Modekette will Mitarbeiter entlassen

Mamis unerwünscht: H&M will offenbar Mütter loswerden

Geht` s noch? Das schwedische Modehaus will offenbar Mütter entlassen.
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05. Februar 2021 - 10:44 Uhr

Bei Modekette H&M sind 800 Jobs in Gefahr

Dem schwedischen Modekonzern H&M sind Frauen mit Kindern offenbar ein Dorn im Auge. Der Modekonzern will 800 Mitarbeitern kündigen, betroffen sind laut einem Bericht vor allem Mütter in Elternzeit. Der Grund: Sie können oftmals nicht abends und samstags arbeiten. Das Unternehmen dementiert allerdings.

Geschäftsleitung legt fragwürdiges Freiwilligenprogramm vor

Hennes und Mauritz, kurz H&M, will in den kommenden Monaten 800 Mitarbeiterinnen in Deutschland entlassen. Die Geschäftsleitung hat dem Gesamtbetriebsrat dazu ein Freiwilligenprogramm vorgeschlagen. In anderen Worten erhalten Mitarbeiter, die freiwillig gehen wollen, eine Abfindung.

Nach Informationen von Business Insider will man vor allem Mitarbeiter verabschieden, die nicht an den umsatzstarken Abendzeiten sowie an Samstagen arbeiten können. In dem Programm, das das Magazin zitiert, werden Mitarbeiter in Elternzeit als geeignete Gruppe für Entlassungen genannt. Und in Elternzeit sind laut Zeitung derzeit vor allem junge Mütter.

Verdi kritisiert Vorgehen von H&M

Die Gewerkschaft Verdi kritisiert das selbsternannte Förderprogramm von H&M als partriarchisch und frauenfeindlich. Das sei eine Entscheidung über die Köpfe von Frauen hinweg. "Gleichstellung im Betrieb bedeutet gleichberechtigte Beteiligung von Frauen am Umstrukturierungsprozess von H&M", sagte Cosimo-Damiano Quinto aus der Verdi-Bundesfachgruppe Einzelhandel gegenüber Business Insider.

Mit Blick auf das Grundgesetz sei klar, dass jede Mutter Anspruch auf den Schutz der Gemeinschaft habe. "Eigentum verpflichtet daher auch Unternehmen wie H&M", so Quinto. Es sollte familienfreundliche Arbeitszeiten ermöglichen, anstatt ihre Doppelbelastung als Schwäche auszunutzen.

Konzern dementiert Fokus auf Mütter

H&M bestätigte gegenüber Business Insider den Abbau von 800 Stellen in Deutschland. Doch das Freiwilligenprogramm bei H&M Deutschland richte sich nicht vorrangig an Mütter und Väter, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage von RTL. "Wir haben mit diesem Programm ein milderes Mittel gewählt um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Es richtet sich an alle Kolleg*innen aus unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen", so der Konzern. Es sei eine Möglichkeit für die Angestellten, sich beruflich verändern zu können.