16-Jähriger entwickelt Verfahren zur Gedankenübertragung

Dieser Schüler gibt vollständig Gelähmten neue Hoffnung

Jungforscher Bela Kaut zeigt seinen preisgekrönten Prototyp zuhause in Hamburg-Eimsbüttel.
Jungforscher Bela Kaut zeigt seinen preisgekrönten Prototyp zuhause in Hamburg-Eimsbüttel.
© Bettina Kaut

16. September 2021 - 10:23 Uhr

Mausklick per Konzentration

Seine Entwicklung könnte vollständig Gelähmten das Leben extrem erleichtern. Der große Wunsch des Schülers Bela Kaut aus Hamburg ist es, ein bezahlbares Verfahren zur Gedankenübertragung zu entwickeln und der Prototyp des Schülers ist sogar preisgekrönt.

Sein Prototyp ist sensationell günstig

Tatsächlich griff der pfiffige Forscher zu einem EEG-Chip aus einem Spielzeug, rüstete diesen um und kombinierte den Chip mit einem Kleinstcomputer, die dazu erforderliche Software entwickelte Bela einfach mal selbst. Mit seinem Gerät ist es möglich, durch abwechselndes Entspannen und Konzentrieren eine einfache Tastatur und einen Mauszeiger anzusteuern und einen Text zu schreiben. Ähnliche Systeme gibt es zwar schon, aber der Preis zudem der Schüler das Brain-Computer-Interface (BCI) entwickelt hat, ist günstig. Es kostet rund 55 Euro.

Für Menschen mit Locked-in-Syndrom

Mittels mentaler Impulse einen Computer zu steuern, damit möchte der 16-Jährige Menschen helfen, die vom Locked-in-Syndrom betroffen und somit fast vollständig gelähmt sind. Es erleichtert die Kommunikation im Alltag enorm. Mittels Head-Set und Stirnelektrode, werden die Hirnströme erfasst und über die Hirnströme kann der Träger zum Beispiel eine Tastatur mit Sprachausgabe ansteuern. Konzentration löse den Tastendruck auf der virtuellen Tastatur aus oder bewege die am Bildschirm simulierte Maus nach rechts oder oben. Damit der Cursor im Sichtfeld bleibt, auch bei Personen, die weder Kopf noch Augen bewegen könnten, ist er mittig als Fadenkreuz verankert. Darunter lasse sich ein verkleinertes Bildschirmfenster verschieben, bis der Tastendruck an der richtigen Stelle ausgelöst werden könne, wird das Verfahren in einer Mitteilung der Christoffel-Blindenmission genau beschrieben.

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Belas Erfindung erhält Preise

Damit überzeugt der Jungforscher bei "Jugend forscht" und gewinnt den Sonderpreis der Christoffel-Blindenmission (CBM) "Innovationen für Menschen mit Behinderungen". "Dass sich Kinder und Jugendliche in so jungen Jahren Gedanken über Menschen mit Behinderungen machen, das möchten wir würdigen, weil dadurch die Welt ein bisschen besser wird", erklärt Marion Muhalia von CBM RTL gegenüber. Die CBM unterstützen weltweit viele Menschen mit Behinderungen dabei, sich im Alltag besser verständigen zu können und damit selbstbestimmter zu leben.

Jungforscher tüftelt weiter

Aber für Bela, der als Hobby am Schülerforschungszentrum Hamburg forscht, ist das Tüfteln an seinem Prototyp noch nicht vorbei. Laut Mitteilung der CBM will Bela sein System noch schneller, genauer und zuverlässiger machen. Dafür feilt er am Algorithmus für die Reaktionsgeschwindigkeit, führt Tests mit Probanden durch, ergänzt die Programmierung und arbeitet an einer Bedienungsoberfläche – alles, damit das Leben einiger Menschen einfach besser werden kann. (nid)

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