Neue Hunde-Studie

Hormone spielen verrückt: Auch Hunde kommen in die Pubertät

Auch Hunde können in die Pubertät kommen.
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13. Mai 2020 - 13:16 Uhr

Kritische Phase: Wenn Hunde Kommandos ignorieren

Mit der Pubertät werden Kinder zu Erwachsenen. Was so banal klingt, ist eine Phase der Entwicklung, die sowohl von vielen Jugendlichen als auch ihren Eltern als Herausforderung empfunden wird und die mit vielen Konflikten zwischen beiden Seiten einhergehen kann. Falls Herrchen und Frauchen beim Umgang mit ihrem Hund an ihre Grenzen stoßen: Auch Hunde können sich in der Pubertät wie manche Teenager ein wenig daneben benehmen. Sie beginnen dann vermehrt, Kommandos ihrer Herrchen zu ignorieren - während sie auf andere Personen nach wie vor hören. 

Auch bei Hunden spielen in der Pubertätszeit die Hormone verrückt

Bei Hunden setzt diese Entwicklungsphase im Alter von ein paar Monaten ein. Auch hier hat es wie bei Jugendlichen etwas mit Hormonen zu tun. Das sei ähnlich zu Kindern, die während der Pubertät vor allem mit ihren Eltern in Konflikt gerieten, berichten Wissenschaftler in den "Biology Letters" der britischen Royal Society.

Hündinnen, deren Bindung zu ihren Herrchen nicht besonders stabil ist, werden der Studie zufolge früher geschlechtsreif als solche mit einer sehr starken Bindung. Auch dies sei vom Menschen bekannt. Bei Säugetieren ist die Pubertät mit dramatischen hormonellen Veränderungen und einer Neuorganisation des Gehirns verbunden, schreibt das Team um Lucy Asher von der Newcastle University (Großbritannien).

Pubertät bei Hunden setzt mit 8 Monaten ein

Bei Hunden setzt diese Entwicklungsphase mit etwa acht Monaten ein. Dass auch sie dann eine sehr sensible Phase durchlaufen, werde in einigen Kreisen diskutiert, etwa unter Hundetrainern. Ihre Studie sei aber ihres Wissens die erste, die empirische Belege dafür liefere, so die Forscher.

Sie hatten zunächst die Halter von 70 Hündinnen, die zum Begleithund ausgebildet wurden, nach dem Bindungsverhalten ihrer Tiere befragt. Also ob die Hunde etwa bei anstehender Trennung nervös und zittrig werden oder ob sie häufig die Nähe ihres Halters suchen. Solche Verhaltensweisen werteten die Forscher als Anzeichen für eine nicht sichere Bindung. In einem zweiten Studienteil untersuchten sie bei insgesamt 93 Hunden, wie gut diese vor und während der sensiblen Pubertätsphase auf Kommandos hören.

Pubertät kann für Hunde Konsequenzen haben: Oft drohen Tierheim oder Gewalt

Die Auswertung ergab, dass Hündinnen mit einer schwächeren Bindung zu ihren Haltern früher geschlechtsreif werden als Hündinnen mit einer stabilen Beziehung. Mit Erreichen der Pubertät wurden die Hunde dann häufiger aufsässig und hörten nicht mehr so gut auf Kommandos wie "Sitz!" - allerdings nur, wenn sie von ihren Haltern gegeben wurden. Auf fremde Personen reagierten sie nach wie vor gut. Dieser Unterschied lasse vermuten, dass das Verhalten nicht lediglich auf Veränderungen der Hormone oder der Hirnorganisation zurückgehe. Bei Hunden mit einer eher unsicheren Bindung zu ihren Haltern war der Ungehorsam stärker ausgeprägt.

Dass die Geschlechtsentwicklung von sozialen Beziehungen beeinflusst wird, sei von vielen Arten bekannt. Ihre Studie liefere Hinweise für einen artübergreifenden Einfluss von Mensch zu Hund. Bei den meisten Hunden gehe die Phase des Ungehorsams wieder vorbei - dennoch könne sie weitreichende Konsequenzen haben: Studien zufolge würden viele Hunde genau in dem betreffenden Alter in Tierheime abgegeben. Oder Halter versuchten, ihre Tiere mit Gewalt gefügig zu machen. Es sei zu hoffen, dass so etwas vermieden werden könne, wenn Hundehaltern klar wird, dass das Problemverhalten wie bei den meisten Jugendlichen nur vorübergehend ist, schließen die Wissenschaftler.

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Quelle: RTL.de / ntv.de / DPA