Günstige Mode: Ist teure Kleidung wirklich besser?
Eine Hose die schon nach fünf Wäschen aussieht als sei sie ein Jahr alt. Ein Top, das nach dem Waschen vollkommen verdreht ist oder ein Pullover, der fast eine Größe verliert. Kann das alles nur Billig-Mode sein oder passiert das womöglich sogar mit Markekleidung? Wir haben den Qualitätstest gemacht - und wollen wissen, ist teuer immer gleich besser?

Zur Freude unserer RTL-Reporterin beginnt unser Test mit einer ausgiebigen Shoppingtour in drei verschiedenen Geschäften. Einem Klamottenladen, der seine Mode zu sehr billigen Preisen verkauft, einem mittelpreisigen Modegeschäft und einem hochwertigen Markenladen.
Schon beim Einkauf werden wir mit dem Vorurteil konfrontiert - billig gleich schlechte Qualität - und das von ganz unerwarteter Seite, nämlich der Verkäuferin selbst. Sie haben richtig gelesen: Im Billigladen rät uns die Verkäuferin vom Kauf eines Strickpullis ab. Selbst sie ist anscheinend der Meinung: Günstig, das ist nichts für die Ewigkeit!
Wir haben dennoch unsere Wahl getroffen: Wir testen drei ähnliche Outfits zu ganz unterschiedlichen Preisen. Im Billig-Discounter kaufen wir ein Top für 3 Euro, einen Strickpullli für 17 Euro und eine Jeans für 25 Euro.
Im Modegeschäft mittlerer Preisklasse erwerben wir ebenfalls ein schwarzes Top für 16 Euro, einen Pulli für 50 Euro und eine dunkle Jeans für 70 Euro. Im Marken-Laden bezahlen wir stolze 35 Euro für ein Top, 150 Euro für eine Strickjacke und 100 Euro für die Jeans.
Das Marken-Outfit ist also sechsmal teurer als die günstigste Variante! Jedes Kleidungsstück kaufen wir mehrmals um im Labor den direkten Vergleich zu haben. Denn dort sollen die Produkte auf Farbveränderung, Belastbarkeit und Formveränderung getestet werden.
Billig vs. Marke: Welche Kleidung besteht den Test?
Susann Meier vom Textilforschungsinstitut Chemnitz nimmt die erste Bestandsaufnahme vor. Und zweifelt auch gleich an der Qualität der Billig-Kleidung. Gewissheit gibt jedoch nur der Test. Daher wird jedes der Kleidungsstücke nun fünf Mal nach Waschanleitung gewaschen. Außerdem werden Stoffproben entnommen und diese dann auf Belastbarkeit getestet. Sollte sich der erste Eindruck der Expertin bestätigen - günstige Klamotten gleich schlechtere Qualität?
Nach einer Woche, insgesamt 45 Waschgängen und unzähligen Belastungstests haben wir das Ergebnis - wir beginnen mit der Jeans:
Alle drei Hosen - egal ob günstig oder teuer - sind bei unserem Farb-Test durchgefallen. Bei den Tops gibt es dann auch für die Expertin eine Überraschung: Eindeutiger Sieger hier das Billig-Top. Der Vergleich der Strickkleidung ist hingegen nicht ganz so eindeutig: Sowohl der günstige Acrylpulli, als auch die Marke sind nach dem mehrmaligen Waschen stark eingelaufen. Beim Teuersten fällt es am meisten auf, hier fehlen in der Armlänge mehr als drei Zentimeter. Der mittelpreisige Pulli hat hingegen seine Form beibehalten. Also statt Synthetik lieber Baumwolle kaufen.
In keiner der Kategorien konnte also die teure Markenkleidung punkten – die beiden günstigeren Alternativen hingegen konnten jeweils einmal überzeugen. Hoher Preis bedeutet eben doch nicht immer Qualität! Von unserer Expertin gibt es daher noch den Tipp, auf die Materialzusammensetzung auf dem Etikett zu schauen und lieber Wolle oder Baumwolle zu kaufen statt Synthetik. Das ist in Sachen Qualität wichtiger als ein Markenname.
