Hunde, Katzen und Co. bestatten

Was passiert, wenn das geliebte Tier stirbt?

Immer mehr Menschen in Deutschland bestatten ihre gestorbenen Haustiere.
© RTL

18. März 2020 - 16:52 Uhr

von Gizem Schumann

Nur wenige Menschen machen sich Gedanken darüber, was mit dem geliebten Haustier passiert, wenn es stirbt. So weit wollen viele Besitzer verständlicherweise nicht denken. Dennoch ist es wichtig, die Optionen zu kennen, wenn der Fall mal eintritt. Der Hund, die Katze und auch andere Haustiere können beerdigt werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit für eine Einzeleinäscherung, eine Sammeleinäscherung oder sogar eine anonyme Einäscherung.

Das geliebte Tier beerdigen

Natürlich ist es jedem Haustierbesitzer erlaubt, das geliebte Tier auf dem eigenen Grundstück zu vergraben – sofern es nicht in einem Natur- oder Wasserschutzgebiet liegt. Rund 1,3 Millionen Hunde und Katzen versterben pro Jahr. Nur 50 Prozent werden laut Bundesverband der Tierbestatter auf Privatgrundstücken beerdigt. Alternativ gibt es deutschlandweit rund 120 Tierfriedhöfe. Besitzer verpflichten sich dazu, ein Grab zu pachten. Die durchschnittlichen Kosten für drei bis fünf Jahre bei einer Erdbestattung können bei etwa 300 bis 600 Euro liegen. Eine Pachtverlängerung ist oft auch möglich.

Wie funktioniert eine Sammeleinäscherung?

Der Trend gehe aber immer mehr zur Einäscherung, da viele Besitzer ihre Tiere bei sich haben wollen, so Thomas Heisrath, der Geschäftsführer der RETB Rhein-Erft Tierbestattung in Erftstadt. Dabei unterscheidet man unter einer Einzel- oder Sammeleinäscherung. "Bei einer Sammeleinäscherung werden mehrere Tiere gleichzeitig eingeäschert, so dass die Asche dann nicht mehr nach einzelnen Tieren zu trennen ist und die Asche dann anschließend vom Krematorium beigesetzt wird", erklärt Heisrath. Die Verbrennung erfolgt in speziell zugelassenen Tierkrematorien, wovon es in Deutschland etwa 30 gibt. Der Preis für eine Sammeleinäscherung geht beim kleinsten Tier ab etwa 60 Euro los und endet bei etwa 180 Euro für ganz große Tiere.

Was passiert bei einer Einzeleinäscherung?

Doch viele Besitzer entscheiden sich für die Einzeleinäscherung, um das Tier bei sich zu haben – sofern sie für die Kosten aufkommen können. "Die Einzeleinäscherung heißt, dass jedes Tier einzeln für sich eingeäschert wird, die Asche nicht vermischt wird mit anderen Haustieren und dementsprechend auch vollständig an Sie als Besitzer wieder zurückgeführt werden kann. Das kann dann in einer Urne oder in einem normalen Behältnis erfolgen", sagt Thomas Heisrath im RTL-Interview. Die Kosten dafür fangen bei etwa 100 Euro für Kleintiere bis zwei Kilo an und enden bei rund 300 Euro für sehr große Tiere wie Doggen.

Auf die Krematorien könne man sich zu 100 Prozent verlassen. "Hier in den deutschen Krematorien wird das lückenlos dokumentiert, wo sich ihr Tier jeweils befindet. Da werden spezielle Listen für erstellt. Es erfolgt im Krematorium ein Kremierungsbuch, wo dann auch genau eingetragen wird, wann welcher Hund eingeäschert wurde", erklärt Heisrath. Viele Tierbestattungen bieten auch Transparenz, so dass jeder Halter bei der Einzeleinäscherung nach Terminvereinbarung dabei sein kann. Anschließend können die Tierhalter die Asche direkt mitnehmen.

Die günstigste Option: Anonyme Einäscherung

Als weitere Möglichkeit gibt es die anonyme Einäscherung, die sich vor allem für diejenigen anbietet, die sich finanziell eine Einzel- oder Sammeleinäscherung gar nicht leisten können. Hier läuft es ab wie bei einer Sammeleinäscherung, "wobei dann die Asche nicht auf dem Gelände vom Tierkrematorium bestattet, sondern an unterschiedlichen Plätzen verstreut wird", weiß Heisrath. Die Kosten starten bei 20 Euro für Kleintiere und gehen bis etwa 150 Euro für große Tiere.

Besitzer sollten sich in Ruhe entscheiden

Jede Tierbestattung hat ihre eigenen Preise. Deshalb können Sie von den angegebenen Einschätzungen natürlich auch abweichen. Die Kosten hängen dann noch zusätzlich von der Größe des Tieres ab.

Von einer Tierkörperverwertung rät Thomas Heisrath komplett ab: "Grundsätzlich sollte die Möglichkeit der Einäscherung gewählt werden. Jedem Tierbesitzer sollte bewusst sein, was es bedeutet, ein Tier in die Verwertung zu geben." Wenn Besitzer das Tier aufgrund der Kosten in der Klinik lassen, wird es zur "Entsorgung" der Tierkörperverwertung übergeben und dort zu Tiermehl oder anderen Produkten verarbeitet. Deshalb ist es sehr wichtig, dass sich Besitzer genügend Zeit nehmen und in Ruhe darüber entscheiden, was mit dem geliebten Haustier passieren soll.

Die meisten Menschen wirft der Verlust des eigenen Haustieres völlig aus der Bahn. Hier können Sie lesen, wie Sie am besten mit der Trauer umgehen.