Brüste senden Signale

Große Brüste: Von der Natur gewollt?

24. Januar 2019 - 9:54 Uhr

Der Busen deutscher Damen wird immer größer

Ein pralles Dekolletee ist ein echter Hingucker. Dass Männer da gern auch mal länger hinschauen, ist nicht verwunderlich, aber auch Frauen riskieren gern mal einen Blick. Aber warum haben nur große Brüste eine solche Anziehungskraft? Und weshalb haben Frauen überhaupt so eine üppige Oberweite? Seit Jahren streiten sich Wissenschaftler und Forscher, wie diese Fragen zu beantworten sind. Wir haben einige Standpunkte für Sie zusammengestellt.

Das einzige Säugetier mit großen Brüsten

Die Frau ist unter den Säugetieren das einzige Exemplar, das zeitlebens einen prallen Busen hat. Bei Tieren hingegen schwillt die Brust nur in der Stillzeit an und wird dann wieder so flach, dass sie kaum noch erkennbar ist.

Der aufrechte Gang brachte große Brüste

Evolutionsbiologen begründen dieses Phänomen damit, dass der Mensch sich vom Vierbeiner zum Zweibeiner entwickelt hat: Durch den aufrechten Gang verschwand das zunächst wichtigste sexuelle Signal-Organ, die Vagina, zwischen den Beinen. Somit musste ein anderes Geschlechtsmerkmal diese Funktion übernehmen, und zwar der Busen.

Es wird sogar angenommen, dass die weibliche Brust eine Art Gegenstück zum Po ist. Damit die Frau auch von vorn als solche zu erkennen ist, wiederholen sich die rundlichen Wölbungen von der Rückseite der Frau auf der Vorderseite.

Brüste senden Signale

Dass die Brüste als primäres Geschlechtsmerkmal Signale senden, ist unumstritten. Welche Botschaften sie nun aber genau übermitteln, darüber wird noch gestritten. Eine Meinung ist, dass der Busen den Mann nur zur Fortpflanzung animieren soll. Andere behaupten, er sei ein Aushängeschild für die Qualitäten der Frau als Mutter. Demnach kann man von großen Brüsten darauf schließen, dass die Frau ausreichend Muttermilch zur Verfügung hat, um die Nachkommen zu ernähren. Wissenschaftlich fundiert sind diese Erklärungsansätze allerdings nicht.

Schon in der Steinzeit suchte sich der Mann seine Partnerin anhand ihres großen Busens aus: Dieser versprach Fruchtbarkeit, worin der Mann starke und gesunde Nachkommen sah.

Große Brüste gegen Erstickungsgefahr

Brauchen Babys große Brüste?
Dienen große Brüste dem Stillen?

Einen gänzlich anderen Standpunkt vertritt die Anthropologin Gillian Bentley. Sie meint, dass ein runder Busen die Säuglinge beim Stillen vor dem Ersticken schützt. Gegen einen flachen Busen müssten die Babys viel stärker gedrückt werden, um trinken zu können, sodass keine Luft mehr durch Nase und Mund strömen kann.

Bei Affen ist diese Problem anders gelöst: Die Primaten haben ein eher spitzes Gesicht mit einem vorspringenden Kiefer, sodass sie mühelos auch an flachen Brüsten trinken können. Das menschliche Gesicht hingegen ist im Verlaufe der Evolution immer flacher geworden.

Die Milchmenge für Babys ist allerdings unabhängig von der Form und Größe der Brust. Gesunde Säuglinge wachsen sowohl durch große, kleine, helle oder dunkle Brüste heran.

Ist weniger doch mehr?

Ein Argument gegen große Brüste hat Robert Francoeur von der Universität in New Jersey gefunden. Er meint, dass der weibliche Busen zwar ein Zeichen für eine relativ hohe Menge des weiblichen Hormons Östrogen ist, aber eben auch einen sehr geringen Testosteron-Spiegel signalisiert. Das männliche Hormon Testosteron steigert jedoch das sexuelle Verlangen der Frauen. Somit müssten Männer eigentlich eher auf kleine Brüste reagieren.