Im Podcast "heute wichtig"

Stotterer Sebastian Koch: "Es gibt immer noch zu wenig Stotternde in der Öffentlichkeit"

Sebastian Koch macht einen Stotterer-Podcast
Sebastian Koch macht einen Stotterer-Podcast
© dpa, Uwe Anspach, ua bwe

22. Oktober 2021 - 10:03 Uhr

Podcast zum Welttag des Stotterns

Störungen wie psychische Krankheiten beeinträchtigen den Alltag von Betroffenen enorm – sind auf den ersten Blick aber so gut wie gar nicht ersichtlich. Anders ist es beim Stottern, das man beispielsweise bei Sebastian Koch recht schnell wahrnimmt. Zum Welttag des Stotterns erzählt er bei "heute wichtig" von den Reaktionen.

Gesellschaft wird Stotterern gegenüber sensibler, meint Koch

Sebastian Koch ist Journalist und Podcaster – eine mittlerweile häufig vorkommende Kombination. Doch sein "Ppppodcast" ist trotzdem nicht wie jeder andere. Das Stottern darf und soll mitgelesen werden, denn Koch ist Stotterer und sein Podcast ist deshalb auch von Stotterern, für Stotterer. Dazu bekommt er vor allem positive Nachrichten, weil es nach wie vor immer noch viel zu wenige Menschen gibt, die auch mit einer Symptomatik in der Öffentlichkeit auftreten.

Viele kennen bekannte Persönlichkeiten wie den US-Präsidenten Joe Biden oder Schauspieler Bruce Willis, die zwar mal gestottert haben, diese Sprachstörung aber weitestgehend hinter sich gelassen haben. Stotternde Personen wie Koch hört man jedoch seltener. Trotzdem findet er, dass die Gesellschaft endlich Fortschritte macht: "Menschen mit Einschränkungen kommt im Moment der Zeitgeist zugute, glaube ich. Die Gesellschaft wird sensibler und es ist viel auf dem richtigen Weg, auch wenn es natürlich immer noch viele Probleme gibt", erzählt er bei "heute wichtig".

Außerdem im Podcast: Das Frauenproblem des Bundestags

Wo die Gesellschaft dringend noch mehr Fortschritte machen muss, ist ihre Bundesregierung. Die Frauenquote im neuen Bundestag ist lediglich von 31 Prozent auf 34 Prozent gestiegen. Nach wie vor erschreckend, wenn man bedenkt, dass in Deutschland mehr Frauen als Männer leben, sie politisch aber vollkommen unterrepräsentiert sind.

Dass so wenige Frauen im Bundestag sitzen, wäre auch der veralteten Arbeitskultur geschuldet, sagt die Politikerin Anke Domscheit-Berg. Sie ist selbst Mutter und für die Linke in den Bundestag eingezogen. 18-Stunden-Tage, Sitzungen an den Wochenenden, Dienstreisen, all das würde überdurchschnittlich oft Frauen benachteiligen. Genauso wie digitale Gewalt, die in der Politik vor allem Frauen trifft und junge Politikerinnen vor einer Laufbahn abschreckt. Eines macht sie jedoch vorsichtig hoffnungsvoll: die kommende Ampel-Regierung. Mit ihr könnten sich die politischen Verhältnisse für Frauen tatsächlich verbessern, hofft Domscheit-Berg.

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