Im Podcast "heute wichtig"

Ex-„Volle Kanne“-Moderator Ingo Nommsen: „Ich wollte immer allen gefallen“

Ingo Nommsen alsModerator einer Preisverleihung (Archiv)
Ingo Nommsen alsModerator einer Preisverleihung (Archiv)
© picture alliance/dpa, Thomas Frey, tfr

24. Oktober 2021 - 8:52 Uhr

Moderator Ingo Nommsen über den Mut zum Nein-Sagen

Jahrzehnte lang versprühte Ex-"Volle Kanne"-Moderator Ingo Nommsen (50) gute Laune, aber das war oftmals nur Fassade. Nachts lag er grübelnd im Bett. Sagt, er habe immer versucht, die Bedürfnisse anderer zu befriedigen. Warum damit jetzt Schluss ist!

"Immer allen anderen gefallen wollen, immer Konflikten aus dem Weg gehen"

Privates behält Ex-ZDF-Moderator Ingo Nommsen gerne unter Verschluss. Nun aber rechnet er öffentlich mit sich selbst ab: "Ich habe nie gelernt, wie man Konflikte richtig austrägt. Für mich waren drohende Konflikte immer so eine Art Knoten, die sich bei mir im Hirn aufgetan haben und die mich dann dazu gebracht haben, oft nächtelang nicht zu schlafen, bei Entscheidungen und dann immer mit Entscheidungen zu hadern."

Ein Teufelskreis der Unzufriedenheit und seelischen Unausgeglichenheit aus dem der heute 50-Jährige erst rauskam, als er vor vier Jahren nach dem Tod seines Vaters anfing, seinen Gefühlen auf den Grund zu gehen:

"Dann kam im Laufe dieses Prozesses irgendwie dieses kleine Ding, das mir Zeit meines Lebens wie so ein Klotz am Bein hing, dieses immer zu nett sein, immer allen anderen gefallen wollen, immer Konflikten aus dem Weg gehen", erzählt Ingo Nommsen jetzt im Podcast "heute wichtig".

Ingo Nommsen wagt jetzt mehr Mut zum “Nein!”

ARCHIV - 26.08.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Moderator Ingo Nommsen sitzt bei einem Fototermin zum 20. Jubiläum der ZDF Fernsehsendung "Volle Kanne" im Studio (zu dpa: «Tod von Vater war ein Wendepunkt für Ingo Nommsen»). Foto: Henning K
Ingo Nommsen in der ZDF-Sendung "Volle Kanne"
© dpa, Henning Kaiser, bsc chs alf

In seiner Familie habe es nie "Stress" gegeben, seine Mutter habe Mantras verteilt, die Kinder sollen immer "schön brav" sein. "Das hatte ich dann augenscheinlich mit in mein Erwachsenenleben genommen und bin dort vielen Streitereien einfach aus dem Weg gegangen." In Ingo Nommsens aktuellem Buch "Hilfe, ich bin zu nett!" beleuchtet er diese Schwäche, zwar auch mit einem Augenzwinkern, aber mit ernster Botschaft.

Nach dem Tod seines Vaters habe sich der Ex-Volle Kanne Moderator die Frage gestellt, was er vom Leben wolle. Eine Erkenntnis traf ihn besonders hart: "Ich hatte zwar auf der einen Seite diesen Traumberuf als Moderator sehr erfolgreich gelebt, aber alles andere ist im Prinzip hintenangestanden."

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Was macht der Ex-ZDF-Moderator Ingo Nommsen heute?

Also traute er sich Stück für Stück mal öfter "Nein" zu sagen und für das einzustehen, was ihm wichtig ist. Nommsen entwickelte damals seine ganz eigenen, persönlichen Werte nach denen er künftig leben möchte.

Heute ist der 50-Jährige verheiratet, Vater, tourt mit seinem Comedy Live-Programm durch Deutschland, hat einen eigenen Podcast mit prominenten Gästen, wie Steffen Hallaschka und vor allem: Ist mich sich selbst im Reinen. "Mein Leben ist wirklich heute viel, viel entspannter und ich kann einfach Dinge, die ich machen will, mit viel mehr Energie machen, weil ich auch die Kraft dazu habe, als dass dauernd dieses Grübel-Karussell im Kopf abgeht und das ist ein ganz tolles Gefühl für mich."

Eine weitere Grenzerfahrung

Zurückgeworfen hat Ingo Nommsen in den letzten Jahren also nichts mehr, nur seine Corona-Erkrankung Anfang des Jahres machte dem Moderator und Stand-up Comedian lange danach noch zu schaffen: "Plötzlich fielen mir die Haare büschelweise aus!" Warum seine Ärztin davon nicht überrascht war und wie es Ingo Nommsen heute gesundheitlich geht, erzählt er – neben seinen Tipps für mehr Zufriedenheit.

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