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Große Sex-Studie startet: Forscher schauen unter die Bettlaken der Deutschen

Sex in Deutschland
Und, wie haben Sie Sex? Eine neues Forschungsprojekt soll das Sexualleben der Deutschen erkunden. © iStockphoto

Ganz schön pikante Fragen!

Wie sieht das Sexleben der Deutschen eigentlich aus? Es gibt viele Studien über die schönste Nebensache der Welt. Repräsentativ für alle Deutschen ist aber bisher keine davon. Das wollen Hamburger Forscher nun ändern. Mit einer neuen großen Studie soll das Sexualverhalten aller Deutschen genauer ergründet werden. Durch pikante Fragen!

Wie gesund ist das Sexleben der Deutschen?

Wie oft haben Sie Sex? Was sind Ihre sexuellen Vorlieben? Wissen Sie, was Chlamydien sind? Fragen dieser Art sollen in den kommenden Monaten 5.000 repräsentativ ausgewählte Männer und Frauen in ganz Deutschland beantworten. Ziel der Studie ist es, das Sexleben der Deutschen genauer zu erforschen, vor allem aber die sexuelle Gesundheit. Befragt werden Menschen zwischen 18 und 75 Jahren - egal, ob sie sexuell aktiv sind oder nicht.

"Die Ergebnisse sollen dabei helfen, Präventions-, Vorsorge- und Versorgungsmaßnahmen im Bereich der sexuellen Gesundheit zu entwickeln", sagt der Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Uniklinikum Eppendorf, Peer Briken. Denn das Risiko sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken, sei in den vergangen Jahren gestiegen.

Zum ersten Mal ist die ganze Bevölkerung vertreten

Bisher gab es zwar schon zahlreiche Studien zur Sexualität der Deutschen, allerdings wurden meist nur Studenten befragt und ein großer Teil der Bevölkerung ausgelassen. Mit der neuen Studie sollen nun umfassendere Ergebnisse über die sexuelle Gesundheit der Deutschen erzielt werden. Doch was kann man sich unter sexueller Gesundheit vorstellen? Ist man dann sexuell gesund, wenn man keine Geschlechtskrankheiten hat?

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt eine sexuelle Gesundheit nicht nur die physische Gesundheit voraus, sondern auch die psychische. Dazu zählt, dass es eine positive und respektvolle Haltung zur Sexualität und sexuellen Beziehungen gibt sowie die freie Entfaltung aller sexuellen Wünsche - frei von Zwang, Diskriminierung und Gewalt.

Teilnehmer werden zu Hause befragt

Aber wer gibt so detaillierte Informationen über sein Sexleben preis? "Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung, der wir uns qualifiziert stellen wollen und können", sagt der Sexualforscher Peer Briken. Im vergangenen Jahr hat sein Institut bereits eine Pilotstudie gemacht. Dabei zeigte sich, dass die Befragten in direkten Interviews mehr Auskunft gaben, als in Fragebögen.

Für die neue Studie wurden extra 200 Interviewer von dem Sozialforschungsinstitut Kantar Emnid geschult, das die Studienteilnehmer in einem Zweigespräch zu Hause befragt. Frauen werden von Frauen interviewt, Männer von Männern. Wird einem Teilnehmer die Frage zu intim, kann er diese in einen Laptop tippen. Die Forscher versichern, dass streng auf Datenschutz und Vertraulichkeit geachtet werde und die Daten anonymisiert ausgewertet werden. Ende nächsten Jahres sollen erste Ergebnisse der Studie vorliegen.

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