Hilferuf an RTLZirkusfamilie in Corona-Not: "Wir wissen nicht, wohin!“

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Zirkusfamilie Kaiser sucht eine Unterkunft für den Winter.
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Scheinwerferlichter in der Manege, leuchtende Kinderaugen, Akrobatik-Show: Alles das fällt beim süddeutschen Circus Kaiser gerade flach. Wegen der Corona-Beschränkungen ist der Zirkus gerade in der Stadt Neuenburg am Rhein (Baden-Württemberg) gestrandet. Weil der Familien-Zirkus gerade nicht auftreten kann, gibt es keine Einnahmen. 15 Zirkus-Mitglieder und 30 Zirkus-Tiere müssen trotzdem irgendwie versorgt werden. Doch damit nicht genug: In ein paar Tagen soll die Familie wohl ihren aktuellen Stellplatz in der Stadt Neuenburg verlassen – und weiß dann einfach nicht mehr, wo sie hin soll. Hilfesuchend wandten sie sich deshalb an RTL.

“Wir wissen momentan nicht, wie es weitergehen soll.“

Zirkus-Direktor Edmund Kaiser ist verzweifelt: “Wir wissen momentan nicht, wie es weitergehen soll.“ In neunter Generation zieht er mit seiner Zirkus-Familie durch Südbaden. Zuletzt gastiert der Zirkus in der Kleinstadt Neuenburg. Eigentlich wollte er dann nach Freiburg weiterziehen. Doch die neuen Corona-Beschränkungen vom 2.November machen der Familie einen Strich durch die Rechnung. Sie dürfen nicht mehr auftreten, müssen deswegen ihre Shows in Freiburg absagen. Konnten nach einigen Angaben deswegen auch nicht dorthin weiterziehen. “Das Auftrittsverbot ist traurig für uns, weil der Zirkus unser Leben ist und alles daran hängt - unsere Existenz“, sagt Edmund Kaiser. Ein paar Wochen hält er noch so durch, dann wird es richtig eng.

“Es ist ja nicht so, dass wir hier irgendjemand zur Last liegen"

Am liebsten würde der Zirkus in Neuenburg bleiben. “Die Bevölkerung freut sich, dass wir hier sind. Die Leute kommen vorbei, um sich die Tiere anzuschauen“, erzählt Edmund Kaiser. Doch laut dem Zirkus gibt es Probleme mit der Stadt Neuenburg. In einem Schreiben, das RTL vorliegt, weist die Stadt daraufhin, dass der Aufenthalt des Zirkus nur bis zum 2. November also die Dauer des eigentlich geplanten Gastspiels, genehmigt sei. Zwar wurde die Frist laut Edmund Kaiser zwar nach einem Gespräch mit der Stadt verlängert, doch dann solle der Zirkus von seinem derzeitigen Aufenthaltsort weg. Edmund Kaiser kann das nicht verstehen: “Es ist ja nicht so, dass wir hier irgendjemanden zur Last liegen, geschweige denn dem Bürgemeister zur Last liegen oder irgendwelche Forderung an ihn gestellt haben.“

Dabei ist die Existenz des Zirkus’ sowieso schon bedroht: Das Geld für das Tierfutter wird knapp – die Lamas, Alpakas und Ponys brauchen Heu. Außerdem ist Edmund Kaisers Schwiegertochter ist hochschwanger – Windeln und Babynahrung werden benötigt.

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RTL hakt für Zirkus-Familie nach

Derweil halten die Bürger der Stadt Neuenburg für den Circus Kaiser zusammen. Edmund Kaiser berichtet uns, dass mehrere Sachspenden eingerichtet worden seien. Eine Bürgerin erzählt uns von einem eingerichteten Spendenkonto und Unterstützung von einem Neuenburger Supermarkt.

RTL hat für den Circus Kaiser bei der Stadt Neuenburg nachgehakt: Warum darf der Zirkus nicht auf dem aktuellen Gelände bleiben? Schriftlich teilt ein Sprecher mit, dass die aktuell vom Zirkus genutzten Grundstücke überwiegend in Privatbesitz seien und einzelne Grundstückseigentümer nicht dazu bereit, ihr Grundstück zur Verfügung zu stellen. Hinzu käme, dass die Aufenthaltsfläche zwischen einer Landes- und einer Bundesstraße läge und somit eine Gefahrenlage für Mensch und Tier aufgrund des laufenden Straßenverkehrs darstellt. Ferner bestehe keine direkte Zufahrt auf die genutzten Flächen. Aufgrund dieser Umstände sei ein längerer Aufenthalt auf den derzeit genutzten Grundstücken nicht möglich.

Stadt Neuenburg sichert Hilfe zu

Nachdem RTL bei der Stadt Neuenburg angefragt hat, sichert uns diese aber schriftlich auch zu, der Familie Kaiser auf der Suche nach einem geeigneten Quartier zu helfen. Außerdem prüfe man staatliche finanzielle Hilfen. Die Stadt sei zuversichtlich, eine gemeinsame Lösung für ein geeignetes Quartier zu finden.

Edmund Kaiser und seine Familie macht das mehr als glücklich. Auch wenn noch nicht ganz klar ist, wo er ab nächster Woche mit dem Zirkus sein wird, weiß er: An einer Lösung wird gearbeitet. Unterkriegen lassen will sich die Familie nicht: “Aufgeben werden wir auf gar keinen Fall. Das ist unsere Existenz, unser Leben.“

Wer in der Region ein Grundstück zur Verfügung hat und der Familie helfen möchte, kann sich außerdem gerne per Mail an post@rtl.de wenden, unter dem Stichwort “Circus Kaiser“.