Kleiner Einsatz, große Wirkung

Heizkosten runter durch smarte Thermostate: Wie Sie Energie und Geld sparen

Mit ein bisschen Technik lässt sich beim Heizen eine Menge Geld sparen
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24. August 2020 - 10:18 Uhr

Wie Sie das Eigenheim etwas smarter machen

Es muss nicht immer direkt die megamoderne Heizung der Energieeffizenzklasse A++ sein, um die Heizkosten zu drücken. Klar, wer kann, sollte seine in die Jahre gekommene Heizung bei Gelegenheit (und ausreichend Geld) austauschen lassen. Damit lässt sich sehr viel Geld einsparen. Aber die Investition ist auch nicht ohne. Und nicht jeder lebt im Eigenheim und kann darüber bestimmen, wie geheizt wird. Was aber hilft Energie einzusparen, sind "intelligente" Heizkörperthermostate* 🛒. Mit den kleinen Helfern am Heizkörper lassen sich alle Räume im Haus oder in der Wohnung genau an Ihre Wünsche und Bedürfnisse anpassen. Und wenn niemand zu Hause ist, regeln die Geräte die Temperatur beispielsweise auf sparsame 15 Grad herunter.

Mechanisch ist gut - digital ist besser

Das Mechanische Heizkörper-Thermostat
Bietet wenig Einstellmöglichkeiten: das mechanische Heizkörper-Ventil
© RTL, Torsten Rabe

Das normale Heizkörperthermostat arbeitet mechanisch und kann nur händisch angepasst werden. Eine einmal eingestellte Temperatur wird dann so lange gehalten, bis sie jemand verändert. Wenn Sie also die Heizung im Wohnzimmer auf Stufe 3 einstellen, wird das Zimmer etwa 20 Grad warm – das reicht für ein Wohnzimmer. Doch wenn Sie ins Bett gehen und den Regler nicht auf eine kleinere Stufe stellen, bleibt es bei der eingestellten Temperatur. Es wird die ganze Zeit geheizt, wenn die Heizungsanlage nicht eine generelle Nachtabsenkung vorsieht.

Damit werfen Sie praktisch Geld zum Fenster raus. Also drehen Sie abends den Heizkörper auf Stufe 2 und lassen den Raum auf 16 Grad abkühlen. Auf diese Weise reduzieren Sie die Heizlast in der Nacht und am folgenden Tag immerhin um rund 24 Prozent, wie sich mit Heizlast-Rechnern im Netz ermitteln lässt. Das ist schon eine ganze Menge. Doch leider ist dann das Wohnzimmer kalt, wenn Sie von der Arbeit kommen. Dann müssen Sie erst wieder aufheizen.
Wichtiger Tipp: Es wird nicht schneller warm, wenn Sie das Thermostat voll aufdrehen. Alles in allem ist die händische Raumtemperaturregelung doch recht unpraktisch.

Alles reine Einstellungssache

Die Heizstufen am mechanischen Thermostat und ihre Temperaturen, wenn die Heizung problemlos arbeitet und richtig eingestellt ist:

  • * hält die Raumtemperatur bei etwa 7 Grad
  • 1 hält die Raumtemperatur bei etwa 12 Grad
  • 2 hält die Raumtemperatur bei etwa 16 Grad
  • 3 hält die Raumtemperatur auf etwa 20 Grad
  • 4 hält die Raumtemperatur bei etwa 24 Grad
  • 5 hält die Raumtemperatur bei etwa 28 Grad

Digitale Helfer erleichtern die Temperaturregelung

Digitaler Heizkörper-Thermostat
Digitaler Heizkörper-Thermostat: So regelt man die Raumtemperatur auf digitale und smarte Art.
© RTL, Torsten Rabe

Intelligente und programmierbare Heizkörper-Regler* 🛒, beispielsweise von Tado, Homematic oder AVM, übernehmen hier die Steuerung. Sie lassen sich individuell anpassen und können jeden Raum in Haus oder Wohnung so temperieren, wie Sie es brauchen. So lassen sich die Heizkörper im Bad zum Beispiel in der Zeit von 6 Uhr bis 8 Uhr auf kuschelige 23 Grad einstellen (genau in der Zeit, in der Sie sich für den Tag fertig machen). Anschließend wird das Badezimmer in der Regel den ganzen Tag kaum noch benutzt, also kann die Temperatur auf sagen wir 18 Grad runtergefahren werden.

Zum Feierabend hin stellen Sie die Raumtemperatur vielleicht auf 21 Grad. Ausreichend, um sich "bettfein" zu machen. Und auch in der Nacht können hier Heizkosten durch eine heruntergeregelte Temperatur erreicht werden. Und so können Sie ganz genau die Temperaturen in jedem Raum an Ihr Leben und die konkrete Nutzung anpassen. Zudem ist diese Anpassung inzwischen kinderleicht.

Thermostate programmieren? Das schaffen auch Laien

Hier werden die Heizkörper gesteuert
Die Temperatursteuerung der Heizkörper wird am Router vorgenommen.
© RTL, Torsten Rabe

Glücklicherweise braucht man heutzutage kein Informatikstudium mehr, um die kleinen Helfer an der Heizung einzustellen. Je nach Hersteller geht das per App, direkt am Thermostat oder am Computer. Wir haben uns beispielsweise das System von Fritz!* angeschaut. Viele Menschen nutzen schon eine Fritz!Box als Router*, um ins Internet zu kommen. Und damit ist das Steuergerät für die Thermostate in vielen Haushalten schon vorhanden.

Die Einbindung der Regler in das sogenannte Heimnetzwerk erfolgt dann per Knopfdruck am Router. Jetzt noch das Thermostat an den Heizkörper schrauben – fertig. Schon können Sie die Raumtemperatur an Ihre Bedürfnisse in der Benutzeroberfläche des Routers einstellen.

Kleiner Wehmutstropfen für Technikfreunde: Das Fritz!-System ist nicht über Sprachassistenten wie etwa Alex oder Siri zu steuern. Wer also seine Heizkörper per Sprache steuern möchte, kann aber auf eines der vielen anderen Systeme zurückgreifen, die das können.

Welche Temperatur in welchem Zimmer?

Die richtige Temperatur für jeden Raum
Nicht jedes Zimmer braucht die gleiche Temperatur. Im Bad darf es aber schon mal etwas wärmer sein.
© iStockphoto

Grundsätzlich sollte man sich temperaturmäßig in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlen. Und da die Menschen in ihrem Temperaturempfingen sehr unterschiedlich sind, müssen Sie Ihre Wohlfühltemperatur für sich festlegen. Aber es gibt Richtwerte, die Ihnen helfen, die Raumtemperatur so einzustellen, dass Sie optimal sparen können.

  • Badezimmer         22 Grad
  • Wohnzimmer        20 Grad
  • Kinderzimmer       21 Grad
  • Arbeitszimmer      20 Grad
  • Küche                  18 Grad
  • Schlafzimmer       15 Grad

Wie gesagt, diese Werte sind nur Empfehlungen. Aber bedenken Sie: Jedes Grad weniger ergibt im Schnitt eine Energieeinsparung von sechs Prozent. Allerdings sollten die Räume auch nicht zu kalt oder zu warm werden. Wenn Sie Räume längerfristig auf unter 15 Grad abkühlen lassen, besteht die Gefahr von Schimmelbildung. Egal, wie Sie Ihre Heizkörper nun regulieren, wir haben hier noch weitere Tipps, wie Sie die Kosten fürs Heizen reduzieren können.

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