Schmetterlinge im Bauch

Was passiert im Körper, wenn man verliebt ist?

14. Februar 2019 - 19:52 Uhr

Die Chemie muss stimmen

Liebe kann man nicht kaufen - und auch nicht erzwingen. Damit wir uns auf eine Person einlassen können, müssen erstmal die Grundbedingungen stimmen, weiß Dr. Ralph-Uwe Mletzko, Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie:

"Verliebtheit ist in erster Linie die Bereitschaft dazu, sich auf etwas einzulassen. Da spielen Erfahrungen eine Rolle, aber auch visuelle Reize. Erst wenn das der Fall ist, kommt es zur Freisetzung von Hormonen."

Und dann kann so eine Verbindung auch mal ein Leben lang halten - so wie bei Gerda und Karl Heinz Kramers. Im Video verrät das Ehepaar, das seit über 60 Jahren gemeinsam durchs Leben geht, was für die ewige Liebe unverzichtbar ist.

"Jemanden riechen können"

Tatsächlich geht die Liebe aber vor allem durch die Nase. Und das aufgrund von Pheromonen, die wir ganz automatisch produzieren. Das Hormon gilt als Botenstoff zwischen zwei Individuen einer Art und sorgt dafür, dass wir überhaupt erst auf den oder die Richtige aufmerksam werden und eine bestimmte Person vielleicht sogar gut riechen können.

Berauschender Hormoncocktail

Sind wir verliebt, pocht uns das Herz bis zum Hals, wir haben Schmetterlinge im Bauch und sind voller Energie. All diese Anzeichen lassen sich zurückführen auf drei zentrale Hormone:

"Der Cocktail aus Serotonin, Dopamin und Noradrenalin führt dann quasi zu der rosaroten Brille der Verliebtheit, die man in dem Stadium allgemein kennt", erklärt Dr. Mletzko.

Oxytocin sorgt für Vertrauen

Damit Liebe aber Bestand hat, braucht es vor allem das Vertrauenshormon Oxytocin: "Als erstes lernen wir das kennen, wenn wir auf die Welt kommen. Es ist verantwortlich für die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Wir können aber auch Oxytocin freisetzen, indem wir uns Streicheleinheiten geben. Das führt zu einer vermehrten Freisetzung des Hormons und schafft die Vertrauensbasis, die man braucht, um in einer Partnerschaft auch langjährig zusammen zu bleiben", so der Spezialist.

Der Mensch ist nicht zum Einzelgänger geboren

Hormone hin oder her, für den Mediziner gibt es da noch eine ganz plausible Erklärung: "Ich persönlich glaube, dass wir uns tatsächlich verlieben, weil wir als Mensch nicht zum Einzelgänger geboren sind. Weil wir die Zweisamkeit immer suchen und es natürlich auch einfacher ist, ein Leben erfüllt zu leben, wenn man es mit jemandem teilen kann."