Darauf sollten Eltern achten

Homeschooling: Mit Sicherheit digital lernen - so klappt's

Kind macht zu Hause Hausaufgaben (Symbolbild)
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22. Januar 2021 - 19:33 Uhr

Gefahren von Homeschooling nicht ignorieren

Statt Unterrichtsmaterialen tauchen plötzlich Nacktfotos auf, Schüler erhalten sexualisierte Nachrichten. In Zeiten von Home-Schooling ist wohl genau das DIE Horrorvision vieler Eltern – die nun an zwei Grundschulen in Niederbayern und Hessen Realität geworden ist. In beiden Fällen haben sich Unbekannte Zugang zur Lernplattform der jeweiligen Grundschule verschafft und den Schülern dort Nacktbilder beziehungsweise pornographische Inhalte gezeigt. Wie können Lehrer und Eltern Kinder beim digitalen Lernen schützen? Welche Sicherheitsvorkehrungen sollten Sie bei der Nutzung von Chats und Apps treffen?

Digitales Lernen birgt auch Sicherheitsrisiken

Die Möglichkeiten des digitalen Lernens sind vielfältig: Ob Unterricht in Form von Videokonferenzen, Lern-Videos oder Wissensvermittlung über Apps oder Lernplattformen – das alles ist spätestens seit Beginn der Corona-Pandemie für die meisten Schüler Alltag geworden. Allerdings bringt das digitale Lernen auch Gefahren, derer sich Eltern, Lehrer und Schüler bewusst sein sollten.

Achten Sie auf Ihre Privatsphären-Einstellungen

Das Polizei Niederbayern rät Nutzern sogenannter Open Source Plattformen, die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend anzupassen und den Chat unbedingt mit einem Passwort zu schützen. Der Chat sollte immer von einem Administrator betreut werden, der dem "Beitritt" eines neues Mitgliedes zustimmen muss. Die Herausgabe von Passwörtern und Links zur Einladung sollten nur an den Personenkreis erfolgen, der zum Online-Unterricht eingeladen wird.

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Grundsätzlich sollten Sie so wenige persönliche Daten wie möglich weitergeben. Das betrifft neben dem Namen und der Adresse beispielsweise auch die Telefonnummer und das Geburtsdatum, aber auch Passwörter und IDs für Messenger-Dienste und ähnliches. Dadurch wird Fremden die Kontaktaufnahme mit den Kindern erschwert.

Sorgen Sie für einen Basisschutz des verwendeten Geräts

Wenn Kinder Laptop oder PC zum digitalen Lernen nutzen, sollte ein Basisschutz vorhanden sein: Schützen Sie das Gerät unbedingt durch ein Virenschutzprogramm und eine Firewall. Aktivieren Sie automatische Updates. Sicherheitsupdates schließen Lücken, die Cyberkriminelle ausnutzen können. So schützen Sie sich beim Surfen im Internet sowie beim Download von Dateien vor Computerviren und Datenklau.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt außerdem die Installation eines Jugendschutzprogramms ("Filter"). Diese Programme sind oftmals bereits Bestandteil von Virenschutzprogrammen. Über diese können Eltern die Computernutzung Ihrer Kinder einschränken. Dazu zählen beispielsweise die Sperrung bestimmter Internetinhalte sowie die Beschränkung der Nutzungszeiten oder der Laufzeit bestimmter Programme.

Diese Suchmaschinen sollten Kinder nutzen

Das BSI rät davon ab, dass Kinder Suchmaschinen Google oder Yahoo nutzen. Stattdessen sollten Kinder Suchen im Internet – auch für den Unterricht – über Suchmaschinen wie fragFINN, Blinde Kuh oder Helles Köpfchen durchführen. Bei diesen Kindersuchmaschinen werden laut BSI nur Webseiten aufgenommen, die die Standards für kindgerechte Inhalte erfüllen.

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Tipps für das digitale Lernen mit Apps

Grundsätzlich empfiehlt das BSI, nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen wie etwa den im Smartphone oder Tablet voreingestellten App-Stores zu installieren. Außerdem sollten Eltern prüfen, auf welche Funktionen des Geräts die App zugreifen möchte. Denn nicht immer sei der Zugriff auf Kamera, Mikrofon oder Ortungsdienste notwendig. Unter dem Punkt "Einstellungen" können Sie einmal gewährten Zugriffsrechten jederzeit widersprechen und diese nachträglich auch wieder entziehen, so das BSI. Sollten sich ungerechtfertigte Zugriffe unter "Einstellungen" nicht abschalten lassen, sollten Sie die App nicht installieren.

Prüfen Sie unbedingt sogenannte In-App-Käufe. Denn einige kostenlose Apps schalten bestimmte Funktionen nur gegen Bezahlung frei. Das kann gerade bei Kindern zu ungewollt hohen Mobilfunkkosten führen. Hinterlegen Sie deswegen ein Passwort oder schließen Sie Käufe innerhalb der App aus.

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Es gibt eine Reihe von Seiten, die spezielle Lern-Apps für Kinder und Jugendliche empfehlen. Das BSI empfiehlt beispielsweise "Klick-Tipps", "Ene-mene-mobil", "Schau hin" oder "Internet ABC". Auf jeden Fall sollten Eltern zu Beginn des digitalen Lernens Ihre Kinder beim Spielen, Lernen und Ausprobieren begleiten und auf die Gefahren aufmerksam machen. Damit steht einem sicheren Lernen nichts mehr im Wege.

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