Tipps für eine Wasservergiftung

Hyperhydration: Darum kann zu viel Kontakt mit Wasser für Hunde gefährlich werden

Zu viel Wasser kann bei Hunden zu einer Wasservergiftung führen.
Zu viel Wasser kann bei Hunden zu einer Wasservergiftung führen.
© picture alliance / dpa, Jens Büttner, jbu pzi

23. August 2021 - 11:54 Uhr

Zwei von drei Hunden sterben an einer Wasservergiftung, weil sie zu spät entdeckt wird

Wie wir Menschen freuen sich auch Hunde an heißen Sommertagen über eine Abkühlung im See, Fluss oder Meer. Doch aufgepasst: Gerät zu viel Wasser in den Körper eines Hundes, kann dies zu einer sogenannten "Hyperhydration", also einer Wasservergiftung, führen. Diesen Schock musste auch Bloggerin Angela, auf Instagram unter "tasselsandfringes" bekannt, erleiden. Ihr Hund Juno begann nach dem Plantschen in einem Bach plötzlich zu zittern und zu speicheln und konnte sich nicht mehr bewegen. Wir erklären, warum eine solche Wasservergiftung bei den Vierbeinern vorkommt und wie Sie im Notfall handeln sollten.

Wie entsteht eine Wasservergiftung?

Bezüglich der Wasserzufuhr bei Hunden gilt generell die Faustregel: Pro Kilogramm Körpergewicht sollten die Tiere 100 Milliliter Wasser pro Tag zu sich nehmen. Wird diese Menge deutlich überschritten, gerät das Gleichgewicht aus Wasser und Elektrolyten außer Balance. Der Natriumgehalt im Körper sinkt, die Zellen lagern Wasser ein und die Urinproduktion wird verringert, wodurch das Wasser den Körper des Tieres nicht mehr verlassen kann. Zugleich steigt das Durstgefühl.

Wird die Vergiftung nicht erkannt, kann sie im schlimmsten Falle zum Tod führen – zum einen, wenn die im Kopf angeschwollenen Zellen für einen Überdruck sorgen und zum anderen, wenn sich die Lungenbläschen mit Wasser füllen.

Lese-Tipp: Bei Hitzewellen: Petition fordert Bußgelder für Gassi gehen mit Hunden

Welche Symptome sind zu erkennen?

Ein erstes Anzeichen einer Hyperhydration ist eine plötzliche Verhaltensänderung des Hundes in den ersten 20 bis 30 Minuten nach dem Spielen im Wasser. Dies erlebte auch Angela und berichtet bei Instagram: "Juno hat gestern nach dem Plantschen im Bach plötzlich sehr stark zu zittern und zu speicheln begonnen und wollte sich nicht mehr bewegen. Wir waren sofort alarmiert und sind mit ihr in die nächste Klinik gefahren."

Außerdem können folgende Symptome auf eine Wasservergiftung hindeuten:

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
  • Abgeschlagenheit
  • Erbrechen
  • aufgeblähter Bauch
  • unruhiges Verhalten
  • helle Schleimhäute und weite Pupillen
  • im fortgeschrittenen Stadium: Atembeschwerden, Muskelzucken, Koordinationsstörungen und Krämpfe

So handeln Sie im Notfall richtig

Bemerken Sie nach dem Spielen im Wasser eine Veränderung bei Ihrem Hund, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen. Wird eine Hyperhydration nicht umgehend behandelt, führt sie in der Regel innerhalb von zwei bis acht Stunden zum Tod.

Auch Angela appelliert mit diesem und weiteren Tipps an ihre Follower: "Gebt dem Hund kein weiteres Wasser (auch wenn er Durst hat, weil er erbrechen musste). Wenn er Nahrung annimmt, könnt ihr ihm ausnahmsweise Salzstangen füttern, um dem Elektrolythaushalt zumindest schonmal ein bisschen zu helfen. Aber wenn ihr das Gefühl habt, dem Hund geht es nach dem Baden wirklich super schlecht, dann einfach nicht lang fackeln und in die Klinik." (jos)