um Bienen und Insekten im Allgemeinen zu helfen, sind Insektenhotels. Diese dienen ihnen als Unterschlupf und Nistplatz.

Das brauchen Sie dafür:

  • Hartholz für das Baugerüst (weiches Holz splittert zu schnell). Dafür eignen sich Buche, Eiche, Esche oder Holz von einem Obstbaum.
  • einen Bohrer
  • einen Hammer und Nägel oder Kleber, um die Bretter für das Gerüst zu befestigen
  • Röhrchen aus Bambus, Schilf oder Ähnlichem

>> Insektenhotel-Bausätze mit Holz, Leim und Schmiergelpapier gibt es übrigens auch online* 🛒 oder in Baumärkten zu kaufen. 

Und dann einfach loslegen und Ihr eigenes Insektenhotel bauen. Denn der Kreativität sind bei der Konstruktion (fast) keine Grenzen gesetzt. Es gibt da nur ein paar klitzekleine Kleinigkeiten, die Sie beachten sollten, damit Sie auch wirklich Gäste in Ihrem Hotel verbuchen können:

  • Das Holz muss absolut trocken sein, sonst kann sich Schimmel bilden.
  • Die Schlupflöcher immer senkrecht zur Faserrichtung des Holzes bohren. Also nicht so, dass die Jahresringe zu sehen sind. Denn sonst können Risse im Holz entstehen, in denen sich die Feuchtigkeit sammelt und somit wieder Schimmel bilden kann.
  • Die Löcher unterschiedich groß bohren, am besten zwischen zwei und neun Milimeter. So bietet man verschiedenen Insekten einen Unterschlupf.
  • Die Röhrchen und Bohrlöcher aushöhlen und innen gut säubern. Schon die kleinsten Splitter können die Flügel der Insekten beschädigen.
  • Die Röhrchen sollten keine scharfe Kanten haben, sonst können sich die Tierchen verletzen.
  • Die Röhrchen an einem Ende mit Ton oder Gips verschließen.
  • Das Hotel in der Sonne und vor Wind und Wetter geschützt drapieren. Dabei nicht direkt auf den Boden stellen, sondern lieber ein paar Zentimeter über dem Boden befestigen.
  • Diese Materialien mögen Insekten überhaupt nicht, daher auf diese lieber verzichten: Lehm, Strohhalme, Kiefernzapfen, (Plexi-)Glas, Beton und Holzziegel.
Hier können die Insekten sich verletzen
So sollten die Röhrchen nicht aussehen. Diese hier sind zu ausgefranst und nicht richtig sauber. Die Bienen könnten sich verletzen.
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Auf die richtigen Pflanzen kommt es an

Nicht nur im Sommer sind die kleinen Brummer so richtig fleißig. Auch im Frühjahr und Herbst sind Bienen auf der Suche nach Nahrung. Besonders wählerisch sind sie dabei nicht. Auf ihrer Speisekarte steht ein bunter Mix an verschiedenen Pflanzen.

Und da die Bienen für uns immens wichtig sind – Stichwort Bestäubung – können wir den Insekten im Gegenzug ein bisschen unter die Beinchen greifen und ihnen ein blumiges Zückerlein schenken - mit den richtigen Pflanzen auf Balkonien und im Garten. Zum Beispiel diesen hier:

  • Kräuter, wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian. Diese blühen zwischen März und September – je nach Sorte.
  • Euodia, auch Bienenbaum genannt, blüht zwischen Juni und Oktober. Der Strauch ist bekannt für seine vielen weißen Blüten, die den kompletten Strauch übersäen. Kein Wunder, dass die Bienen so auf ihn stehen.
  • Mahonien tragen ihre kleinen gelben Blüten von April bis Mai.
  • Kirsch- oder Apfelbaum – zugegeben, nur etwas für Leute mit einem Garten. Die Bäume fangen etwa Ende März an zu blühen.
  • Winterjasmin ist für all diejenigen, die den Bienen auch außerhalb der Hochsaison Nahrung bieten wollen. Denn wie es der Name schon verrät, beginnt die Pflanze bei einem milden Winter schon im Dezember zu blühen, ansonsten im Januar. Bis April trägt sie ihre gelben Blüten.

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